KEIN XXL-LIDL am Lievelingsweg 82! Für mehr Wohnraum und ein lebenswertes Nordstadtviertel

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Manuel Draeger und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

An die Bonner Stadtverordneten der CDU​, SPD​, FDP, BSW

 

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Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum geplanten XXL-Lidl am Lievelingsweg 82: den aktuellen Stand, die politischen Streitpunkte, die Positionen einzelner Parteien sowie die zentralen Argumente zu Verkehr, Lärm, Wohnraum und Stadtentwicklung. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert und erläutert, warum aus Sicht der Petition eine wohnverträgliche Entwicklung gesichert und die Veränderungssperre sowie das Bebauungsplanverfahren beibehalten werden sollen.

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Lidl lohnt sich nicht

Wohnraum statt XXL-Lidl  „Metropolfiliale“  im Lievelingsweg 82 in Bonn

Mit 2000 KFZ-Fahrten mehr/Tag ins nächste Verkehrschaos

 

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UPDATES


21.04.26, 17.00 Uhr , Ratssaal, Stadthaus, Bonn - Sitzung der
Bezirksvertretung  Bonn und Anhörung zum Vorhaben- Übergabe der Unterschriften

 

Kommt gerne dazu- Teilnahme ohne Anmeldung möglich

 

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21.04.26, 7:45 Uhr 

 

SPD positioniert sich gegen Wohnraum im Lievelingsweg 82!
SPD kippt um und stellt sich gegen eigene Position vom 04.09.2025. 

SPD möchte ohne jegliche Bürgerbeteiligung und mit dem Argumente der Stärkung der Nahversorgung den Deal mit Lidl  nach den für die Stadt sehr nachteiligen Erfahrungen mit Lidl in Beuel Ost (siehe unten) . SPD lernt bei Deals mit Konzernen offenbar nicht dazu- siehe wie die SPD IM WCCB Skandal  die Stadt Bonn finanziell in den Ruin gestürzt hat


Sehr geehrte Damen und Herren

vielen Dank für Ihre Nachricht und die vielen Rückmeldungen aus der Nachbarschaft zum geplanten Vorhaben am Lievelingsweg.
Ich möchte Ihnen die Haltung der SPD-Fraktion dazu transparent erläutern. Im Mittelpunkt unserer Abwägung steht vor allem ein Ziel, nämlich die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum. Konkret hat Lidl gegenüber der Stadt Bonn verbindlich erklärt, den bisherigen Standort an der Kölnstraße für Wohnungsbau freizugeben, sobald der Markt verlagert wird. Gleichzeitig ist klar, dass am Lievelingsweg selbst keine Wohnbebauung realisiert werden wird. Das heißt, nur durch die Verlagerung entsteht an der Kölnstraße neuer Wohnraum, der ansonsten nicht entstehen würde. Genau diesen Zusammenhang halten wir für entscheidend. Darüber hinaus kann das Vorhaben auch die Nahversorgung im Quartier stärken. Die Sorgen vieler Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere mit Blick auf den Verkehr und die Belastung im direkten Umfeld, nehmen wir sehr ernst. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass im weiteren Verfahren ein fundiertes Mobilitäts- und Verkehrskonzept erarbeitet wird, das konkrete Maßnahmen zur Entlastung vorsieht. Für uns ist klar, eine Verbesserung der Nahversorgung darf nicht zu unzumutbaren Belastungen für die Nachbarschaft führen.
Für uns geht es um eine ausgewogene Lösung. Mehr Wohnraum an der Kölnstraße, eine sinnvolle Weiterentwicklung der Nahversorgung und gleichzeitig größtmögliche Rücksicht auf die Situation vor Ort. Einen Stillstand beim Wohnungsbau möchten wir ebenso vermeiden wie eine Überlastung des Quartiers.“

 

Mein Eindruck:

Es wurden keine echten Alternativen entwickelt und es wird über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden. 

Das Nahversorger-Argument ist in dieser Form nicht stichhaltig.


Die Entscheidung wirkt wie ein durch äußeren Druck ausgelöster Schnellschuss.


Mit einem Zwischenerwerb durch die Stadt und Vergabe in Erbpacht wäre eine bessere Lösung möglich, insbesondere zugunsten des Wohnbaus. 


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19.04.26, 21:43 Uhr

 

Lesen Sie jetzt in der GA App weiter: Kommt ein Mega-Lidl an den Lievelingsweg in Bonn? https://ga.de/bonn/stadt-bonn/kommt-ein-mega-lidl-an-den-lievelingsweg-in-bonn_aid-146728689

Worum es geht

Am Lievelingsweg 82 in Bonn wird darüber entschieden, ob dort ein XXL- Lebensmittelmarkt entstehen soll. Im Raum steht ein Vorhaben mit rund 1.750 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Stadtverwaltung will dieses Vorhaben nach bisheriger Darstellung verhindern und hat dafür ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet sowie eine Veränderungssperre vorgeschlagen.

 

Warum das umstritten ist

Die Stadt verweist auf städtebauliche Gründe, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept und die Lage des Grundstücks außerhalb eines zentralen Versorgungsbereichs. Kritiker befürchten zusätzliche Verkehrsbelastung, mehr Lärm und Nachteile für das Wohnumfeld. Gleichzeitig spielt auch der Wohnungsbau eine wichtige Rolle: Für den Standort am Lievelingsweg gab es bereits Planungen für eine wohnbauliche Entwicklung, während politisch zugleich darüber diskutiert wird, den bisherigen Lidl-Standort an der Kölnstraße später für Wohnen zu nutzen.

