Petition updateUnser Trinkwasser gehört uns - nicht Coca-ColaReaktionen der Politik - Quo vadis?
Karina TimmannLüneburg, Germany
Sep 28, 2020

Hallo zusammen!

Als Reaktion auf unseren gemeinsamen andauernden Protest gegen den Raubbau am Allgemeingut Trinkwasser, verständigen sich aktuell die Fraktionen aus Hansestadt und Landkreis Lüneburg jeweils auf Resulotionstexte mit Forderungen an das Land zur Anpassung des  Wasserhaushaltsgesetzes u.a. in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels, Wasserentnahmegebühr, kommunale Handhabe. Niedersachsen hat bereits für dieses Jahr eines Novelle des niedersächsischen Wassergesetzes angekündigt.

ABER: Fragt sich, wie schnell die Gesetzgebung reagiert oder ob noch Jahre vergehen bis sich etwas ändert. Haben wir angesichts des rasch voranschreitenden Klimawandels und damit steigenden Wasserbedarfen und sich nicht neubildendem Grundwasser in wiederkehrenden Trockenperioden diese Zeit?

Zudem wurde ein Konzept für ein regionales Wassermanagement in Auftrag gegeben. Hierfür gibt es 300.000 Euro Fördermittel vom Bund.

ABER: Da bei den Verwaltungen aber laut eigener Aussage Geld und Personal für das Thema fehlen, wurde das Konzept von den 2014 gegründeten regionalen Dachverbänden Grundwasserberegnung federführend beauftragt. Die Verwaltungen beteiligen sich lediglich über Kooperationsverträge und mit einem Eigenanteil von je 15.000 EUR an der Konzepterstellung. Meiner Meinung nach eine verpasste Chance sich seitens der Verwaltungen verantwortlich zu zeigen und sich des Themas ernsthaft anzunehmen! Schließlich ist die Nutzergruppe Feldberegnung Spitzenreiter bei der Grundwasserentnahme und meldet selber jährlich immens hohe Entnahmen an das kostbare Gut Wasser an. Fehlt hier am Ende dann die nötige Unabhängigkeit?

Grundwasserbilanz 2018
(Ilmenau Lockergestein links + rechts)
Entnahme Landkreis + Hansestadt Lüneburg:

  • Feldberegnung = 25,98 Mio. Kubikmeter
  • Trinkwasserversorgung = 13,19 Mio. Kubikmeter
  • Kühlwasser = 2 Mio. Kubikmeter
  • Brauchwasser = 1,07 Mio. Kubikmeter

Interessant: Das nutzbare Grundwasserdargebot ("guter mengenmäßiger Zustand") in unserer Region ist übrigens lediglich geschätzt und nicht ermittelt worden. Diesem Abschätzverfahren liegen landesweit einheitliche, nicht aktualisierte Kriterien zugrunde. Beispielsweise geht man dabei jedes Jahr von gleichen nutzbaren Dargebots-Reserven aus - selbst nach Dürreperioden. Sprich: Genaue Mengenangaben über die Trinkwasser-Ressourcen im Boden gibt es nicht!

(Quellen: Landeszeitung, 19. August 2020, S. 5;
Landeszeitung, 17. September 2020, S. 5)

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