Kampanya güncellemesiBerichten Sie wöchentlich über den Klimawandel!Der Goldene Schuss
Sonja SchuhmacherWeiden, Almanya
22 août 2017
Liebe UnterstützerInnen, der Junkie setzt sich den Goldenen Schuss, die Spritze ist prall gefüllt mit Kohlenstoff – Erdöl, Erdgas, Kohle – und keiner hält ihn auf (keiner, außer den Aktivisten von Ende Gelände, die sich in diesen Tagen zu Klimacamp und Protesten im Rheinland versammeln). Im Jahr des Klimaabkommens von Paris 2015 sind die CO2-Emissionen noch einmal massiv gestiegen. Damit das anders wird, brauchen wir nicht nur eine Energiewende, sondern damit gekoppelt auch eine Wärme- und eine Verkehrswende. Doch auch auf dem Gebiet der Verkehrswende fehlt es im Heimatland des Dieselskandals an koordinierten, sinnvollen Maßnahmen. Und in der Berichterstattung der Medien wird viel zu selten der Bogen geschlagen von den Warnungen der Klimaforscher zur Untätigkeit der Politiker – auch in der Verkehrspolitik. Bitte schreiben Sie an den Chefredakteur des SPIEGEL Klaus Brinkbäumer und an SPIEGEL-Redakteur Christian Wüst (unten finden Sie einen Formulierungsvorschlag) Danke für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße Ihre Sonja Schuhmacher Bund Naturschutz Weiden/Oberpf. christian.wuest@spiegel.de leserbriefe@spiegel.de Sehr geehrter Herr Brinkbäumer, sehr geehrter Herr Wüst, schon heute sterben in Deutschland jährlich tausende, womöglich zehntausende Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung, verursacht vor allem durch private Dieselfahrzeuge. Dieses Problem muss ebenso gelöst werden wie das Klimaproblem. Da ist es wenig hilfreich, die E-Mobilität schlechtzureden, wie es in Ihrem Beitrag „Strom-Illusionen“ (Heft 34/2017) geschieht. Das magische Wort „Reichweite“ zieht sich als Leitmotiv durch den Artikel. Dabei fehlt der Hinweis, dass das deutsche Auto täglich im Durchschnitt nur 40 Kilometer fährt. Und es fehlt noch vieles mehr: Zum Beispiel, dass Käufer eines Nissan Leaf für zwei Wochen im Jahr für Urlaubsfahrten einen kostenlosen Leihwagen mit Verbrennungsmotor erhalten. Oder dass Volvo ab 2019 nur noch E-Fahrzeuge und Hybride produzieren wird. Oder dass ein Tesla insgesamt (incl. Produktion) um 53 Prozent weniger Treibhausgase erzeugt als ein herkömmliches Luxusauto. Oder dass Tesla mittels Recycling 70 Prozent der durch die Batterieherstellung verursachten Emissionen einspart. Oder dass die vielen hochleistungsfähigen Batterien der künftigen Elektrofahrzeuge in Deutschland als Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom dienen könnten. Oder dass die zukunftsträchtige Batterieproduktion unbedingt nach Deutschland geholt und mit erneuerbaren Energien gespeist werden muss. Auch bleibt unbeleuchtet, welchen Anteil die Produktion eines Fahrzeugs am Gesamt-CO2-Ausstoß seiner Lebenszeit hat und dass etwa ein Land Rover Discovery schon in der Produktion fast sechsmal so viele Treibhausgase verursacht wie der Kleinwagen Citroen C1. Die Verkehrswende lässt sich nicht herbeiführen, indem man einfach die vorhandenen Privatfahrzeuge durch Elektroautos ersetzt, das stellen Sie ganz richtig fest. Aber nach Zukunftsperspektiven sucht man in Ihrem Beitrag vergeblich – wie etwa Car-Sharing (natürlich mit Elektrofahrzeugen), massiver Ausbau der Fahrradinfrastruktur, Ausbau eines zuverlässigen, preisgünstigen öffentlichen Nahverkehrs und Bahnverkehrs. All dies wären Bestandteile einer Wirtschaftspolitik, die sich vom Kult des Wirtschaftswachstums abwendet und den einzig sinnvollen Weg beschreitet: zu einer fairen, klimafreundlichen, menschenfreundlichen Postwachstums-Gesellschaft. Mit freundlichen Grüßen Interessante Links https://www.ende-gelaende.org/de/ http://www.goingelectric.de/2013/08/08/news/nissan-leaf-leihwagen-kostenlos/ https://www.theguardian.com/environment/green-living-blog/2010/sep/23/carbon-footprint-new-car https://www.quora.com/What-is-the-carbon-foot-print-of-manufacturing-a-Tesla
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