Bundesweite Absage/Änderung des ersten juristischen Staatsexamens 2020

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Viele Studierende der Rechtswissenschaften haben sich monatelang auf das erste Staatsexamen vorbereitet. Nun sind aufgrund des Corona-Virus Universitäten und Bibliotheken geschlossen. Viele Repetitorien fallen aus oder finden immerhin nur noch online statt. Ebenfalls fallen die Klausurenkurse an den Universitäten aus oder finden ausnahmsweise von Zuhause aus statt. Eben jene Klausurenkurse sind eine der wenigen "echten" Simulationen, die von den Universitäten aus angeboten werden, um sich wenigstens ein bisschen besser vorbereitet zu fühlen, wenn es in die richtigen Examensklausuren geht. Doch auch diese finden nun von Zuhause aus statt und sind aktuell alles andere, als eine realistische Simulation. Vielen Studierenden fällt es nun einerseits aufgrund der Ungewissheit des Schreibtermins und andererseits aufgrund der ungewöhnlichen Umstellung Zuhause lernen zu müssen immens schwer sich Zuhause eine optimierte Lernumgebung zu schaffen. Außerdem wissen viele nicht, ob bzw. wann ihre Klausuren stattfinden werden und hängen dementsprechend in der Luft. Deswegen ist bei vielen der nötige Druck der baldigen Klausuren stets gesunken. Leider wird in Zukunft dennoch niemand oder kaum jemand darauf achten, dass sich die Examenskandidaten in einer Phase befanden, die im Gegensatz zu den krisenfreien Jahren erheblich anspruchsvoller war. Trotzdem wird von den bereits durch den umfangreichen Prüfungsstoff psychisch unter Druck stehenden Studierenden, eine sofortige Umgewöhnung erwartet.  Des Weiteren haben viele Studierende keinen oder nur eingeschränkten Zugriff auf Lehrbücher und ähnliche Fachliteratur. Ebenso kann das Wissen, aufgrund des umfangreichen Stoffes, nicht über Wochen oder Monate in der Form behalten werden, dass es jederzeit auf Examensniveau abrufbar ist. Deshalb ist es wenig sinnvoll die Examensklausuren um mehrere Wochen zu verlegen. Es scheint daher eine bessere Lösung zu sein, entweder eine, wie früher noch regelmäßig der Fall war, Examenshausarbeit als Ersatz der Examensprüfungen anfertigen zu lassen oder die schriftlichen Prüfungen ausnahmsweise dieses Jahr (alternativ mindestens bis einschließlich Juli) ausfallen zu lassen und (beispielsweise) eine umfangreichere mündliche Prüfung zu absolvieren. Als weitere Überlegung könnte das LJPA eine Kürzung des examensrelevanten Stoffes des ersten Staatsexamens in Erwägung ziehen oder eine Verkürzung des Anzahl der zu schreibenden Klausuren. Es ist eine sehr schwierige Zeit für alle Beteiligten. Natürlich ist es auch für die Entscheidungsträger eine ungewöhnliche Situation, jedoch hoffen viele Studierende, dass an einem gemeinsamen Strang gezogen wird, um auch diese außergewöhnliche Phase zusammen zu meistern. Es wäre schön, wenn die Beteiligten und Entscheidungsträger zu einer fairen Lösung gelangen.