Keine Vorlesungen von Mo-Sa von 8-22 Uhr an der HM wegen Covid-19

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Von der Hochschulleitung kam gestern bereits ein Rundschreiben, das viele für absolut inakzeptabel erachten. Eine Verdichtung des Vorlesungsbetriebs mit 6-Tage-Woche und Vorlesungen bis 22:00 Uhr führt vielleicht auf dem Papier zum absolvieren der geforderten Stunden - jedoch wird bei einer solchen Verdichtung kein normaler Mensch mehr in der Lage zu sein, Wissen aufzunehmen. 

Kurz und knapp: Diese Petition ist kein Auflehnen gegen die Hochschule oder die Fakultäten. Es geht rein darum dass Studenten, die nebenbei Arbeiten müssen, nicht die Existenzgrundlage entzogen wird. Die Fakultäten MÜSSEN die Vorlesungzeiten so legen dass das Studienziel (so gut es geht) erreicht werden kann und GLEICHZEITIG das Arbeiten möglich ist.
Diese Existenzangst lässt viele Studenten verzweifeln, da es um das GESAMTE Studium geht, nicht nur ein Semester.
Um dies zu verhindern haben wir die Petition gestartet und aber im gleichen Zuge konstruktive Vorschläge gemacht, wie aus unserer Sicht sinnvoll mit der Situation umgegangen werden kann. 
Die unerlässlichsten Punkte wären zum einen ein umfassendes Angebot an Online-Vorlesungen und zum anderen eine Sonderregelung des Urlaubssemester um jetzt noch Anträge annehmen und genehmigen zu können.

Dabei gibt es noch viele weitere Probleme die es anzugehen gilt.

Zum einen dass die ECTS eines Semesters an eine Stundenzahl geknüpft sind, die zu ca. 2/3 Eigenstudium sind. Dieses Eigenstudium wird in der aktuellen Rechnung der Hochschulleitung offenbar überhaupt nicht berücksichtigt. Außer, man führt die 9-Tage Woche mit 28h pro Tag ein. Wir sind der Meinung, dass dadurch das physische und psychische Wohl der Studierenden gefährdet wird.

Des Weiteren werden Studierende, die sich ihr Studium durch einen Nebenjob finanzieren, selbigen aufgrund der Verdichtung nicht mehr ausüben können, was wiederum die Studienfinanzierung gefährdet. Wir befürchten daher, dass sich bei manchen Studierenden durch die fehlende Zeit für Nebenjobs finanzielle Notlagen ergeben werden, die zum Studienabbruch führen können. Oder man arbeitet zwar, erreicht dann aber aufgrund der Verdichtung die Studienziele nicht. Durch die Verdichtung wäre also nicht nur die Gesundheit gefährdet, sondern auch die freie Berufswahl (GG Art 12) eingeschränkt.

Dazu kommt, dass niemand weiß, wie sich Corona tatsächlich ausbreiten wird. Ggf. werden auch nach dem 20.4. keine Präsenzvorlesungen erlaubt sein - auch darauf sollten wir uns und die Hochschulleitung vorbereiten!

Vorschläge:

  • Studentische Hilfskräfte zur technischen Unterstützung der Professoren und Lehrbeauftragten anstellen - ggf. auch deren Leistung als Studienarbeit anrechenbar.
  • Vorlesungen als Video aufzeichnen und auf Moodle oder einer anderen Plattform zur Verfügung stellen.
  • Vorlesungen als Livestream mit Chat und als VOD (Video on Demand).
  • Vorlesung mithilfe der Software Zoom live Streamen, die Software ist laut Studenten ähnlich wie Skype, nur für mehr Teilnehmer und perfekt geeignet für Vorlesungen.
  • Software Ilias zum Livestreamen verwenden. Mit der richtigen Einrichtung kann dies super zum Streamen und interaktion von/mit Vorlesungen und Austausch von Unterlagen verwendet werden. Die Software ist open source und muss nur auf einem Server Installiert werden (z.B. LRZ), die Studenten können diesen Service dann via Browser abrufen. Dazu ist keine zusätzliche Software von Seite der Studenten aus nötig.
  • Interaktive Lernunterlagen und unbenotete Wissenskontrollen via Moodle
  • Praktika und VTP und MTP aufgrund der kleinen Gruppengrößen von z.T. nur zwei bis ca. zehn Studierenden im Rahmen der "Forschungstätigkeit" trotz der Corona-Situation als Präsenzveranstaltung abhalten.
  • Hochladen aller für die Prüfungen wichtigen Unterlagen auf Moodle (Skripte ohne Lückentext, Übungsaufgaben und Altklausuren mit ausführlichen Lösungen mit Rechenweg und Kommentaren) - so früh wie möglich.
  • Moodle Kurse im Schwarzen Brett, als Tabelle auf der HM-Website oder direkt im Stundenplan erwähnen
  • Wenn Lernunterlagen z.B. auf Moodle zur Verfügung gestellt werden, soll gewährleistet werden, dass Studenten darauf hingewiesen werden, dass neuer Inhalt online zur Verfügung steht.
  • Übungsaufgaben und Altklausuren mit detaillierten Lösungen zur Verfügung stellen
  • Sprechstunde via Skype oder AdobeConnect