 

Worum politisch gestritten wird

Umstritten ist vor allem, ob der bisherige Kurs von Verwaltung und Rat beibehalten werden soll oder ob das Vorhaben doch ermöglicht wird. CDU, SPD und FDP haben dazu einen Änderungsantrag eingebracht, der unter bestimmten Voraussetzungen eine Aufhebung des bisherigen Vorgehens vorsieht. Damit geht es am Lievelingsweg 82 nicht nur um einen Marktstandort, sondern auch um die grundsätzliche Frage, wie sich das Quartier künftig entwickeln soll: mit Vorrang für eine andere städtebauliche Entwicklung oder mit einem weiteren großflächigen Einzelhandelsstandort.

 

Weitere bekannte Hintergründe

Nach bisher bekannt gewordenen Angaben befindet sich das Grundstück derzeit im Besitz der a&m Immobiliengesellschaft. In diesem Zusammenhang wurde außerdem mitgeteilt, dass Ashok Sridharan als Anwalt der a&m Immobiliengesellschaft auftritt. Auch das gehört zum bislang bekannten Hintergrund des 

 

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17.04.26 , Grünen sagen heute in Pressemitteilung

 

"Wir finden die Veränderungssperre, die die Verwaltung vorgestellt hat, genau richtig und werden ihr in der Bezirksvertretung kommende Woche auch zustimmen. Den Änderungsantrag von CDU/SPD/FDP, den wir als Schnellschuss wahrnehmen, werden wir ablehnen. Ziel sollte es in jedem Fall sein, einen Lidl-Standort in der Nordstadt zu erhalten. Wie das am besten funktioniert, müssen wir in Ruhe und im Dialog mit allen Beteiligten, vor allen Dingen auch mit den Menschen vor Ort, angehen.“ sagt Dr. Ursula Bach, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.

 

„Für den Lievelingsweg 82 gibt es bereits einen positiven Bauvorbescheid für etwa 122 Wohnungen. Lidl hingegen hat neuen Wohnraum an der Kölnstraße in Aussicht gestellt. Das Potential, in der Nordstadt mehr erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, sollten wir auf jeden Fall nutzen. Wir müssen uns jetzt mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und überlegen, wie das sozial und ökologisch verträglich realisiert werden kann.“ Meint Paul Brückner, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion.

 

„Außerdem würde der neue Lidl Standort am Lievelingsweg zu einem wesentlich größeren Verkehrsaufkommen und zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrslärms führen und die Anwohnerinnen und Anwohner belasten. Auch an Ort und Stelle könnte der jetzige Lidl erweitert und verbessert werden.“ Ergänzt Dr. Beate Bänsch-Baltruschat, örtliche Stadtverordnete und umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion."

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VOLT sagt in einem Schreiben an unsere Initiative

[…]Aufhebung der Veränderungssperre nicht zustimmen werden.

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BBB wird einen eigenen Änderungsvorschlag einreichen. 

 

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Mehr Informationen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CDU, SPD und FDP wollen den XXL-Lidl-Neubau über die Köpfe der Anwohnerschaft und lokal verwurzelter Unternehmen hinweg durchsetzen.

Die Pläne, einen XXL-LIDL in der Bonner Nordstadt, Lievelingsweg 82 zu errichten, stehen im Widerspruch zu den Bedürfnissen und Wünschen unserer Stadtgemeinschaft.

 

Mindestens 1500 zusätzliche Autofahrten pro Tag durch ein Wohngebiet mit vielen Familien sind kein Fortschritt, sondern eine Zumutung: mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Gefahr für Kinder und mehr Belastung für eine ohnehin neuralgische Straße. Profitieren würde vor allem Lidl – zahlen müssten die Anwohnerinnen und Anwohner.

 

Der Lievelingsweg ist keine unempfindliche Nebenlage, sondern eine sensible Verkehrsachse.
Am Lievelingsweg befindet sich die Feuer- und Rettungswache 1 der Stadt Bonn. Gerade deshalb ist diese Straße für Rettungsdienst und Gefahrenabwehr von besonderer Bedeutung. Zusätzlicher Kunden-, Liefer- und Parksuchverkehr durch einen XXL-Markt würde eine ohnehin relevante Verkehrsachse weiter belasten.

 

Im unmittelbaren Umfeld liegen zudem zwei große Berufskollegs.
In der Nähe des Standorts befinden sich das Ludwig-Erhard-Berufskolleg, das nach eigener Anfahrtsbeschreibung über den Lievelingsweg erreicht wird, sowie das Heinrich-Hertz-Europakolleg in der Herseler Straße mit eigener ÖPNV-Anbindung direkt am Schulstandort. Das bedeutet: Im Umfeld gibt es regelmäßig starke Schülerverkehre, Bring- und Holverkehre sowie zusätzlichen Druck auf den Straßenraum. Ein weiterer großflächiger Einzelhandelsstandort würde diese Situation verschärfen – zulasten von Sicherheit, Übersichtlichkeit und Aufenthaltsqualität im QuartOrt

 

Eine Unterversorgung liegt hier ersichtlich nicht vor: Rund um Lievelingsweg und Perthesanlage bestehen bereits 7 bis 9 Einkaufsmöglichkeiten in Versorgungsdistanz.

