Keine Aufnahme der Wölfe in das Jagdgesetz

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 50.000.

Bei 50.000 Unterschriften wird diese Petition zu eine der meist gezeichneten Petitionen auf Change.org!

Die Niedersächsische Landesregierung möchte per Eilverfahren den Wolf in das Jagdrecht überstellen. Und das obwohl

-- laut Grundgesetz alleine der Bund für das Artenschutzrecht gesetzgebend ist. Der Übertrag von durch das Naturschutzrecht geschützte Arten in das Landesjagdrecht ist daher verfassungswidrig. Die Verfassung würde Veränderungen nur dann erlauben, wenn alle Inhalte des Artenschutzes dort abgebildet würden, ein Zustand von dem das deutsche Jagdrecht jedoch noch weit entfernt ist. Problematisch würde ein Übertrag zudem auch für die Jagdbehörden: das auf der verfassungswidrigen Vorschrift beruhende Verwaltungshandeln - etwa der Erlass einer Ausnahmegenehmigung zum Abschuss verhaltensauffälliger oder schwerverletzter Tiere, oder die Erlaubnis zum Wolfsmonitoring durch die Jagdbehörde, ist dann automatisch rechtswidrig, selbst wenn sie fachlich notwendig sind. 

-- 8 Jahre Wolf im Jagdrecht in Sachsen keinerlei Vorteile im Sinne von Rechtssicherheit gebracht haben. Im Gegenteil: Die doppelte Rechtsunterstellung schafft Unsicherheit und erhöhten Aufwand. Auch dort muss eine ganzjährige Schonzeit eingehalten werden. Das Töten verletzter Tiere gehört ebenso nicht zu den Aufgaben der Jäger wie das Aneignen von Fallwild.

-- Das Jagdrecht ist in Deutschland an Grund und Boden gebunden und wird im Rahmen von Jagdrevieren ausgeübt, deren durchschnittliche Größe bei ca. 300 ha liegt. Ein Wolfsrevier, in dem ca. 8 Individuen leben, ist in Deutschland zwischen 25.000 und 30.000 ha groß, umfasst somit also bis zu 100 (!) Jagdreviere, in denen insgesamt zwischen 100 und ca. 300 Personen die Jagd ausüben, dabei die Grenzen ihres Revieres nicht überschreiten dürfen. Allein diese Betrachtung beweist deutlich, dass die Jagd in Deutschland völlig ungeeignet ist, um im geregelten Wolfsmanagement überhaupt eine Rolle spielen zu können.

Wölfe gehören nicht unter die Obhut einer eigennützig handelnden Interessengruppe...

-- deren Präsidiumsmitglied die Rolle des wolfjagenden Jägers als „Schädlingsbekämpfer“ bezeichnet. Wölfe sind keine Schädlinge sondern ihre Bedeutung für ökologische Systeme wird von der Wissenschaft eindeutig anerkannt.

-- die Naturschutz durch Bewirtschaften ersetzt

-- deren Jagdpächtersystem nicht zwischen Hobbyjägern und Naturpflegern    differenziert

-- auf deren Hegeringversammlungen offen der Wolf als Beutekonkurrent eingestuft wird

-- die den Wert einer Tierart nach dem Wert eines Pachtreviers bemisst

-- die bisher keinen nennenswerten Beitrag zur Ergreifung der mutmaßlichen Verbandsmitglieder geleistet hat, die für die illegalen Tötungen von Wölfen und Luchsen verantwortlich sind.

Die Rückkehr der Wölfe in unsere Natur wird schon jetzt durch die Managementpläne der Länder oder Wolfsverordnungen geregelt. Diese beinhalten Förderungsmaßnahmen für Herdenschutz, Entschädigungsleistungen, Monitoringvereinbarungen sowie Ausnahmeregelungen für die Entnahme einzelner Wölfe. Dabei werden nicht nur die wirtschaftlichen Interessen von Jägerschaft und Viehzüchtern berücksichtigt sondern auch der Wunsch der großen Mehrheit der Bevölkerung nach echter Natur. Ein Ökosystem in dem es wieder eine natürliche Auslese geben darf und das sich selber regulieren kann. Große Beutegreifer sind dafür unverzichtbar.
In die vorhandenen Managementpläne sind alle betroffenen Gruppierungen eingebunden. Auch die Vertreter derjenigen die Naturschutz als Selbstzweck betreiben. Die kein Interesse an Jagdtrophäen haben oder große Beutegreifer als Konkurrenten sehen. Die Aufnahme in das Jagdrecht ist nur ein weiterer Versuch, alte Verhältnisse wiederherzustellen. Alleinbestimmungsrecht in den Jagdrevieren unter Ausschluss großer Teile der Bevölkerung.
Für den Wolf gilt, dass der günstige Erhaltungszustand der mitteleuropäischen Flachlandpopulation von 1.000 adulten Tieren noch lange nicht erreicht ist. Und selbst wenn ist das nicht mit einer “Obergrenze“ gleichzusetzen sondern die Tierart bleibt weiterhin geschützt. Wir wehren uns auch gegen Versuche, die baltische Wolfspopulation einfach hinzuzurechnen um schneller an Jagderlaubnisse zu gelangen. Dass eine ganzjährige Schonzeit keinen Ersatz zu echtem Schutz bietet beweist dabei die jagdliche Praxis, Schonzeiten aus wirtschaftlichen Gründen einfach auszusetzen.
Wie wenig der Deutsche Jagdverband mit europäischem Artenschutz anfangen kann zeigt auch der Verweis auf die in Schweden praktizierten sogenannten „Schutzjagden“. Diese dienen nur zum Schutz des Volkssports Elchjagd und bedrohen die kleine schwedische Wolfspopulation in ihrer Existenz da jetzt schon ein katastrophalen Inzuchtkoeffizient nachweisbar ist. Obwohl mehrfach von der EU-Kommission als Verstoß gegen das Artenschutzrecht eingestuft möchte der Jagdverband dieses rechtswidrige System auch bei uns einführen? Für uns ein weiterer Beweis, dass nationale Jagdgesetze oft mit internationalen Recht und dem europäischen Interesse an einem länderübergreifenden Artenschutz nicht vereinbar sind. Grundsätzlich sollten alle geschützten Tierarten aus dem Jagdgesetz gestrichen werden. Dieses entspricht der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für unsere Natur.