Für einen kritischen Konsum

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Ich fordere die Kultusministerkonferenz dazu auf, die Aufklärung über den Agrarwahnsinn zum Unterrichtsfach zu machen

Guten Tag, mein Name ist Otto Kappner und ich studiere ökologische Landwirtschaft. Als angehender ökologischer Landwirt beschäftige ich mich intensiv und kritisch mit den Methoden die in Deutschland und der ganzen Welt für die Massenproduktion von Lebensmitteln und anderen Agrarerzeugnissen zum Einsatz kommen. Agrarwissenschaftler, Biologen und Klimaforscher warnen schon lange, dass die industrielle Landwirtschaft zunehmend zur Belastung für Umwelt, Mensch und Tier wird. Umso erstaunlicher ist es, dass gängige landwirtschaftliche Methoden bei der Diskussion des Klimawandels und der Umweltzerstörung in Fernsehen, sozialen Medien und in der Öffentlichkeit kaum in den Fokus rücken. Ich bin überzeugt, dass der wichtigste Grund dafür unser gering ausgeprägtes Problembewusstsein als Konsumenten dieser Agrarerzeugnisse ist.

Der flächendeckende Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, die Überdüngung unserer Felder und die weitverbreiteten Monokulturen schaden der Natur immens. Allein die Fleisch, Milch und Eier erzeugende Industrie konsumiert Unmengen natürlicher Ressourcen und ist für mehr als 14 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich (Schätzung der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO). Die Tiere werden dabei großen Schmerzen, Quälereien und unangemessenen Lebensbedingungen ausgesetzt. Um den Landhunger dieser Industrie zu stillen, nehmen wir breitflächige Waldrodungen, Versteppung, und die Versauerung von Gewässern in Kauf. Der übermäßige Einsatz synthetischer Stickstoffdünger und gewaltiger, über die Felder wälzender Maschinen ist sehr energieintensiv und führt zur kontinuierlichen Verschlechterung unserer Böden. Die langfristigen Folgekosten für Mensch, Natur und Tier sind kaum zu überschätzen.

Unsere Landwirtschaft braucht eine 180-Grad-Wende Richtung ökologischer Nachhaltigkeit. Dabei können wir uns nicht auf die nationalen und europäischen Regulierungsbehörden oder die Selbstverpflichtungsversprechen der Agrarindustrie verlassen. Letztlich hängt die Abkehr von den Methoden der industriellen Landwirtschaft von unseren täglichen Kaufentscheidungen als Konsumenten ab. Doch als Konsumenten können wir nur dann bewusst im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes entscheiden, wenn wir die Zusammenhänge zwischen industrieller Landwirtschaft, Umweltzerstörung und Klimawandel verstehen. Dass Insekten und Vögel in Massen sterben und der Amazonas brennt ist allen bewusst – was das mit billigem Fleisch und im Winter verkauften Sommergemüse zu tun hat nicht.

Mit dieser Petition fordere ich die Kultusministerkonferenz auf, Agrarwirtschaft zum Unterrichtsfach an unseren Schulen zu machen. Das Schulfach soll die Schülerinnen und Schüler über die gängigen Praktiken der Landwirtschaft und ihre Folgen für Mensch, Natur und Tier aufklären. Die heranwachsende Generation soll so in die Lage versetzt werden, als bewusst entscheidende Konsumenten Einfluss auf die Gestaltung der Landwirtschaft zu nehmen.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten eines Unterrichtsfachs Agrarwirtschaft sollten die gängigen Methoden der Land- und Tierwirtschaft, deren Geschichte und Einsatzbereiche, die relative Vor- und Nachteile, und die Folgen für Mensch, Tier und Natur gehören. Hierbei sollte auf wichtige Punkte wie Ressourcenbilanzen, Umwelt- und Klimaeinflüsse, Nachhaltigkeit, ökonomische und gesellschaftliche Einflüsse, sowie auf Ernährung, Gesundheit und moralische Aspekte eingegangen werden. Schüler sollen die nationalen und europaweiten Regulierungen kennenlernen, die die konventionelle und ökologische Landwirtschaft gestalten und in die Lage versetzt werden, Themen wie die sensible Struktur von Nutzböden und die Massentierhaltung kritisch zu beurteilen.

Bitte unterschreiben Sie die Petition und setzen Sie damit ein Zeichen für eine zukunftsgewandte Landwirtschaft ohne Massentierhaltung, Pestizide, Raubbau, Bodenverarmung etc.

 

Mit freundlichen Grüßen

Otto Kappner