 

Wohnraum statt XXL-Lidl am Lievelingsweg

 

Am Lievelingsweg 82 soll ein neuer XXL- Lidl direkt neben dem bestehenden Edeka entstehen und obwohl 500 Meter weiter bereits ein Lidl existiert, der dafür abgerissen werde soll. Nur damit Lidl die Kunden abgreifen kann, die über den Lievelingsweg zur Autobahn fahren. Der Preis dafür ist hoch und wird von den Bonner Bürgerinnen und Bürgern getragen!

 

CDU, SPD und FDP wollen mit ihrem Änderungsantrag vom 24.03. das laufende Bebauungsplanverfahren faktisch wieder aufheben.

 

Dabei hatte die Stadt Bonn das Vorhaben selbst aus guten Gründen gestoppt. Nach der städtischen Vorlage wurde Anfang 2025 ein Antrag für einen Lebensmittelmarkt mit 1.750 m² Verkaufsfläche gestellt. Die Verwaltung hielt das Vorhaben zwar grundsätzlich für planungsrechtlich zulässig, lehnte es aber aus städtebaulichen und zentrenpolitischen Gründen ab: Der Standort liegt nicht in einem zentralen Versorgungsbereich, obwohl großflächige Einzelhandelsbetriebe mit zentren- und nahversorgungsrelevantem Sortiment nach dem Bonner Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2025 dort angesiedelt werden sollen. Zudem verweist die Stadt auf den Landesentwicklungsplan NRW, wonach neue oder verfestigte Einzelhandelsagglomerationen außerhalb zentraler Versorgungsbereiche verhindert werden sollen.  

 

Deshalb beschloss der Rat am 20.03.2025 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6423-3, machte den Beschluss am 23.04.2025 öffentlich bekannt und stellte die Bauvoranfrage bis zum 30.05.2026 zurück. Anfang 2026 wollte die Stadt das Verfahren zusätzlich mit einer Veränderungssperre absichern, weil der Bebauungsplan nicht rechtzeitig als Satzung beschlossen werden konnte. Auch diesen Kurs bestätigte der Rat am 04.09.2025 noch einmal ausdrücklich. In der Ratsniederschrift ist die Vorlage 252746-02 unter TOP 5.3 als „ungeändert beschlossen“ dokumentiert.

 

Umso brisanter ist, was jetzt passieren soll: Mit dem Änderungsantrag 260132-01 AA soll dieses laufende Schutzverfahren faktisch wieder aufgehoben werden, um den neuen Lidl doch zu ermöglichen. Politisch wird das damit begründet, dass am bisherigen Standort später Wohnungsbau entstehen könne. Genau hier liegt das Problem: Diese Wohnperspektive ist nicht belastbar abgesichert. Konkreter und dokumentierter ist vielmehr, dass es für den Bereich Lievelingsweg 82 bereits 2022 eine positiv beschiedene Bauvoranfrage für eine mehrheitlich wohnbauliche Entwicklung mit 122 Wohneinheiten und einer Geschäftseinheit in vier Baukörpern gab. Mit anderen Worten: Für Wohnen gibt es eine konkrete Vorgeschichte – für den neuen Lidl einen politischen Vorstoß gegen die bisherige Planungslinie.  

Die Folgen für das Viertel wären unmittelbar spürbar. Ein weiterer Discounter dieser Größe bedeutet nach vorsichtiger Hochrechnung mehr als 1.500 zusätzliche Kfz-Fahrten pro Tag auf dem Lievelingsweg. Das hieße: mehr Ein- und Ausfahrten, mehr Parksuchverkehr, mehr Lieferverkehr, mehr Lärm und noch mehr Belastung in einem Bereich, der schon heute unter Druck steht. Aus einem Wohnumfeld würde ein weiteres verkehrliches Nadelöhr mit zusätzlichem Stau, Rangierverkehr und Alltagschaos. Die Wohnqualität würde nicht geschützt, sondern weiter verschlechtert.

Das ist nicht nur ein Verkehrsproblem, sondern auch ein soziales. Der aktuelle Sozialbericht von Caritas und Diakonie für Bonn zeigt, dass die soziale Teilhabe innerhalb der Stadt stark auseinandergeht und dass gerade Wohnkosten, Wohnraum und Quartiersqualität zentrale soziale Fragen sind. Die Caritas warnt ausdrücklich vor der großen Kluft zwischen den Stadtteilen und fordert eine kleinräumige, differenzierte kommunale Bedarfsplanung. Im Bericht wird zudem deutlich, dass es in Bonn Quartiere mit sehr schwachen Teilhabechancen gibt; für das Ellerviertel in der Nordstadt wird ein Teilhabeindex von 55,8 Punkten ausgewiesen, was weiterhin zu den hinteren Plätzen in Bonn zählt. Dem stehen deutlich stärkere Bonner Wohnlagen gegenüber, etwa das Godesberger Villenviertel mit 88,33 Punkten. Der Bericht zeigt damit klar: Wohn- und Lebensqualität sind in Bonn sehr ungleich verteilt – und zusätzliche Belastungen treffen sensible Quartiere besonders hart.  

Genau deshalb geht es am Lievelingsweg um eine klare Entscheidung:
Wohnraum, Grün- und Freiflächen – oder ein weiterer großflächiger Discounter.

Eine wohnverträgliche Entwicklung würde auf Wohnen, Sicherheit, Grün und Lebensqualität setzen. Das jetzt verfolgte Modell sichert stattdessen einen weiteren großen Discounter – mit mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Gefahren für Kinder, ältere Menschen und Fußgänger und einem spürbaren Verlust an Wohnqualität.