Wir sehen Corona aber auch als Katalysator für gesellschaftliche und technologische Weiterentwicklung. Das ist eine einmalige Chance auch für die Hochschule und uns Studierende, neue, kreative und moderne Lehrformate zu implementieren und sich damit auch in Zeiten nach Corona noch von anderen Hochschulen und Universitäten positiv hervortun zu können. Das sollten wir der Hochschulleitung klar machen - und schmackhaft machen!

Forderungen:

  • Alle getroffenen Maßnahmen sollten für das gesamte Semester anwendbar sein, denn es sollte auch für Studenten in Quarantäne oder mit Vorerkrankung möglich sein, sich ausreichend auf die Prüfungen Vorzubereiten. Außerdem ist es möglich und sogar wahrscheinlich, dass auch nach dem 20.4. kein Lehrbetrieb erlaubt sein wird. Ob der Semesterstart nun nochmal verschoben wird oder nicht - zumindest sollte man darauf vorbereitet sein
  • Deklarierung des Zeitraums bis 20.4. als vorlesungsfreie Zeit, (Hochschule Neu Ulm hat dies schon umgesetzt) um höhere Wochenstunden als Werkstudent zu ermöglichen. Auch wenn Vorlesungen digital zur Verfügung gestellt werden, wird den Studierenden in dieser Situation eine hohe Flexibilität abverlangt. Durch Überstundenaufbau bis zum 20.4. ist für viele sicher eine erhöhte Flexibilität unter dem Semester realisierbar.
    (Link zur HNU https://www.hnu.de/studium/im-studium/faq-zur-verschiebung-der-praesenzveranstaltungen#c1016141 )
  • Keine Verdichtung des Stundenplans! Keine Vorlesungen an Wochenenden oder spät Abends! Aufgrund anspruchsvoller Studienarbeiten gerade im Ingenieursbereich ist eine Verdichtung des Stundenplans nicht mit den Lernzielen vereinbar. Bei einer 6-Tage-Woche und Vorlesungen bis 22:00 Uhr wird kein Wissen hängen bleiben.
  • Viele Studierende müssen des Weiteren zur Finanzierung ihres Studiums arbeiten. Sollte der Stundenplan infolge des verzögerten Semesterstarts verdichtet werden, muss ein Urlaubssemester auch nachträglich genehmigt werden können oder es muss die Regelstudienzeit um ein Semester erhöht werden. Ansonsten kann es dazu führen, dass Studierende aus finanziellen Gründen ihr Studium nicht fortsetzen können oder die Höchststudiendauer überschreiten. Dadurch wäre die freie Berufswahl gemäß GG Art 12 eingeschränkt.
  • Keine Verkürzung der Sommersemesterferien. Z.T. sind bereits Reisen gebucht!
  • Informationen zu Praxissemester, Erasmussemester, etc zur Verfügung stellen.
  • Anpassung der Prüfungen und Projekt-/Studienarbeiten auf ggf. verkürzte Vorlesungszeit
  • Urlaubssemester großzügig genehmigen. Dies reduziert die Belastung für Hochschule und Studierende.
  • Anpassung / Lockerung von Fristen.

Vielen Dank dass du bis zum Ende gelesen hast. Es ist leider ein sehr komplexes Thema, deswegen wollen wir auch der Hochschule aufzeigen welche anderen Möglichkeiten es gibt, und je mehr Unterschriften wir haben desto besser nimmt die Hochschule unsere Vorschläge an. Bei weiteren Problemen und/oder Anregungen gerne melden an 

Ursula Grziwa, grziwa@hm.edu
Jean-Luc von Wilcken, wilcken@hm.edu
Nathalie Ulrich, nulrich@hm.edu
Ansgar Dirscherl a.dirscherl@hm.edu


Viele liebe Grüße aus den Fachschaften 03 und 09 und auf ein erträgliches Semester!
Florian Gronau, Uschi Grziwa, Jean-Luc von Wilcken, Nathalie Ulrich und Ansgar Dirscherl