Keine Gewährung eines 5. und 6. Wasserkraftwerkes auf der Kurzstrecke - Garching a. d. Alz


Keine Gewährung eines 5. und 6. Wasserkraftwerkes auf der Kurzstrecke - Garching a. d. Alz
Das Problem
Hallo liebe LeserInnen und Diverse,
Ich möchte mich hierzuorts für die aktuell stark bedrohte Natur einsetzen, und ein weiteres sinnloses Kraftwerk verhindern. Es sind auf einer Flussstrecke von knapp 27,3km schon insgesamt 4 Kraftwerke am Netz.
Ein weiteres, fünftes und sogar sechtes Kraftwerk würde die ohnehin schon stark beanspruchte Teil-Strecke des Flusses, und somit intakte Natur, wie extra angelegte "naturnahe Brennen" (Naturwiesencharakter mit Artenreichem Angebot an Flora), natürliche Ufer, eine extra geschaffene Fischversuchsstrecke, weiterhin belasten.
Untersuchungen der TU München zeigen bei Wasserkraftschnecken, wie beim geplanten Projekt, eine Fischsterblichkeit von 5-10%, bei der Fischart "Nase" sogar bis 25%. Wegen der geringen Population dieser Fischart wäre das Kraftwerk ein weiterer dramatischer Einschnitt in die Gewässerökologie.Die Wasserrahmenrichtlinien bewerten den aktuellen Zustand der Alz bereits als "nur mäßig".
Ebenso ohnehin schon stark gefährdete Arten wie den Eisvogel oder die Äskulapnatter, und zahlreiche Amphibienarten welche auf dieses Ökosystem angewiesen sind. Auch Pflanzen wie das Tausendgüldenkraut und der Kreuzenzian würden mit einem weiteren Eingriff reduziert.
Bei der erwarteten elektrischen Durchschnittsleistung des Kraftwerks von 150 kW wäre die erzeugte Jahresstrommenge weniger als 1 Promille des jetzt schon im gesamten Landkreis AÖ erzeugten Stroms aus Wasserkraft und stünde in keinem Verhältnis zu den dann unterbundenden Möglichkeiten zur Dynamisierung.
Üblicherweise werden Kleinwasserkraftwerke an das örtliche 20 KV - Netz angeschlossen. Angesichts des Umstands, dass viele Bürger-PV-Anlagen im regionalen Umfeld ebenfalls in das 20 KV - Netz einspeisen, besteht die Gefahr, dass tagsüber Bürger-PV-Anlagen wegen Netzüberlastung nicht einspeisen dürfen, weil das Kleinwasserkraftwerk Vorrang hätte.
Das Geothermiekraftwerk in Garching/Bruck erzeugt bereits 5 MW CO2-freien Strom. Das funktioniert aber nur, weil das Wasser der Alz für die Kühlung genutzt wird und somit die Alz weiter aufgeheizt wird.
Das Alzwasser wird bereits an diversen Bauwerken für die Energieerzeugung und als Kühlwasser verwendet. Das geplante Kraftwerk befindet sich in einer Restwasserstrecke, die von den zuständigen Behörden als absolut notwendig für den Fluss eingestuft wurde. Weitere Eingriffe, die einen zukünftigen Ausbau der Alz in einen ökologisch dynamischen Wasserkörper blockieren, gerade im Restwasserbereich, sind zu unterlassen. Dies gilt auch für Kleinwasserkraftwerke mit Fischaufstiegshilfe!
