Petition updateKerosinregen, nein Danke! Transparenz ja Bitte!Wir haben Anzeige gestellt - wegen großflächiger Umweltverschmutzung
Initiative Pro Pfälzerwald
Sep 17, 2019

Kerosinablässe: Anzeige der Initiative Pro Pfälzerwald wegen vermuteter großflächiger Umweltverschmutzung bei der Kreisverwaltung Kaiserslautern und der Kreisverwaltung Südwestpfalz.

Wieder einmal hat am 17. September eine Frachtmaschine über dem Pfälzerwald 30 Tonnen Kerosin abgelassen. Bereits am 5. September hatte ein Frachtflugzeug der US-amerikanischen Fluggesellschaft Fedex über dem Südwesten 57,5 Tonnen Kerosin abgelassen, einen Teil davon über dem westlichen Pfälzerwald. Damit steigt die Belastung der Region seit Ende April auf mehr als 140 Tonnen.

Die Initiative Pro Pfälzerwald (IPP) fragte bezüglich des Ablasses am 5. September beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) nach den Gründen und bezog sich auf die politisch zugesagte Transparenz. Das Amt verwies an die Deutsche Flugsicherung (DFS); diese empfahl, sich für weitere Informationen über die Gründe des Ablasses an die Fluggesellschaft Fedex zu wenden, die Gründe würden der Flugsicherung nicht genannt, man wisse daher nicht darüber Bescheid. Man zitierte zudem eine lange ausstehende, im Mai dann veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts (UBA): Die Gefahr durch Kerosinablassen sei gering und unkritisch. Dabei war genau diese Studie wiederholt in der Kritik. Am 24.Mai hatte die SPD-Landtagsfraktion zu einem Fachgespräch über Kerosin-ablassen nach Mainz eingeladen. Dort wurde dagegen bestätigt, die Studie des UBA werte nur alte Messungen aus. Prof. Kaina von der Unimedizin Mainz wies jedoch darauf hin, die Nebenbestandteile und aktuellen Zusatzstoffe des Flugkerosins seien darin nicht berücksichtigt. Fazit des Fachgesprächs: Neue Untersuchungen und Messungen sind erforderlich, die Studie des UBA überzeugt nicht.

Umweltverschmutzung ist ein Offizialdelikt; deutsche Behörden sind hier für Aufklärung und ggf. Ahndung zuständig. Die Initiative Pro Pfälzerwald hat daher heute eine Anzeige wegen mutmaßlich großflächiger Umweltverschmutzung erstattet, jeweils bei der Kreisverwaltung Kaiserslautern und der Kreisverwaltung Südwestpfalz.

Die Anzeige der IPP wegen mutmaßlich großflächiger Umweltverschmutzung soll ein Anstoß für die Behörden sein, endlich zu handeln! Insbesondere kann es nicht sein, dass nach wie vor die Gründe für einen Ablass nicht von den Fluggesellschaften angegeben werden müssen. Offensichtlich ist auch, dass es keinerlei aussagekräftige Dokumentation oder Kontrolle zu den Ursachen des Ablasses gibt. Es ist schon auffällig, dass es sich in beiden Fällen wieder einmal um eine Frachtmaschine gehandelt hat. Man wird den Eindruck nicht los, dass diese Maschinen entweder überladen werden und deswegen nicht mehr mit vollem Tank (abzüglich einer Viertelstunde Flugzeit) landen können, wie es laut Zulassungsvorschrift alle Maschinen können müssen, oder es gab ein Problem mit Trieb- oder Fahrwerk, was auf schlechte Wartung der alten Maschinen schließen lässt.

Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Geheimniskrämerei bei den Angaben von Gründen. Piloten, die präzise Angaben zu den Ursachen (mindestens gemäß den Mindestabforderungen und gerne auch nach der sicheren Landung) verweigern, vergessen oder nicht machen dürfen, Dies wiederum trägt dazu bei, dass systematische Ursachen nicht gefunden werden können oder sollen!

Die Interessengemeinschaft Landschaft Südwest, vertreten von Rudolf Ahrens-Botzong unterstützt diese Forderung bzw. Anzeige der Initiative Pro Pfälzerwald.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cornelia Hegele-Raih, 1. Vorsitzende der Initiative Pro Pfälzerwald.

 

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