Anerkennung von (geschlechtlicher) Vielfalt auch in der Sprache an Schulen

Anerkennung von (geschlechtlicher) Vielfalt auch in der Sprache an Schulen

Das Problem

Warum gendern?
- um auf geschlechtliche Vielfalt hinzuweisen
- Studie: Mädchen trauen sich Berufe eher zu, wenn alle Geschlechter genannt werden
- Menschen sollen sich explizit angesprochen fühlen
  
Gendern an sächsischen Schulen!
Wir fordern mit dieser Petition keine Pflicht zum Gendern an Schulen. Allerdings wollen wir erreichen, dass gendern eine legitime Ausdrucksweise wird.
- Duden online gendert
- Sprache im Wandel, auch an Schulen!
 
 
Das sächsische Kultusministerium veröffentlichte vor Beginn des neuen Schuljahres einen Brief an die sächsischen Schulleiter:innen, in dem eine Passage zur geschlechtergerechten Sprache zu finden war. In diesem wurden die Schulleiter:innen daran erinnert, dass Sonderzeichen wie "Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren" in der Schule "nicht zu verwenden" seien. Jedoch sollen diese Zeichen der Sichtbarkeit des „dritten Geschlechts“ dienen. Zu diesem zählen intersexuelle Menschen genauso wie Nonbinäre, trans-Personen und alle anderen, die sich nicht von der Zweigeschlechterordnung repräsentiert fühlen. Dieses dritte Geschlecht wurde 2017 offiziell vom Bundesverfassungsgericht anerkannt.
 
Jetzt stellt sich die Frage, weshalb es so wichtig ist, alle Geschlechter zu benennen. Die Erklärung findet sich zum Beispiel in zahlreichen Assoziationsstudien, in welchen gezeigt werden konnte, wie Sprache unser Bewusstsein formt. Wurden die Versuchsteilnehmer:innen beispielsweise gefragt, wie ihr Lieblingssportler oder -künstler heißt, gaben sie überwiegend Männer an. Da die weibliche Form nicht genannt wurde, wurde also auch nicht an sie gedacht. Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass sich mehr Frauen bewerben, wenn Stellenanzeigen nicht im generischen Maskulinum verfasst sind, sondern auch die weibliche Form geschrieben steht. Gleiches lässt sich auch auf Personen aus dem nicht-binären Spektrum übertragen, welche sich durch ihre Mitnennung durch das Gendersternchen oder gleichbedeutende Zeichen ebenfalls direkt angesprochen fühlen. Wenn wir also nicht von Frauen und Menschen mit einer nicht-binären Geschlechtsidentität schreiben, denken wir auch nicht an sie. Doch gerade in Schulen, welche ein Abbild der Gesellschaft darstellen, finden sich aber auch Menschen, die sich weder als Schüler noch als Schülerin, also weder als männlich noch als weiblich verstehen. Und diese Schüler:innen werden in dem Brief des Kultusministers scheinbar weder erwähnt noch mitgedacht.

Wir wollen mit dieser Petition nicht für erhitzte Gemüter sorgen, fordern aber in aller Sachlichkeit, dass allen Schüler:innen die Möglichkeit gegeben wird sich repräsentiert zu fühlen – und dafür kann gendersensible Sprache ein erster Schritt sein. Denn Sprache ist, seit es sie gibt, im ständigen Wandel, passt sich den Gegebenheiten und den Menschen an, die sie verwenden. Doch dieser Wandel findet nicht hinter verschlossenen Türen statt. Nein, er vollzieht sich dort, wo sich Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft austauschen. Und welcher Ort könnte dafür geeigneter sein als eine Schule? Wandel zuzulassen kann immer angsteinflößend sein. Dieser sprachliche Wandel, quasi die Erweiterung der binären Ausdrucksweise ermöglicht aber Gedanken zu verändern, Vorstellungen und Bilder im Kopf diverser zu gestalten und damit an die vielfältige Gesellschaft anzupassen.
 
Wir fordern hiermit keine Pflicht zur Nutzung einer gendersensiblen Sprache, aber sehr wohl eine Anerkennung des Genderns als legitime Ausdrucksweise im Schulalltag. Da wir denken, dass sich schon einige Schüler:innen und auch Lehrpersonen längst für die Nutzung einer gendersensiblen Ausdrucksweise entschieden haben. Denn wie Ludwig Wittgenstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts sagte: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Das heißt: Sprache formt, was wir denken. Und wir denken, es ist die Zeit gekommen, sich der Vielfalt in unserer Gesellschaft bewusst zu werden diese auch in der Sprache im Sinne der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzubilden – auch und gerade an Schulen.