"Brennen-Charakter im Bereich der umgebenden Auen ist für den Landkreis Altötting einzigartig". - Quelle LRA AÖ:
„Das Alztal ist mit dem Inn die wesentliche Biotopverbundachse des Landkreises Altötting. Entlang dieser Verbundachse können sich Pflanzen- und Tierarten des Alpenraums nach Norden ausbreiten. Besonders artenreich sind magere Offenlandstandorte auf kiesigen Ablagerungen der Alz (= Brennen). Die Pflege und Wiederherstellung dieser Lebensräume zählt zu den vordringlichsten Zielen des Arten- und Biotopschutzes im Landkreis Altötting. Zur Umsetzung dieses Zieles wurde von 2011-2017 unter der Trägerschaft des Landkreises Altötting das Projekt "Sicherung, Vernetzung und Wiederherstellung von Brennen im mittleren Alztal" durchgeführt. Als Beitrag zur Herstellung des landesweiten Biotopverbundes wurde das Projekt in die Initiative BayernNetzNatur des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz aufgenommen und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert“.
Aktuelle Datenlage der Kraftwerke:
Kraftwerk/ Standort / Bezeichnung
Installierte Leistung:
- Trostberg (Werk 1):
- Trostberg~ 1,8 MW
- Trostberg (Werk 2): / Schalchen
- Schalchen / Trostberg
- ~ 0,33 MW
- Tacherting (Stufe):
- Tacherting
- ~ 8 MW
Carowerk in Hirten:
- Hirten (Alzkanal → Carowerk)
- ~ 19 MW
Also gibt es vier größere Anlagen in diesem Abschnitt: (Trostberg zwei, Tacherting eins, Carowerk/Hirten eins) mit einer Gesamtleistung von rund 29 MW (1,8 + 0,33 + 8 + 19 = ~29,1 MW).
Aktuelle Leistung und Schwankungen:
- Aufgrund von Trockenheit sinkt die tatsächlich erzeugte Leistung unter das Maximum.
Zum Beispiel:
- Das Werk in Hirten hat eine maximale Leistung von 19.000 kW (≈ 19 MW), aber bei geringem Wasserstand wird die Leistung deutlich reduziert.
- Tacherting: max ~8,5 MW, in Trockenzeiten etwa halb so viel.
- Trostberg: normalerweise ~1,3–1,9 MW, bei Trockenheit nur ~600 kW.
Es gibt gesetzliche Auflagen zu Mindestwassermengen, die im Flussbett verbleiben müssen, wodurch die Abzweigung zum Kanal limitiert wird.
Argumente gegen ein weiteres Kraftwerk an dieser Stelle
Basierend auf Umweltwissenschaft, Technik und lokalen Gegebenheiten:
- Begrenztes Wasserdargebot und Trockenheit:
In Trockenzeiten führt die Alz bereits jetzt zu stark reduzierter Leistung (manche Werke produzieren nur halb so viel wie möglich). - Ein zusätzliches Kraftwerk beansprucht Wasser, das dann weniger für bestehende Werke und die Natur verfügbar ist.
- Weitere Ökologische Schäden!
Restwasserbedarf: Es muss genügend Wasser im Flussbett verbleiben, um Flora, Fauna, insbesondere Fischwanderung, Ufervegetation und Lebensräume zu erhalten. Neue Abzweigungen und Kanalanlagen stören oft diesen Flussverlauf und senken die Durchgängigkeit.
Sedimenttransport und Erosion: Kanäle, Wehre und Abzweigungen unterbrechen normalerweise den natürlichen Sedimentfluss, was flussabwärts zu Sohleinsturz, Uferabbrüchen oder Versanden führen kann.
Natur- und Landschaftsschutz:
- Flussauen, Uferzonen und Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen werden massiv beeinträchtigt.
- Veränderungen in der Wasserqualität (z. B. Temperatur, Sauerstoffgehalt, Eutrophierung bestimmter Gewässerabschnitte), durch gestauten oder umgeleiteten Wasserfluss.
- Algenwachstum und Bildung gefährlicher Gase-->gesundheitliche Beeinträchtigungen badender Bürger
Rechtliche und regulatorische Grenzen:
- Wasserrahmenrichtlinie: (WRRL) der EU verlangt einen guten ökologischen Zustand der Gewässer bis 2027. Wenn bereits bestehende Anlagen die Belastungsgrenzen nahe erfüllen, wird ein weiteres Kraftwerk die Erfüllung erschweren!
