Liebe Unterstützer*innen, heute stellen wir euch das Plädoyer einer passionierten Pflegerin vor, die über ihre Musik die Missstände in der Pflege↗ anklagt.
Bibi arbeitet seit fast 13 Jahren als Pflegekraft in Köln. Nach knapp 10 Jahre in der stationären Altenpflege wollte sie der Pflege eigentlich den Rücken zukehren, hat dann jedoch in der ambulanten Krankenpflege die Liebe zum Beruf wiedergefunden. Sie habe jetzt endlich wieder Zeit für ihre Patient*innen.
Ohne die Pflege fühle ich mich unvollständig
"Ich wurde schon oft gefragt, warum ich mich für die Pflege entschieden habe und warum ich trotz dieser schlechten Arbeitsbedingungen, dem wenigen Gehalt, den Einschränkungen im Privatleben, den problematischen Angehörigen, den schwierigen Pflegebedürftigen, den rückenbelastenden Arbeiten, den schweren Schicksalen, der fehlenden Anerkennung, den Streitigkeiten in Teams usw. in der Pflege bleibe."
"Ich liebe meinen Beruf und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nie das Handtuch schmeißen wollte oder nicht etwas anderes ausprobiert hätte. Es gibt jedoch keinen anderen Beruf, der mich so erfüllen könnte, wie der Beruf als Pflegekraft."
"Ich liebe meine Arbeit mit diesen unterschiedlichen, spannenden, auch mal komplizierten und anstrengenden Menschen. Ich liebe es mit ihnen zu lachen und auch ein gesundes Maß an Traurigkeit zu empfinden, wenn diese Menschen von uns gehen. Pflege muss man mit seinem Herzen leben, sonst ist man fehl am Platz. Niemand wird Menschlichkeit erlernen."
Die Pflege muss endlich gehört werden
Bibi liebt ihren Beruf und kämpft musikalisch darum, dass sich die schlechten Arbeitsbedingungen ändern. Mit ihrer Musik↗ will sie auf die Pflege aufmerksam machen: "Da ich um das kämpfe was ich liebe, werde ich nicht damit aufhören, auf die Pflege aufmerksam zu machen! Musik berührt die Menschen, transportiert Emotionen, erreicht auch Menschen außerhalb der Pflege. Musik ist meine Leidenschaft, genauso wie mein Beruf in der Pflege. Deshalb hoffe ich, dass sich viele Menschen von meinen Liedern inspirieren lassen und die Pflege Gehör bekommt. Diese Lieder, die ich für die Pflege schreibe, sollen provokant sein und für Aufsehen sorgen und zeigen, dass wir bereit sind zu kämpfen."
Warum unterstütze ich diese Petition
"Hoffnung überlebt immer in denen, die bereit sind, weiterzukämpfen. Und das werde ich für alle die, die Pflege leben und lieben. Deshalb unterstütze ich diese Petition und wünsche mir, dass viele Menschen unterschreiben, damit auch potenzielle Pflegekräfte Liebe für diesen Beruf entwickeln und nicht vor lauter Angst vor schlechten Rahmenbedingungen die Flucht ergreifen."
Mein typischer Pflegealltag in der stationären Pflege
- Ständiges Einspringen
- Schlechte Stimmungen in Teams
- Mangelnde Anerkennung des Berufstands
- Wenig Gehalt für die verantwortungsvolle Arbeit am Menschen, von deren Genauigkeit ein Menschenleben abhängig ist
- Fehlende Menschlichkeit, weil es nur noch um satt und sauber geht
- Zeitmangel bei der Versorgung, was bewirkt das auch einfachste zwischenmenschliche Gespräche nicht geführt werden können
- Keine Zeit für wichtige Gespräche für die zu betreuenden Menschen, die oftmals niemanden mehr zum Sprechen und zum Teilen ihrer Erinnerungen haben
- Gefährliche Gegebenheiten: Eine Fachkraft ist für mehrere Bereiche zuständig, ohne Pausen, mit mangelnder Erfahrung und Rückhalt der oberen Führungskräfte
Damit dieser Beruf endlich so ist wie er sein sollte
- Wir brauchen einen Personalschlüssel, der zulässt, dass wir die Menschen nicht nur waschen und ihnen Getränke und Essen anreichen, sondern sie begleiten können, ihnen Hoffnung, Geborgenheit und Einfühlvermögen geben können, ohne dass wir die Zeit im Nacken haben und ständig auf die Uhr sehen müssen.
- Wir brauchen mehr Personal in den Einrichtungen, damit auch Auszubildende etwas lernen können und nicht nur vor sich hinarbeiten und schon nach der Ausbildung ausgebrannt sind.
- Wir brauchen eine angemessene Bezahlung für einen Beruf, von dem Menschenleben abhängen! Es darf uns nicht benachteiligen, dass wir am und mit Menschen arbeiten, statt im Büro zu sein.
- Wir brauchen einheitliche Regelungen zur Krankheitsprävention, die zum Beispiel die kostenlose Nutzung eines Fitnessstudios oder Rückenschulungen beinhalten. Pflegekräfte machen einen harten Job, der sich auf den Körper auswirkt.
- Wir brauchen die Anerkennung in der Öffentlichkeit und die Bestätigung, dass wir gehört werden und sich etwas ändert!
Die Fachkraftquote kann nur steigen, wenn der Beruf wieder attraktiver gestaltet wird.
Pflege betrifft uns alle!
Macht mit https://www.change.org/pflegenotstand ↗ und sagt es allen weiter...
Bibi // Instagram↗ Youtube-Channel↗