
...und wir müssen Anfang Februar leider zusehen. Denn der Konzern Coca-Cola hat alle erforderlichen Unterlagen für die Probeentnahme eingereicht und darf nun in Vorbereitung für das endgültige Erlaubnisverfahren zur Wasserentnahme für den geplanten 3. Brunnen testen. Der Konzern testet dabei die Wasserqualität und ob die neue Quelle verlässlich sprudelt.
Bis zu 118 Millionen Liter unbelastetes Tiefengrundwasser darf das rein gewinnorientierte Unternehmen dabei einmalig zu Tage fördern und unwiderbringlich vergeuden - wird nämlich einfach in einen Bach geleitet. Sollte der Pumpversuch keine Auswirkungen auf Natur und Umwelt zeigen, dürfen dann jährlich 350.000.000 Liter!!!! Tiefengrundwasser gefördert, abgefüllt und als Vio-Wasser teuer abverkauft werden. Das ist natürlich gerechtfertig, weil man damit 200 hoch-qualifizierte Mitarbeiter hier beschäftigt....ähm ja...
Auswirkungen auf die Ökologie werden sich mit diesem Pumpversuch aber höchstwahrscheinlich nicht spontan nachweisen lassen, denn Grundwasserstände sinken langsam aber beständig. Da zudem Wasser aus 195 Metern Tiefe gefördert wird, wird die Oberfläche durch die einmalige Entnahme natürlich auf Jahre nicht reagieren. Die Konsequenzen dieser weiteren Entnahme von unbezahlbarem Tiefengrundwasser werden wir erst langfristig erfahren dürfen. Um dann die weitere Wasser-Förderung stoppen zu können, müssten wir Coca-Cola nachweisen, dass die Schäden explizit durch ihre Förderung verursacht wird. Das wird sicherlich ganz einfach *ironisch* - siehe Nestlé im Ort Vittel.
Sollte also alles glatt gehen und der 3. Brunnen letztlich genehmigt, würde der Konzern seine Fördermenge hier in Lüneburg verdoppeln - ohne Sinn für die Menschen hier vor Ort, ohne Verantwortung für unsere Zukunft, ohne Haftung für etwaige Schäden.
Unsere Region geht ins volle Risiko - Coca-Cola macht den vollen Gewinn.
Denn zahlen muss das Unternehmen für 1.000 Liter *trommelwirbel* 18 Cent - also quasi nichts - auch wenn das Wasserentnahmeentgeld (übrigens auch für uns BürgerInnen) seit 1. Januar verdoppelt wurde. In den Verkauf geht die Flasche für ca. 70 Cent pro Liter! Beruhigt es uns also, dass der geldgierige Konzern hier verfahrensgemäß nach alten Gesetzen handelt und für die testweise Förderung 85 Messstellen eingerichtet hat bzw. musste? Gesetze aus einer Zeit, wo sinkende Grundwasserstände, Dürre und überheiße Sommer eine Seltenheit waren.
Eindeutiges NEIN!
Nach altem Wasserhaushaltsgesetz darf hier kostbares Allgemeingut nach dem Prinzip der freien Marktwirtschaft auf Jahre geraubt werden, bis sich hier vor Ort Schäden zeigen oder die Quelle versiegt ist. Den Schaden werden dann wir hier vor Ort ganz alleine tragen müssen und eventuell eine unserer Lebensgrundlagen verloren haben. So sind die Niederschlagsmengen hier vor Ort auch in diesem Winter für ausreichende Bodenfeuchte und Grundwasserneubildung noch zu gering - auch die Förster und Landwirte sind darüber sehr besorgt. Warum darf mit dieser lebenswichtige Ressource so gezockt werden und Geld gescheffelt werden? Sicherlich nicht für die 20 Arbeitsplätze mehr, die Coca-Cola mit dem 3. Brunnen schaffen möchte. Nein, der Konzern hatte schon mal vorsorglich 29 Millionen Euro in eine neue Abfüllanlage investiert, die 32.000 1-Liter-Flaschen in der Stunde befüllen kann. Eine sprudelnde Geldquelle.
Ich verstehe es nicht und habe große Sorge um unsere Natur und unseren (Acker-)Boden, unsere Kinder und Kindeskinder, denen hier Coca-Cola das Gut Wasser buchstäblich abgräbt. Die verfügbaren Wasserreserven im Boden werden nämlich übrigens nur geschätzt - ja, das weckt Vertrauen. Wie viel jahrhundertelang gefiltertes absolut unbelastetes Wasser tatsächlich noch im Boden ist, weiß man nicht.
Lasst uns das nicht hinnehmen - hier muss die Grenze sein. Für Coca-Cola und alle anderen geldgierigen Firmen - nicht nur hier vor Ort, sondern in ganz Deutschland, in ganz Europa, auf der ganzen Welt!
*Eure Karina