Mindestwasserführungspflichten, Umweltschutzauflagen, mögliche Konflikte mit Naturschutzgebieten. - Nach EU-Recht verpflichten wir uns zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer und der Wiederherstellung unserer Ökosysteme.Dies verpflichtet dazu, geschädigte Gewässer zu verbessern und Biodiversität zu fördern.
Wirtschaftliche Fragen:
Sinkende Produktion bei Trockenheit macht die Wirtschaftlichkeit fraglich. Wenn ein Kraftwerk oft nicht mit Volllast laufen kann, ist die Amortisation schwieriger. (Amortisation bezeichnet den Prozess, bei dem Schulden oder finanzielle Verbindlichkeiten über einen bestimmten Zeitraum in regelmäßigen Raten abbezahlt werden).
Steuergelder sinnvoller einsetzen:
- Kleine Wasserkraft wird in Bayern mit bis zu 25% der Bausumme gefördert, max. 300.000€; zusätzlich EEG-Vergütung (12 Cent pro kW/h) - Diese Mittel wären sinnvoller in den direkten Umbau der Sohlschwelle investiert.
Kosten durch ökologische Kompensationsmaßnahmen (z. B. Fischpässe, Restwasserregelungen) steigen und ebenfalls hohe Kosten durch Rückbauarbeiten.
Konkurrenz durch bessere Technologien (Solar, Wind, Speicher) – in manchen Fällen sind diese weniger schädlich für Natur und können effizienter sein.
Gesellschaftliche und ästhetische Aspekte:
- Der Fluss als Erholungsraum, Landschaftsbild, Freizeitnutzung wird leiden.
- Dazu ist die allgemeine Einschätzung der Bevölkerung zu Umweltthemen hoch. Ebenso das Verständnis für Widerstand gegen weitere Eingriffe in die Natur.
Des weiteren sind folgende Punkte nicht geklärt:
- Ist ein Aufstauen über das derzeitige Niveau sinnvoll? Bei Starkregen und Hochwasser passiert es bereits, dass Anwohnern oberhalb des Wehrs die Keller vollaufen.
- Wie soll das Wasser zur Schnecke gelangen? Es sind womöglich Schleusen über die gesamte Flussbreite notwenig? Wie hoch würden diese sein? Sicherlich wird das keine Kleinigkeit, diese müssen schließlich Hochwasser aushalten!
- Auf welchem Grundstück soll das Generatorhaus stehen? Bei den umliegenden Werken sind noch zusätzliche Flächen benötigt, die sicherlich nicht dem Freistaat Bayern gehören.
- Dazu sind noch keine Informationen über eventuell schon beschlossene Kaufverträge einsehbar.
- Wem gehören die Grundstücke?
- Ist der "Direktverkauf" des Stromes evtl. das beabsichtigte Geschäftsmodell? Anstatt sinnvollerem dezentraler Energieversorgung?
- Lautstärke des Kraftwerks bei naheliegenden Anwohnern ist zu beachten!
- Wo entstehen Anlagen zur Lagerung zum Abtransport des Treibgutes?
- Der nächste größte Bannwald der Gegend wird wohl teils für einen Windpark weichen müssen. Wie passt das zu den ökologisch sinnvollen Standards?
- Wenn schon 4 große Kraftwerke auf 27km Flusstrecke laufen, sind die Energiewirtschaftlichen, sowie finanziellen Erträge überhaupt ausreichend, um einen solch immensen Eingriff in die Natur zu rechtfertigen? WIR SAGEN NEIN!!
Die naturschutzfachlich sehr wertvollen Bereiche in den umgebenden Auenflächen weisen eindeutig den Charakter einer FFH-Fläche aus. Der Bereich sollte daher zeitnah als FFH-Fläche an die EU gemeldet werden. Insbesondere sollte daher auch im Verfahren mit der umgebenen Fläche entsprechen umgegangen werden.