Unsere Forderung ist klar:
Die Veränderungssperre muss bestehen bleiben.
Das Bebauungsplanverfahren darf nicht aufgehoben werden.
Am Lievelingsweg braucht es eine wohnverträgliche Entwicklung – nicht einen neuen Lidl.

 

Auch lokal verwurzelte Unternehmen lehnen das Vorhaben ab

 

Der Widerstand gegen das Vorhaben kommt nicht nur aus der direkten Nachbarschaft, sondern auch aus dem lokalen wirtschaftlichen Umfeld. Mit Mohr/EDEKA und Feinkost Delikat stellen sich auch Unternehmen, die in Bonn konkret verankert sind gegen das Vorhaben: Mohr als inhabergeführtes Familienunternehmen mit diversen Bonner Standorten und regionaler Präsenz, Delikat als Bonner Produzent mit jahrzehntelanger Geschichte am Standort. Solche Akteure sind Teil des örtlichen Wirtschafts- und Alltagslebens.


Mehr dazu wie Lidl in Bonn handelt. Wie Lidl und das Behördenversagen Beuel-Ost verändern (GA-Artikel vom 22.04.22 dazu

 

Im Bonner Gewerbegebiet Beuel-Ost zeigt sich, wie schnell politische Ziele zur Makulatur werden können, wenn ein großer Discounter Fakten schafft und die Stadt am Ende nur noch hinterherläuft. Eigentlich wollte Bonn das Gebiet für Handwerk, Produktion und gewerbliche Arbeitsplätze sichern. Tatsächlich aber hat sich mit Lidl längst ein Symbol dafür etabliert, wie leicht sich ein solcher Anspruch unterlaufen lässt.

 

Der Fall wirkt wie ein Lehrstück kommunaler Schwäche. Trotz aller Bekenntnisse zum Schutz des Gewerbegebiets steht dort seit 2019 ein Lidl-Markt — ermöglicht durch einen Formfehler in der Verwaltung. Was wie ein technischer Fehler klingt, ist in Wahrheit ein schwerer politischer Schaden. Denn ein einziger Verwaltungsfehler hat offenbar gereicht, um dem Discounter den Weg zu ebnen und ein Signal an weitere Handelsketten zu senden: Wer hartnäckig genug drängt, kann sich am Ende doch durchsetzen.

 

Besonders bitter ist dabei die Folgenkette. Wo die Stadt eigentlich hochwertige Gewerbenutzung sichern wollte, frisst sich der Einzelhandel Stück für Stück in ein Gebiet hinein, das für Handwerk und Produktion gebraucht wird. Das ist mehr als nur eine bauliche Veränderung. Es ist ein Strukturverlust. Flächen, die für Betriebe, Werkstätten und langfristige wirtschaftliche Entwicklung gedacht waren, geraten unter Druck durch Nutzungen, die kurzfristig profitabel erscheinen, aber den Charakter des Standorts nachhaltig verändern.

 

Lidl steht dabei sinnbildlich für eine Entwicklung, die viele als rücksichtslos empfinden dürften: Ein Discounter setzt sich an einem sensiblen Standort fest, profitiert von verwaltungsrechtlichen Schwächen und schafft damit Tatsachen, die später kaum noch rückgängig zu machen sind. Der wirtschaftliche Eigenvorteil steht im Vordergrund — nicht die Frage, was für das Gebiet städtebaulich sinnvoll oder für die lokale Wirtschaftsstruktur langfristig verträglich ist.

 

Doch auch die Stadt kommt aus dieser Geschichte nicht gut heraus. Sie betont zwar weiterhin, man wolle Beuel-Ost dem Handwerk und der Produktion überlassen. Gleichzeitig räumt sie ein, gegen entsprechende Entwicklungen auf privaten Flächen oft kaum eine Handhabe zu haben. Genau darin liegt das Problem: Eine Stadt, die groß plant, aber am Ende klein beigibt, verliert Glaubwürdigkeit. Wer Flächenschutz propagiert, ihn aber nicht wirksam durchsetzen kann, macht sich angreifbar — gegenüber Investoren, Ketten und allen, die kommunale Schwächen gezielt auszunutzen wissen.

 

So entsteht in Beuel-Ost der Eindruck, dass nicht mehr die Stadt die Entwicklung steuert, sondern dass wirtschaftlich starke Akteure den Rahmen setzen und die Verwaltung nur noch reagiert. Für viele Gewerbetreibende dürfte das wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Denn sie sind auf funktionierende, geschützte Gewerbeflächen angewiesen — nicht auf eine Salamitaktik des Handels, die den Kernbereich nach und nach aushöhlt.

 

Der Fall Beuel-Ost ist deshalb kein lokales Randthema, sondern ein warnendes Beispiel. Er zeigt, wie schnell aus einem politischen Anspruch ein leeres Versprechen werden kann. Und er zeigt, wie ein Konzern wie Lidl gemeinsam mit behördlichem Versagen eine Entwicklung befördern kann, deren Preis am Ende andere zahlen: das Handwerk, die produzierenden Betriebe und eine Stadt, die die Kontrolle über ihren eigenen Raum verliert. 