Diese Petition hat 759 Unterschriften erreicht

Das Problem

Warum gendern?
- um auf geschlechtliche Vielfalt hinzuweisen
- Studie: Mädchen trauen sich Berufe eher zu, wenn alle Geschlechter genannt werden
- Menschen sollen sich explizit angesprochen fühlen
  
Gendern an sächsischen Schulen!
Wir fordern mit dieser Petition keine Pflicht zum Gendern an Schulen. Allerdings wollen wir erreichen, dass gendern eine legitime Ausdrucksweise wird.
- Duden online gendert
- Sprache im Wandel, auch an Schulen!
 
 
Das sächsische Kultusministerium veröffentlichte vor Beginn des neuen Schuljahres einen Brief an die sächsischen Schulleiter:innen, in dem eine Passage zur geschlechtergerechten Sprache zu finden war. In diesem wurden die Schulleiter:innen daran erinnert, dass Sonderzeichen wie "Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren" in der Schule "nicht zu verwenden" seien. Jedoch sollen diese Zeichen der Sichtbarkeit des „dritten Geschlechts“ dienen. Zu diesem zählen intersexuelle Menschen genauso wie Nonbinäre, trans-Personen und alle anderen, die sich nicht von der Zweigeschlechterordnung repräsentiert fühlen. Dieses dritte Geschlecht wurde 2017 offiziell vom Bundesverfassungsgericht anerkannt.
 
Jetzt stellt sich die Frage, weshalb es so wichtig ist, alle Geschlechter zu benennen. Die Erklärung findet sich zum Beispiel in zahlreichen Assoziationsstudien, in welchen gezeigt werden konnte, wie Sprache unser Bewusstsein formt. Wurden die Versuchsteilnehmer:innen beispielsweise gefragt, wie ihr Lieblingssportler oder -künstler heißt, gaben sie überwiegend Männer an. Da die weibliche Form nicht genannt wurde, wurde also auch nicht an sie gedacht. Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass sich mehr Frauen bewerben, wenn Stellenanzeigen nicht im generischen Maskulinum verfasst sind, sondern auch die weibliche Form geschrieben steht. Gleiches lässt sich auch auf Personen aus dem nicht-binären Spektrum übertragen, welche sich durch ihre Mitnennung durch das Gendersternchen oder gleichbedeutende Zeichen ebenfalls direkt angesprochen fühlen. Wenn wir also nicht von Frauen und Menschen mit einer nicht-binären Geschlechtsidentität schreiben, denken wir auch nicht an sie. Doch gerade in Schulen, welche ein Abbild der Gesellschaft darstellen, finden sich aber auch Menschen, die sich weder als Schüler noch als Schülerin, also weder als männlich noch als weiblich verstehen. Und diese Schüler:innen werden in dem Brief des Kultusministers scheinbar weder erwähnt noch mitgedacht.

Wir wollen mit dieser Petition nicht für erhitzte Gemüter sorgen, fordern aber in aller Sachlichkeit, dass allen Schüler:innen die Möglichkeit gegeben wird sich repräsentiert zu fühlen – und dafür kann gendersensible Sprache ein erster Schritt sein. Denn Sprache ist, seit es sie gibt, im ständigen Wandel, passt sich den Gegebenheiten und den Menschen an, die sie verwenden. Doch dieser Wandel findet nicht hinter verschlossenen Türen statt. Nein, er vollzieht sich dort, wo sich Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft austauschen. Und welcher Ort könnte dafür geeigneter sein als eine Schule? Wandel zuzulassen kann immer angsteinflößend sein. Dieser sprachliche Wandel, quasi die Erweiterung der binären Ausdrucksweise ermöglicht aber Gedanken zu verändern, Vorstellungen und Bilder im Kopf diverser zu gestalten und damit an die vielfältige Gesellschaft anzupassen.
 
Wir fordern hiermit keine Pflicht zur Nutzung einer gendersensiblen Sprache, aber sehr wohl eine Anerkennung des Genderns als legitime Ausdrucksweise im Schulalltag. Da wir denken, dass sich schon einige Schüler:innen und auch Lehrpersonen längst für die Nutzung einer gendersensiblen Ausdrucksweise entschieden haben. Denn wie Ludwig Wittgenstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts sagte: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Das heißt: Sprache formt, was wir denken. Und wir denken, es ist die Zeit gekommen, sich der Vielfalt in unserer Gesellschaft bewusst zu werden diese auch in der Sprache im Sinne der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzubilden – auch und gerade an Schulen.

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Petition am 21. September 2021 erstellt