Auch für naturinteressierte Besucher gibt es ein Wegenetz für die Beobachtung seltener Pflanzen und Insekten.
Der Auenbereich im Umfeld des geplanten Wasserkraftwerks ist ebenfalls ein wertvolles Naherholungsgebiet für die Garchinger Bürgerinnen und Bürger.
Im betroffenen Auenbereich wurden vom Bund Naturschutz bereits zwei GEO-Tage durchgeführt mit vielen dokumentieren Arten.
Der Biotop-Charakter vieler Auenflächen in diesem Gebiet ist bereits von der UNB im Rahmen einer umfangreichen Biotopkartierung ausgewiesen (siehe Bayernatlas).
Eine Fischaufstiegshilfe, wie sie im Rahmen des Projektes angeblich geplant ist, stellt aber noch lange keine biologische Durchgängigkeit her gemäß der Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie. Diese biologische Durchgängigkeit würde viel besser durch eine Sohlrampe geschaffen werden, die in das Wehr gebaut werden könnte. Damit könnte bei einer weiter bestehenden Dynamik eine umfassende Durchgängigkeit erreicht werden.
Mit der Gründung der Bürgerinitiative "Lebendige Alz" am 15.01.2026, wurde eine kommunale Gemeinschaft in Garching ins Leben gerufen, die sich (keiner politischen Partei zugehörig), für den Schutz unserer Alz und ihrer Auen und GEGEN sinnlose "neue" Kraftwerke einsetzt.
Hiermit bitte ich um Mithilfe zur Rettung und zur sinnvollen Nutzung des Naherholungsgebiets Wald an der Alz.
Wir freuen uns über Interesse und Kontaktaufnahme unter: lebendige.alz@gmx.de
Vielen Dank für Ihre Zeit. - Updates folgen :)
Quellenverzeichnis:
https://www.niederbayern-wiki.de/wiki/Alzwerke
https://www.niederbayern-wiki.de
https://www.pnp.de/archiv/1/leistung-der-alz-kraftwerke-halbiert
https://www.wwa-ts.bayern.de/projekte/wrrl_alz/alt_bis_tat/index
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Das Problem
Hallo liebe LeserInnen und Diverse,
Ich möchte mich hierzuorts für die aktuell stark bedrohte Natur einsetzen, und ein weiteres sinnloses Kraftwerk verhindern. Es sind auf einer Flussstrecke von knapp 27,3km schon insgesamt 4 Kraftwerke am Netz.
Ein weiteres, fünftes und sogar sechtes Kraftwerk würde die ohnehin schon stark beanspruchte Teil-Strecke des Flusses, und somit intakte Natur, wie extra angelegte "naturnahe Brennen" (Naturwiesencharakter mit Artenreichem Angebot an Flora), natürliche Ufer, eine extra geschaffene Fischversuchsstrecke, weiterhin belasten.
Untersuchungen der TU München zeigen bei Wasserkraftschnecken, wie beim geplanten Projekt, eine Fischsterblichkeit von 5-10%, bei der Fischart "Nase" sogar bis 25%. Wegen der geringen Population dieser Fischart wäre das Kraftwerk ein weiterer dramatischer Einschnitt in die Gewässerökologie.Die Wasserrahmenrichtlinien bewerten den aktuellen Zustand der Alz bereits als "nur mäßig".
Ebenso ohnehin schon stark gefährdete Arten wie den Eisvogel oder die Äskulapnatter, und zahlreiche Amphibienarten welche auf dieses Ökosystem angewiesen sind. Auch Pflanzen wie das Tausendgüldenkraut und der Kreuzenzian würden mit einem weiteren Eingriff reduziert.
Bei der erwarteten elektrischen Durchschnittsleistung des Kraftwerks von 150 kW wäre die erzeugte Jahresstrommenge weniger als 1 Promille des jetzt schon im gesamten Landkreis AÖ erzeugten Stroms aus Wasserkraft und stünde in keinem Verhältnis zu den dann unterbundenden Möglichkeiten zur Dynamisierung.