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N BöhmPetitionsstarter*in

339

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Manuel Draeger und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

An die Bonner Stadtverordneten der CDU​, SPD​, FDP, BSW

 

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Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum geplanten XXL-Lidl am Lievelingsweg 82: den aktuellen Stand, die politischen Streitpunkte, die Positionen einzelner Parteien sowie die zentralen Argumente zu Verkehr, Lärm, Wohnraum und Stadtentwicklung. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert und erläutert, warum aus Sicht der Petition eine wohnverträgliche Entwicklung gesichert und die Veränderungssperre sowie das Bebauungsplanverfahren beibehalten werden sollen.

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Lidl lohnt sich nicht

Wohnraum statt XXL-Lidl  „Metropolfiliale“  im Lievelingsweg 82 in Bonn

Mit 2000 KFZ-Fahrten mehr/Tag ins nächste Verkehrschaos

 

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UPDATES


21.04.26, 17.00 Uhr , Ratssaal, Stadthaus, Bonn - Sitzung der
Bezirksvertretung  Bonn und Anhörung zum Vorhaben- Übergabe der Unterschriften

 

Kommt gerne dazu- Teilnahme ohne Anmeldung möglich

 

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21.04.26, 7:45 Uhr 

 

SPD positioniert sich gegen Wohnraum im Lievelingsweg 82!
SPD kippt um und stellt sich gegen eigene Position vom 04.09.2025. 

SPD möchte ohne jegliche Bürgerbeteiligung und mit dem Argumente der Stärkung der Nahversorgung den Deal mit Lidl  nach den für die Stadt sehr nachteiligen Erfahrungen mit Lidl in Beuel Ost (siehe unten) . SPD lernt bei Deals mit Konzernen offenbar nicht dazu- siehe wie die SPD IM WCCB Skandal  die Stadt Bonn finanziell in den Ruin gestürzt hat


Sehr geehrte Damen und Herren

vielen Dank für Ihre Nachricht und die vielen Rückmeldungen aus der Nachbarschaft zum geplanten Vorhaben am Lievelingsweg.
Ich möchte Ihnen die Haltung der SPD-Fraktion dazu transparent erläutern. Im Mittelpunkt unserer Abwägung steht vor allem ein Ziel, nämlich die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum. Konkret hat Lidl gegenüber der Stadt Bonn verbindlich erklärt, den bisherigen Standort an der Kölnstraße für Wohnungsbau freizugeben, sobald der Markt verlagert wird. Gleichzeitig ist klar, dass am Lievelingsweg selbst keine Wohnbebauung realisiert werden wird. Das heißt, nur durch die Verlagerung entsteht an der Kölnstraße neuer Wohnraum, der ansonsten nicht entstehen würde. Genau diesen Zusammenhang halten wir für entscheidend. Darüber hinaus kann das Vorhaben auch die Nahversorgung im Quartier stärken. Die Sorgen vieler Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere mit Blick auf den Verkehr und die Belastung im direkten Umfeld, nehmen wir sehr ernst. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass im weiteren Verfahren ein fundiertes Mobilitäts- und Verkehrskonzept erarbeitet wird, das konkrete Maßnahmen zur Entlastung vorsieht. Für uns ist klar, eine Verbesserung der Nahversorgung darf nicht zu unzumutbaren Belastungen für die Nachbarschaft führen.
Für uns geht es um eine ausgewogene Lösung. Mehr Wohnraum an der Kölnstraße, eine sinnvolle Weiterentwicklung der Nahversorgung und gleichzeitig größtmögliche Rücksicht auf die Situation vor Ort. Einen Stillstand beim Wohnungsbau möchten wir ebenso vermeiden wie eine Überlastung des Quartiers.“

 

Mein Eindruck:

Es wurden keine echten Alternativen entwickelt und es wird über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden. 

Das Nahversorger-Argument ist in dieser Form nicht stichhaltig.


Die Entscheidung wirkt wie ein durch äußeren Druck ausgelöster Schnellschuss.


Mit einem Zwischenerwerb durch die Stadt und Vergabe in Erbpacht wäre eine bessere Lösung möglich, insbesondere zugunsten des Wohnbaus. 


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19.04.26, 21:43 Uhr

 

Lesen Sie jetzt in der GA App weiter: Kommt ein Mega-Lidl an den Lievelingsweg in Bonn? https://ga.de/bonn/stadt-bonn/kommt-ein-mega-lidl-an-den-lievelingsweg-in-bonn_aid-146728689

Worum es geht

Am Lievelingsweg 82 in Bonn wird darüber entschieden, ob dort ein XXL- Lebensmittelmarkt entstehen soll. Im Raum steht ein Vorhaben mit rund 1.750 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Stadtverwaltung will dieses Vorhaben nach bisheriger Darstellung verhindern und hat dafür ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet sowie eine Veränderungssperre vorgeschlagen.

 

Warum das umstritten ist

Die Stadt verweist auf städtebauliche Gründe, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept und die Lage des Grundstücks außerhalb eines zentralen Versorgungsbereichs. Kritiker befürchten zusätzliche Verkehrsbelastung, mehr Lärm und Nachteile für das Wohnumfeld. Gleichzeitig spielt auch der Wohnungsbau eine wichtige Rolle: Für den Standort am Lievelingsweg gab es bereits Planungen für eine wohnbauliche Entwicklung, während politisch zugleich darüber diskutiert wird, den bisherigen Lidl-Standort an der Kölnstraße später für Wohnen zu nutzen.

