#KeinBockaufMythen Schluss mit dem Jungfernhäutchen Mythos!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 35.000.


DE / EN

Angst. Verwirrung, unnötige Operationen wegen Schleimhautfalten! Das ist absoluter #SPAHNSINN! (click here: English version #BreakingtheMyths Stop the myth of the hymen)

Warum ist es in Deutschland legal, dass Ärzt*innen sogenannte „Hymenrekonstruktionen“ durchführen? Aus medizinischer Sicht gibt es nichts zu rekonstruieren. Außerdem fehlen für diesen Eingriff jegliche Standards und Studien! Diese medizinisch nicht zu rechtfertigenden Eingriffe sind in Dänemark ab Juli 2019 gesetzlich verboten.

Was ist mit Deutschland? Wie lange wollen wir den Mythos des Jungfernhäutchens noch aufrechterhalten?

Weltweit leben Frauen und Mädchen in Angst, weil der Mythos des sogenannten „Jungfernhäutchen“ sich in den Köpfen der Menschen hält. Es handelt sich dabei lediglich um dehnbare Schleimhautfalten, die ein Überbleibsel der Evolution sind und kein Beweis für Jungfräulichkeit darstellen! Man kann einer Vulva ebenso wenig wie einem Penis ansehen, ob eine Person schon einmal Sex hatte. Auch die so genannten „Jungfräulichkeitstests“ testen nicht die Jungfräulichkeit, sondern es werden lediglich zwei bis mehrere Finger in die Vagina eingeführt. Seit Oktober 2018 fordert die UN „Jungfrauentests“ zu verbieten und erkennt diese Praxis als Menschenrechtsverletzung an.

Eine Frau muss nicht bluten und ein Hymen nicht „reißen“! 

Mit einem Verbot von Hymenrekonstruktionen ist es nicht getan. Das soll nur darauf aufmerksam machen, dass hier plastische Chirurgie an einem Mythos verdient und zwar nicht zu wenig. Selbstverständlich muss es Hilfsangebote für Frauen geben, die sich in dieser Notsituation befinden. Frauen machen das aus Angst, was passiert, wenn sie „beim ersten Mal“ nicht bluten und aus Angst, dass jemand spüren kann ob sie bereits Geschlechtsverkehr hatten. Diese Ängste sind ernst zu nehmen und es braucht es breite Hilfsangebote! Das bedeutet zuerst einmal: Aufklärung! An Schulen und in Kampagnen. Sowie staatlich finanzierte Workshops zur Anwendung von Kunstblut-Kapseln oder Blutschwämmchen. Und im Härtefall natürlich trotzdem die Operation, aber dann auf Krankenkasse, damit „Schönheitschirurg*innen“ nicht an der Angst von Menschen verdienen.

Ich habe #KeinBockaufMythen und fordere: Schluss mit dem Jungfernhäutchen-Mythos!

Dänemark und Schweden sind uns da schon weit voraus! In Schweden wurde übrigens das Wort "Jungfernhäutchen“ 2009 durch die Bezeichnung „vaginale Korona“ ersetzt. Die Form der Schleimhautfalten, die auch Hymen genannt werden, haben nämlich nichts damit zu tun, ob eine Frau bereits Geschlechtsverkehr hatte, oder nicht. 

Wie lange schauen wir noch bei mittelalterlichen Praktiken zu und halten Mythen am Leben, die im schlimmsten Fall das Leben von Frauen kosten? Falsche Vorstellungen von Ehre, Unterdrückung, Menschen verachtende Jungfrauentests. Schluss damit!

Wir fordern:

  • Ein gesetzliches Verbot von Hymenrekonstruktionen
    Staatlich finanzierte Beratungs-/ Aufklärungs- und Hilfsangebote für Frauen und Mädchen, die durch diesen Mythos in Notsituationen sind!
  • Aufnahme des Wortes „vaginale Korona“ in den Duden und Ersetzen des Begriffes „Jungfernhäutchen“
  • Eine Änderung in Biologie und Aufklärungsbüchern (auch die BRAVO erzählt Mythen zu dem Thema!) Kein Hymen „reißt“ durch Sport, oder Tampongebrauch. Fragen sie Ärzt*innen!
  • Die Streichung des Eintrages "Defloration f: syn. Entjungferung" im Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch)

Sei dabei und teile diese Petition!

#KeinBockaufMythen in den Medien: 

Mehr zum Thema Jungfrau Mythos:

Diese Petition wird unterstützt von:

Jorinde Wiese, Studentin, Bloggerin, WAKE UP Comedy Erfinderin, Sichtbarmacherin der Klitoris und Mythenabschafferin: http://jorinde.ch Instagram: @jorindeundjoringelundsoweiter

Dr. Mithu M. Sanyal, Kulturwissenschaftlerin und Autorin Themen: Sex, Gender, Macht, (Post)Kolonialismus, Rassismus, Wissen schreibt eine regelmäßige Kolumne für die taz "Mithulogie" Bücher u.a. "Vulva" (Wagenbach), "Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens" (Nautilus.)

Mirko Hecht, Künstler und Sichtbarmacher der Vulva. Instagram Account: @ishowflag http://www.instagram.com/ishowflag Sein Projekt VulvaVariety zeigt die Vulva bei geöffneten Beinen und zeigt die Individualität und Diversität von bislang mehr als 450 verschiedenen Vulva-Abdrücken. Für #KeinBockaufMythen hat er Hymen Gipsabdrücke gemacht.

Gry Senderovitz, dänische Hebamme und Autorin des Buches „Mødommen“ (Gyldendal), spezialisiert in Sprache für Sexualität. Sie ist Teil der TV Dokumentation und Kampagne #StopJomfruMyten: https://vimeo.com/329570374