Üblicherweise werden Kleinwasserkraftwerke an das örtliche 20 KV - Netz angeschlossen. Angesichts des Umstands, dass viele Bürger-PV-Anlagen im regionalen Umfeld ebenfalls in das 20 KV - Netz einspeisen, besteht die Gefahr, dass tagsüber Bürger-PV-Anlagen wegen Netzüberlastung nicht einspeisen dürfen, weil das Kleinwasserkraftwerk Vorrang hätte.
Das Geothermiekraftwerk in Garching/Bruck erzeugt bereits 5 MW CO2-freien Strom. Das funktioniert aber nur, weil das Wasser der Alz für die Kühlung genutzt wird und somit die Alz weiter aufgeheizt wird.
Das Alzwasser wird bereits an diversen Bauwerken für die Energieerzeugung und als Kühlwasser verwendet. Das geplante Kraftwerk befindet sich in einer Restwasserstrecke, die von den zuständigen Behörden als absolut notwendig für den Fluss eingestuft wurde. Weitere Eingriffe, die einen zukünftigen Ausbau der Alz in einen ökologisch dynamischen Wasserkörper blockieren, gerade im Restwasserbereich, sind zu unterlassen. Dies gilt auch für Kleinwasserkraftwerke mit Fischaufstiegshilfe!
"Brennen-Charakter im Bereich der umgebenden Auen ist für den Landkreis Altötting einzigartig". - Quelle LRA AÖ:
„Das Alztal ist mit dem Inn die wesentliche Biotopverbundachse des Landkreises Altötting. Entlang dieser Verbundachse können sich Pflanzen- und Tierarten des Alpenraums nach Norden ausbreiten. Besonders artenreich sind magere Offenlandstandorte auf kiesigen Ablagerungen der Alz (= Brennen). Die Pflege und Wiederherstellung dieser Lebensräume zählt zu den vordringlichsten Zielen des Arten- und Biotopschutzes im Landkreis Altötting. Zur Umsetzung dieses Zieles wurde von 2011-2017 unter der Trägerschaft des Landkreises Altötting das Projekt "Sicherung, Vernetzung und Wiederherstellung von Brennen im mittleren Alztal" durchgeführt. Als Beitrag zur Herstellung des landesweiten Biotopverbundes wurde das Projekt in die Initiative BayernNetzNatur des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz aufgenommen und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert“.
Aktuelle Datenlage der Kraftwerke:
Kraftwerk/ Standort / Bezeichnung
Installierte Leistung:
- Trostberg (Werk 1):
- Trostberg~ 1,8 MW
- Trostberg (Werk 2): / Schalchen
- Schalchen / Trostberg
- ~ 0,33 MW
- Tacherting (Stufe):
- Tacherting
- ~ 8 MW
Carowerk in Hirten:
- Hirten (Alzkanal → Carowerk)
- ~ 19 MW
Also gibt es vier größere Anlagen in diesem Abschnitt: (Trostberg zwei, Tacherting eins, Carowerk/Hirten eins) mit einer Gesamtleistung von rund 29 MW (1,8 + 0,33 + 8 + 19 = ~29,1 MW).
Aktuelle Leistung und Schwankungen:
- Aufgrund von Trockenheit sinkt die tatsächlich erzeugte Leistung unter das Maximum.
Zum Beispiel:
- Das Werk in Hirten hat eine maximale Leistung von 19.000 kW (≈ 19 MW), aber bei geringem Wasserstand wird die Leistung deutlich reduziert.
- Tacherting: max ~8,5 MW, in Trockenzeiten etwa halb so viel.
- Trostberg: normalerweise ~1,3–1,9 MW, bei Trockenheit nur ~600 kW.
Es gibt gesetzliche Auflagen zu Mindestwassermengen, die im Flussbett verbleiben müssen, wodurch die Abzweigung zum Kanal limitiert wird.