 

Worum politisch gestritten wird

Umstritten ist vor allem, ob der bisherige Kurs von Verwaltung und Rat beibehalten werden soll oder ob das Vorhaben doch ermöglicht wird. CDU, SPD und FDP haben dazu einen Änderungsantrag eingebracht, der unter bestimmten Voraussetzungen eine Aufhebung des bisherigen Vorgehens vorsieht. Damit geht es am Lievelingsweg 82 nicht nur um einen Marktstandort, sondern auch um die grundsätzliche Frage, wie sich das Quartier künftig entwickeln soll: mit Vorrang für eine andere städtebauliche Entwicklung oder mit einem weiteren großflächigen Einzelhandelsstandort.

 

Weitere bekannte Hintergründe

Nach bisher bekannt gewordenen Angaben befindet sich das Grundstück derzeit im Besitz der a&m Immobiliengesellschaft. In diesem Zusammenhang wurde außerdem mitgeteilt, dass Ashok Sridharan als Anwalt der a&m Immobiliengesellschaft auftritt. Auch das gehört zum bislang bekannten Hintergrund des 

 

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17.04.26 , Grünen sagen heute in Pressemitteilung

 

"Wir finden die Veränderungssperre, die die Verwaltung vorgestellt hat, genau richtig und werden ihr in der Bezirksvertretung kommende Woche auch zustimmen. Den Änderungsantrag von CDU/SPD/FDP, den wir als Schnellschuss wahrnehmen, werden wir ablehnen. Ziel sollte es in jedem Fall sein, einen Lidl-Standort in der Nordstadt zu erhalten. Wie das am besten funktioniert, müssen wir in Ruhe und im Dialog mit allen Beteiligten, vor allen Dingen auch mit den Menschen vor Ort, angehen.“ sagt Dr. Ursula Bach, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.

 

„Für den Lievelingsweg 82 gibt es bereits einen positiven Bauvorbescheid für etwa 122 Wohnungen. Lidl hingegen hat neuen Wohnraum an der Kölnstraße in Aussicht gestellt. Das Potential, in der Nordstadt mehr erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, sollten wir auf jeden Fall nutzen. Wir müssen uns jetzt mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und überlegen, wie das sozial und ökologisch verträglich realisiert werden kann.“ Meint Paul Brückner, planungspolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion.

 

„Außerdem würde der neue Lidl Standort am Lievelingsweg zu einem wesentlich größeren Verkehrsaufkommen und zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrslärms führen und die Anwohnerinnen und Anwohner belasten. Auch an Ort und Stelle könnte der jetzige Lidl erweitert und verbessert werden.“ Ergänzt Dr. Beate Bänsch-Baltruschat, örtliche Stadtverordnete und umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion."

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VOLT sagt in einem Schreiben an unsere Initiative

[…]Aufhebung der Veränderungssperre nicht zustimmen werden.

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BBB wird einen eigenen Änderungsvorschlag einreichen. 

 

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CDU, SPD und FDP wollen den XXL-Lidl-Neubau über die Köpfe der Anwohnerschaft und lokal verwurzelter Unternehmen hinweg durchsetzen.

Die Pläne, einen XXL-LIDL in der Bonner Nordstadt, Lievelingsweg 82 zu errichten, stehen im Widerspruch zu den Bedürfnissen und Wünschen unserer Stadtgemeinschaft.

 

Mindestens 1500 zusätzliche Autofahrten pro Tag durch ein Wohngebiet mit vielen Familien sind kein Fortschritt, sondern eine Zumutung: mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Gefahr für Kinder und mehr Belastung für eine ohnehin neuralgische Straße. Profitieren würde vor allem Lidl – zahlen müssten die Anwohnerinnen und Anwohner.

 

Der Lievelingsweg ist keine unempfindliche Nebenlage, sondern eine sensible Verkehrsachse.
Am Lievelingsweg befindet sich die Feuer- und Rettungswache 1 der Stadt Bonn. Gerade deshalb ist diese Straße für Rettungsdienst und Gefahrenabwehr von besonderer Bedeutung. Zusätzlicher Kunden-, Liefer- und Parksuchverkehr durch einen XXL-Markt würde eine ohnehin relevante Verkehrsachse weiter belasten.

 

Im unmittelbaren Umfeld liegen zudem zwei große Berufskollegs.
In der Nähe des Standorts befinden sich das Ludwig-Erhard-Berufskolleg, das nach eigener Anfahrtsbeschreibung über den Lievelingsweg erreicht wird, sowie das Heinrich-Hertz-Europakolleg in der Herseler Straße mit eigener ÖPNV-Anbindung direkt am Schulstandort. Das bedeutet: Im Umfeld gibt es regelmäßig starke Schülerverkehre, Bring- und Holverkehre sowie zusätzlichen Druck auf den Straßenraum. Ein weiterer großflächiger Einzelhandelsstandort würde diese Situation verschärfen – zulasten von Sicherheit, Übersichtlichkeit und Aufenthaltsqualität im QuartOrt

 

Eine Unterversorgung liegt hier ersichtlich nicht vor: Rund um Lievelingsweg und Perthesanlage bestehen bereits 7 bis 9 Einkaufsmöglichkeiten in Versorgungsdistanz.

 

Wohnraum statt XXL-Lidl am Lievelingsweg

 

Am Lievelingsweg 82 soll ein neuer XXL- Lidl direkt neben dem bestehenden Edeka entstehen und obwohl 500 Meter weiter bereits ein Lidl existiert, der dafür abgerissen werde soll. Nur damit Lidl die Kunden abgreifen kann, die über den Lievelingsweg zur Autobahn fahren. Der Preis dafür ist hoch und wird von den Bonner Bürgerinnen und Bürgern getragen!

