
Liebe Nachbarn und Unterstützer des offenen Briefes „Kein Mandat für das Forum lebendiges Seckbach“
Gestern (10.2.2025) tagte der auch für Seckbach zuständige Ortsbeirat. Mit dem Ortsvorsteher hatte ich verabredet, im Rahmen der Bürgerfragestunde unser Anliegen und das Ergebnis der Petition vorzustellen: Die Petition wurde bis gestern von 440 Personen unterzeichnet (wobei mir noch einige Unterschriften fehlen) - Personen, die sich ausdrücklich gegen ein Einbahnstraßensystem auf der Wilhelmshöher und die Verkehrsumleitung auf Nebenstraßen ausgesprochen haben. Unter den Unterzeichnern waren auch Gewerbetreibende auf der Wilhelmshöher, die zum Teil selbst beim Sammeln von Unterschriften mitgeholfen haben. Auch Vertreter im Ortsbeirat haben Verkehrsumleitungen auf Nebenstraßen als Dauerlösung abgelehnt. Vom städtischen Amt für Straßenbau & Erschließung wurde unser Einspruch übrigens auch zur Kenntnis genommen, was mir schriftlich mitgeteilt wurde. Vom Ortsbeirat ist mir gestern bestätigt worden, dass man mit den Bürgern und Behörden weiterhin ergebnisoffen nach einer guten Lösung für die schwierige Verkehrssituation in Seckbach suche.
Mit diesem deutlichen Zeichen und einer erfolgreichen Petition hat diese nun ihre Aufgabe erfüllt und ich werde sie schließen. Lassen Sie uns alle weiter an dem Thema dranbleiben und dafür Sorge tragen, dass die Bürger umfassend und unvoreingenommen informiert und in die Entscheidungen einbezogen werden. Das "Forum Lebendiges Seckbach" hat dazu eingeladen, sich gerne auch in dieser Gruppe bei der Lösungssuche mit einzubringen.
Zusammenfassend habe ich gestern vor dem Ortsbeirat (wie in meiner Meldung von Dezember 2025 angekündigt), folgende Punkte herausgestellt, die teilweise über die Inhalte des offenen Briefes hinausgehen:
1. Wesentliches Ziel verkehrstechnischer Planungen für Seckbach sollte sein, die Durchgangsverkehre zu reduzieren. Dabei darf unser Verkehrsproblem einerseits nicht einfach auf andere Stadtteile verlagert werden, indem Durchfahrtverbote verhängt werden. Ebenso wenig akzeptabel ist es andererseits, die Verkehre innerhalb Seckbachs auf unsere Nebenstraßen zu verlagern. Es braucht eine vernünftige Lösung für Seckbach und die umliegenden Stadtteile und Regionen.
2. Bei dieser Suche nach verkehrstechnischen Lösungen darf es nicht sein, dass Autofahrer für die Versäumnisse unzureichender Verkehrs- und ÖPNV-Planungen gegängelt werden. Viele Menschen sind mangels praktikabler Alternativen auf das Auto angewiesen, um zu ihren Arbeitsstäten zu gelangen oder anderen Bedarfen nachzugehen.
3. Es sollten Möglichkeiten geprüft werden, um gegen das Regelwerk zu opponieren, welches Gemeinden Mindestbreiten von Bürgersteigen vorschreibt, um für Baumaßnahmen Steuergelder ausgezahlt zu bekommen. Politik und Behörden stehen im Dienst der Bürger und nicht umgekehrt. Unter dieser Regelung ohne Bezug zur Realität und ohne Anerkennung historisch gewachsener Strukturen leiden gewiss noch viele andere Stadtteile und Gemeinden. Womöglich lässt sich mit anderen Betroffenen ein Schulterschluss herstellen und das Regelwerk kippen bzw. eine Sonderregelung erreichen, sollten die Anforderungen nicht ohne massive Eingriffe in gewachsene Strukturen umsetzbar und nicht praktikabel sein.
4. Sollte keine kurzfristige Lösung im obigen Sinne möglich sein, sollte die Stadt Frankfurt auf die Landesmittel verzichten und die Sanierung der unteren Wilhelmshöher eigenständig umsetzen, ohne die Verkehrssituation in unserem Stadtteil grundsätzlich zu verändern.
5. Gemeinsam mit vielen Nachbarn würde ich es begrüßen, wenn der Ortsbeirat zu einer Veranstaltung einlädt, um die Bürger über den aktuellen Stand der Verkehrsplanungen und mögliche Perspektiven zu informieren und/oder wenn er hierfür verstärkt auch andere Kommunikationsmittel nutzt. Die Bürger Seckbachs sollten alle Optionen zukünftiger Verkehrsplanungen und deren Rahmenbedingungen kennen, um sich ein eigenes Urteil erlauben und hierüber demokratisch entscheiden zu können. So kann auch verhindert werden, dass in unserem Gemeinwesen Interessengruppen ohne demokratisches Mandat die Meinungshoheit übernehmen, um Partikularinteressen nachzugehen.
Ich wünsche Ihnen und unserem Anliegen weiterhin viel Erfolg und ein anhaltend lebendiges Seckbach, das den offenen und demokratischen politischen Diskurs nicht scheut. Sprechen Sie mich gerne an, wenn es Fragen oder Anregungen gibt.
Vielen Dank für die bisherige Unterstützung unserer gemeinsamen Sache.
Mit den besten Grüßen und Wünschen,
Thomas Deichmann