Argumente gegen ein weiteres Kraftwerk an dieser Stelle
Basierend auf Umweltwissenschaft, Technik und lokalen Gegebenheiten:
- Begrenztes Wasserdargebot und Trockenheit:
In Trockenzeiten führt die Alz bereits jetzt zu stark reduzierter Leistung (manche Werke produzieren nur halb so viel wie möglich). - Ein zusätzliches Kraftwerk beansprucht Wasser, das dann weniger für bestehende Werke und die Natur verfügbar ist.
- Weitere Ökologische Schäden!
Restwasserbedarf: Es muss genügend Wasser im Flussbett verbleiben, um Flora, Fauna, insbesondere Fischwanderung, Ufervegetation und Lebensräume zu erhalten. Neue Abzweigungen und Kanalanlagen stören oft diesen Flussverlauf und senken die Durchgängigkeit.
Sedimenttransport und Erosion: Kanäle, Wehre und Abzweigungen unterbrechen normalerweise den natürlichen Sedimentfluss, was flussabwärts zu Sohleinsturz, Uferabbrüchen oder Versanden führen kann.
Natur- und Landschaftsschutz:
- Flussauen, Uferzonen und Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen werden massiv beeinträchtigt.
- Veränderungen in der Wasserqualität (z. B. Temperatur, Sauerstoffgehalt, Eutrophierung bestimmter Gewässerabschnitte), durch gestauten oder umgeleiteten Wasserfluss.
- Algenwachstum und Bildung gefährlicher Gase-->gesundheitliche Beeinträchtigungen badender Bürger
Rechtliche und regulatorische Grenzen:
- Wasserrahmenrichtlinie: (WRRL) der EU verlangt einen guten ökologischen Zustand der Gewässer bis 2027. Wenn bereits bestehende Anlagen die Belastungsgrenzen nahe erfüllen, wird ein weiteres Kraftwerk die Erfüllung erschweren!
Mindestwasserführungspflichten, Umweltschutzauflagen, mögliche Konflikte mit Naturschutzgebieten. - Nach EU-Recht verpflichten wir uns zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer und der Wiederherstellung unserer Ökosysteme.Dies verpflichtet dazu, geschädigte Gewässer zu verbessern und Biodiversität zu fördern.
Wirtschaftliche Fragen:
Sinkende Produktion bei Trockenheit macht die Wirtschaftlichkeit fraglich. Wenn ein Kraftwerk oft nicht mit Volllast laufen kann, ist die Amortisation schwieriger. (Amortisation bezeichnet den Prozess, bei dem Schulden oder finanzielle Verbindlichkeiten über einen bestimmten Zeitraum in regelmäßigen Raten abbezahlt werden).
Steuergelder sinnvoller einsetzen:
- Kleine Wasserkraft wird in Bayern mit bis zu 25% der Bausumme gefördert, max. 300.000€; zusätzlich EEG-Vergütung (12 Cent pro kW/h) - Diese Mittel wären sinnvoller in den direkten Umbau der Sohlschwelle investiert.
Kosten durch ökologische Kompensationsmaßnahmen (z. B. Fischpässe, Restwasserregelungen) steigen und ebenfalls hohe Kosten durch Rückbauarbeiten.
Konkurrenz durch bessere Technologien (Solar, Wind, Speicher) – in manchen Fällen sind diese weniger schädlich für Natur und können effizienter sein.
Gesellschaftliche und ästhetische Aspekte:
- Der Fluss als Erholungsraum, Landschaftsbild, Freizeitnutzung wird leiden.
- Dazu ist die allgemeine Einschätzung der Bevölkerung zu Umweltthemen hoch. Ebenso das Verständnis für Widerstand gegen weitere Eingriffe in die Natur.
Des weiteren sind folgende Punkte nicht geklärt:
- Ist ein Aufstauen über das derzeitige Niveau sinnvoll? Bei Starkregen und Hochwasser passiert es bereits, dass Anwohnern oberhalb des Wehrs die Keller vollaufen.