 

CDU, SPD und FDP wollen mit ihrem Änderungsantrag vom 24.03. das laufende Bebauungsplanverfahren faktisch wieder aufheben.

 

Dabei hatte die Stadt Bonn das Vorhaben selbst aus guten Gründen gestoppt. Nach der städtischen Vorlage wurde Anfang 2025 ein Antrag für einen Lebensmittelmarkt mit 1.750 m² Verkaufsfläche gestellt. Die Verwaltung hielt das Vorhaben zwar grundsätzlich für planungsrechtlich zulässig, lehnte es aber aus städtebaulichen und zentrenpolitischen Gründen ab: Der Standort liegt nicht in einem zentralen Versorgungsbereich, obwohl großflächige Einzelhandelsbetriebe mit zentren- und nahversorgungsrelevantem Sortiment nach dem Bonner Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2025 dort angesiedelt werden sollen. Zudem verweist die Stadt auf den Landesentwicklungsplan NRW, wonach neue oder verfestigte Einzelhandelsagglomerationen außerhalb zentraler Versorgungsbereiche verhindert werden sollen.  

 

Deshalb beschloss der Rat am 20.03.2025 die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6423-3, machte den Beschluss am 23.04.2025 öffentlich bekannt und stellte die Bauvoranfrage bis zum 30.05.2026 zurück. Anfang 2026 wollte die Stadt das Verfahren zusätzlich mit einer Veränderungssperre absichern, weil der Bebauungsplan nicht rechtzeitig als Satzung beschlossen werden konnte. Auch diesen Kurs bestätigte der Rat am 04.09.2025 noch einmal ausdrücklich. In der Ratsniederschrift ist die Vorlage 252746-02 unter TOP 5.3 als „ungeändert beschlossen“ dokumentiert.

 

Umso brisanter ist, was jetzt passieren soll: Mit dem Änderungsantrag 260132-01 AA soll dieses laufende Schutzverfahren faktisch wieder aufgehoben werden, um den neuen Lidl doch zu ermöglichen. Politisch wird das damit begründet, dass am bisherigen Standort später Wohnungsbau entstehen könne. Genau hier liegt das Problem: Diese Wohnperspektive ist nicht belastbar abgesichert. Konkreter und dokumentierter ist vielmehr, dass es für den Bereich Lievelingsweg 82 bereits 2022 eine positiv beschiedene Bauvoranfrage für eine mehrheitlich wohnbauliche Entwicklung mit 122 Wohneinheiten und einer Geschäftseinheit in vier Baukörpern gab. Mit anderen Worten: Für Wohnen gibt es eine konkrete Vorgeschichte – für den neuen Lidl einen politischen Vorstoß gegen die bisherige Planungslinie.  

Die Folgen für das Viertel wären unmittelbar spürbar. Ein weiterer Discounter dieser Größe bedeutet nach vorsichtiger Hochrechnung mehr als 1.500 zusätzliche Kfz-Fahrten pro Tag auf dem Lievelingsweg. Das hieße: mehr Ein- und Ausfahrten, mehr Parksuchverkehr, mehr Lieferverkehr, mehr Lärm und noch mehr Belastung in einem Bereich, der schon heute unter Druck steht. Aus einem Wohnumfeld würde ein weiteres verkehrliches Nadelöhr mit zusätzlichem Stau, Rangierverkehr und Alltagschaos. Die Wohnqualität würde nicht geschützt, sondern weiter verschlechtert.

Das ist nicht nur ein Verkehrsproblem, sondern auch ein soziales. Der aktuelle Sozialbericht von Caritas und Diakonie für Bonn zeigt, dass die soziale Teilhabe innerhalb der Stadt stark auseinandergeht und dass gerade Wohnkosten, Wohnraum und Quartiersqualität zentrale soziale Fragen sind. Die Caritas warnt ausdrücklich vor der großen Kluft zwischen den Stadtteilen und fordert eine kleinräumige, differenzierte kommunale Bedarfsplanung. Im Bericht wird zudem deutlich, dass es in Bonn Quartiere mit sehr schwachen Teilhabechancen gibt; für das Ellerviertel in der Nordstadt wird ein Teilhabeindex von 55,8 Punkten ausgewiesen, was weiterhin zu den hinteren Plätzen in Bonn zählt. Dem stehen deutlich stärkere Bonner Wohnlagen gegenüber, etwa das Godesberger Villenviertel mit 88,33 Punkten. Der Bericht zeigt damit klar: Wohn- und Lebensqualität sind in Bonn sehr ungleich verteilt – und zusätzliche Belastungen treffen sensible Quartiere besonders hart.  

Genau deshalb geht es am Lievelingsweg um eine klare Entscheidung:
Wohnraum, Grün- und Freiflächen – oder ein weiterer großflächiger Discounter.

Eine wohnverträgliche Entwicklung würde auf Wohnen, Sicherheit, Grün und Lebensqualität setzen. Das jetzt verfolgte Modell sichert stattdessen einen weiteren großen Discounter – mit mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Gefahren für Kinder, ältere Menschen und Fußgänger und einem spürbaren Verlust an Wohnqualität.

Unsere Forderung ist klar:
Die Veränderungssperre muss bestehen bleiben.
Das Bebauungsplanverfahren darf nicht aufgehoben werden.
Am Lievelingsweg braucht es eine wohnverträgliche Entwicklung – nicht einen neuen Lidl.