- Wie soll das Wasser zur Schnecke gelangen? Es sind womöglich Schleusen über die gesamte Flussbreite notwenig? Wie hoch würden diese sein? Sicherlich wird das keine Kleinigkeit, diese müssen schließlich Hochwasser aushalten!
- Auf welchem Grundstück soll das Generatorhaus stehen? Bei den umliegenden Werken sind noch zusätzliche Flächen benötigt, die sicherlich nicht dem Freistaat Bayern gehören.
- Dazu sind noch keine Informationen über eventuell schon beschlossene Kaufverträge einsehbar.
- Wem gehören die Grundstücke?
- Ist der "Direktverkauf" des Stromes evtl. das beabsichtigte Geschäftsmodell? Anstatt sinnvollerem dezentraler Energieversorgung?
- Lautstärke des Kraftwerks bei naheliegenden Anwohnern ist zu beachten!
- Wo entstehen Anlagen zur Lagerung zum Abtransport des Treibgutes?
- Der nächste größte Bannwald der Gegend wird wohl teils für einen Windpark weichen müssen. Wie passt das zu den ökologisch sinnvollen Standards?
- Wenn schon 4 große Kraftwerke auf 27km Flusstrecke laufen, sind die Energiewirtschaftlichen, sowie finanziellen Erträge überhaupt ausreichend, um einen solch immensen Eingriff in die Natur zu rechtfertigen? WIR SAGEN NEIN!!
Die naturschutzfachlich sehr wertvollen Bereiche in den umgebenden Auenflächen weisen eindeutig den Charakter einer FFH-Fläche aus. Der Bereich sollte daher zeitnah als FFH-Fläche an die EU gemeldet werden. Insbesondere sollte daher auch im Verfahren mit der umgebenen Fläche entsprechen umgegangen werden.
Auch für naturinteressierte Besucher gibt es ein Wegenetz für die Beobachtung seltener Pflanzen und Insekten.
Der Auenbereich im Umfeld des geplanten Wasserkraftwerks ist ebenfalls ein wertvolles Naherholungsgebiet für die Garchinger Bürgerinnen und Bürger.
Im betroffenen Auenbereich wurden vom Bund Naturschutz bereits zwei GEO-Tage durchgeführt mit vielen dokumentieren Arten.
Der Biotop-Charakter vieler Auenflächen in diesem Gebiet ist bereits von der UNB im Rahmen einer umfangreichen Biotopkartierung ausgewiesen (siehe Bayernatlas).
Eine Fischaufstiegshilfe, wie sie im Rahmen des Projektes angeblich geplant ist, stellt aber noch lange keine biologische Durchgängigkeit her gemäß der Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie. Diese biologische Durchgängigkeit würde viel besser durch eine Sohlrampe geschaffen werden, die in das Wehr gebaut werden könnte. Damit könnte bei einer weiter bestehenden Dynamik eine umfassende Durchgängigkeit erreicht werden.
Mit der Gründung der Bürgerinitiative "Lebendige Alz" am 15.01.2026, wurde eine kommunale Gemeinschaft in Garching ins Leben gerufen, die sich (keiner politischen Partei zugehörig), für den Schutz unserer Alz und ihrer Auen und GEGEN sinnlose "neue" Kraftwerke einsetzt.
Hiermit bitte ich um Mithilfe zur Rettung und zur sinnvollen Nutzung des Naherholungsgebiets Wald an der Alz.
Wir freuen uns über Interesse und Kontaktaufnahme unter: lebendige.alz@gmx.de
Vielen Dank für Ihre Zeit. - Updates folgen :)
Quellenverzeichnis:
https://www.niederbayern-wiki.de/wiki/Alzwerke
https://www.niederbayern-wiki.de
https://www.pnp.de/archiv/1/leistung-der-alz-kraftwerke-halbiert
https://www.wwa-ts.bayern.de/projekte/wrrl_alz/alt_bis_tat/index
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Petition am 11. Oktober 2025 erstellt