 

Auch lokal verwurzelte Unternehmen lehnen das Vorhaben ab

 

Der Widerstand gegen das Vorhaben kommt nicht nur aus der direkten Nachbarschaft, sondern auch aus dem lokalen wirtschaftlichen Umfeld. Mit Mohr/EDEKA und Feinkost Delikat stellen sich auch Unternehmen, die in Bonn konkret verankert sind gegen das Vorhaben: Mohr als inhabergeführtes Familienunternehmen mit diversen Bonner Standorten und regionaler Präsenz, Delikat als Bonner Produzent mit jahrzehntelanger Geschichte am Standort. Solche Akteure sind Teil des örtlichen Wirtschafts- und Alltagslebens.


Mehr dazu wie Lidl in Bonn handelt. Wie Lidl und das Behördenversagen Beuel-Ost verändern (GA-Artikel vom 22.04.22 dazu

 

Im Bonner Gewerbegebiet Beuel-Ost zeigt sich, wie schnell politische Ziele zur Makulatur werden können, wenn ein großer Discounter Fakten schafft und die Stadt am Ende nur noch hinterherläuft. Eigentlich wollte Bonn das Gebiet für Handwerk, Produktion und gewerbliche Arbeitsplätze sichern. Tatsächlich aber hat sich mit Lidl längst ein Symbol dafür etabliert, wie leicht sich ein solcher Anspruch unterlaufen lässt.

 

Der Fall wirkt wie ein Lehrstück kommunaler Schwäche. Trotz aller Bekenntnisse zum Schutz des Gewerbegebiets steht dort seit 2019 ein Lidl-Markt — ermöglicht durch einen Formfehler in der Verwaltung. Was wie ein technischer Fehler klingt, ist in Wahrheit ein schwerer politischer Schaden. Denn ein einziger Verwaltungsfehler hat offenbar gereicht, um dem Discounter den Weg zu ebnen und ein Signal an weitere Handelsketten zu senden: Wer hartnäckig genug drängt, kann sich am Ende doch durchsetzen.

 

Besonders bitter ist dabei die Folgenkette. Wo die Stadt eigentlich hochwertige Gewerbenutzung sichern wollte, frisst sich der Einzelhandel Stück für Stück in ein Gebiet hinein, das für Handwerk und Produktion gebraucht wird. Das ist mehr als nur eine bauliche Veränderung. Es ist ein Strukturverlust. Flächen, die für Betriebe, Werkstätten und langfristige wirtschaftliche Entwicklung gedacht waren, geraten unter Druck durch Nutzungen, die kurzfristig profitabel erscheinen, aber den Charakter des Standorts nachhaltig verändern.

 

Lidl steht dabei sinnbildlich für eine Entwicklung, die viele als rücksichtslos empfinden dürften: Ein Discounter setzt sich an einem sensiblen Standort fest, profitiert von verwaltungsrechtlichen Schwächen und schafft damit Tatsachen, die später kaum noch rückgängig zu machen sind. Der wirtschaftliche Eigenvorteil steht im Vordergrund — nicht die Frage, was für das Gebiet städtebaulich sinnvoll oder für die lokale Wirtschaftsstruktur langfristig verträglich ist.

 

Doch auch die Stadt kommt aus dieser Geschichte nicht gut heraus. Sie betont zwar weiterhin, man wolle Beuel-Ost dem Handwerk und der Produktion überlassen. Gleichzeitig räumt sie ein, gegen entsprechende Entwicklungen auf privaten Flächen oft kaum eine Handhabe zu haben. Genau darin liegt das Problem: Eine Stadt, die groß plant, aber am Ende klein beigibt, verliert Glaubwürdigkeit. Wer Flächenschutz propagiert, ihn aber nicht wirksam durchsetzen kann, macht sich angreifbar — gegenüber Investoren, Ketten und allen, die kommunale Schwächen gezielt auszunutzen wissen.

 

So entsteht in Beuel-Ost der Eindruck, dass nicht mehr die Stadt die Entwicklung steuert, sondern dass wirtschaftlich starke Akteure den Rahmen setzen und die Verwaltung nur noch reagiert. Für viele Gewerbetreibende dürfte das wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Denn sie sind auf funktionierende, geschützte Gewerbeflächen angewiesen — nicht auf eine Salamitaktik des Handels, die den Kernbereich nach und nach aushöhlt.

 

Der Fall Beuel-Ost ist deshalb kein lokales Randthema, sondern ein warnendes Beispiel. Er zeigt, wie schnell aus einem politischen Anspruch ein leeres Versprechen werden kann. Und er zeigt, wie ein Konzern wie Lidl gemeinsam mit behördlichem Versagen eine Entwicklung befördern kann, deren Preis am Ende andere zahlen: das Handwerk, die produzierenden Betriebe und eine Stadt, die die Kontrolle über ihren eigenen Raum verliert. 

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N BöhmPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Hanno von Raußdorf
Hanno von Raußdorf
Stadtverodneter, Bonn, BSW/SBI
Uwe Feddern
Uwe Feddern
Stadtrat, Bonn, VOLT
Carolin Langer
Carolin Langer
Stadträtin, Bonn, VOLT
Nicole Bonnie
Nicole Bonnie
Bezirksbürgermeisterin Bonn, CDU
Elke Apelt
Elke Apelt
Stadträtin, SPD, Bonn

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