Petition updateKein Gift in Brandenburgs Wäldern!Offener Brief an Thomas Weber, Vorstandsvorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V.
Karl Tempel
May 8, 2019

 

Sehr geehrter Herr Weber,
mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass Sie als Waldbesitzer und Vorstandsvorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V. einen Gifteinsatz von KARATE FORST flüssig befürworten. Wahrscheinlich sind Sie, die Waldbesitzer die Schuldigen! Für Sie ist der Wald Kapitalanlage und nicht mehr. Gift versprühen ist einfach und andere machen sich die Finger dreckig. Da ist so ein Waldumbau doch deutlich schwieriger und dauert länger. Doch wie muss man sich in der Funktion als Vorstandsvorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V. fühlen, wenn Waldbauern wie Herr Tempel, die ihren Wald umgebaut haben und auf Grund der Untätigkeit anderer Waldeigentümer ( "Von rund 1000 angeschriebenen Waldeigentümern hätten lediglich sechs Eigentümer Bedenken gegen den Einsatz der Insektizide." Zitat Thomas Weber) nun vor der Vergiftung ihrer Arbeit stehen?

Als Waldeigentümer sollten Sie wissen, dass die derzeitigen Probleme nicht mit Gift zu behandeln sind. Klimawandel, Trockenheit und Kiefernplantagen sind Ihr Problem und das lässt sich mit Gift nicht wegspritzen.
Sie sind Schuld, wenn das Leben im Wald stirbt, wenn Insekten, der Kiefer, Ihrem Brotbaum, geopfert werden. Schon mal was vom Artenschutz gehört? Was Sie da unterstützen ist nicht mehr zeitgemäß.
Für die Durchsetzung Ihrer Interessen, Kapitalanlage Wald, werden immer mehr Arten sterben und tausende Anwohner und ihre Haustiere in Gefahr gebracht. Das können Sie verantworten? Wenn Ihre Kiefer stirbt, dann liegt das nicht an der Nonne, sondern an Ihrer Untätigkeit und Unwilligkeit den Kiefernforst zu einem Wald umzubauen!

Sicherlich ist die Kiefer ein wirtschaftlicher Baum. Traditionell ist die Kiefer nicht der einzige Baum, der bei uns wächst. Natürlicher Wald besteht nur zu ca. einem Drittel aus Nadelbäumen. Durch den Klimawandel haben Nadelbäume durch die Trockenheit nur im Mischwald eine Chance. Buchen und Eichen wachsen sicher langsamer, sind aber wesentlich hochpreisiger. Da die Holzpreise auf Grund des Überangebotes sowieso sehr niedrig sind, führt der Umbau langfristig zur Verknappung und damit zum Steigen der Holzpreise, was Ihren wirtschaftlichen Interessen doch entgegen kommen müsste.

"Wenn wir nicht handeln, stirbt der Wald, und unsere Kinder und Enkel stehen vor Kahlflächen“, sagt der Verbandsvositzende Thomas Weber." Wie wollen Sie eigentlich Ihren Kindern und Enkeln das Töten aller Insekten und das darauffolgende Sterben der Vögel und Fledermäuse erklären? Ihre Kinder und Enkel werden lieber vor einer Kahlfläche (die es nicht geben wird, wie Sie am Besten wissen), als vor einem toten Wald stehen! Nebenbei sei gesagt, dass die Forst bei den enormen Waldbrandflächen in unserer Umgebung überhaupt keinen Zweifel hat, dass eine Wiederaufforstung gelingt.

Wir hoffen, Sie haben sich mit dem Insektizid, welches Sie verspritzen lassen, auseinandergesetzt: "Das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers Syngenta nennt u.a. folgende Punkte: Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken; kann allergische Hautreaktionen verursachen; sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung, kann asthmaartige Symptome/Beschwerden verursachen …" Die Wirksubstanz im „KARATE FORST flüssig“ ist „Lambda-Cyhalothrin“ und diese Substanz enthält im Molekül die Halogene Fluor und Chlor. Im Falle einer Verbrennung und anschließender langsamer Abkühlung der Rauchgase kommt es zur Dioxinbildung.
Letztes Jahr hat es in Fichtenwalde gebrannt. Sie haben sicher davon gehört. Auch dieser Sommer soll wieder sehr trocken werden. Wenn der vergiftete Wald brennt, dann sind die Bewohner und Feuerwehrleute bedroht. Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Die Halbwertszeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) beträgt im Körperfett des Menschen etwa sieben Jahre, das sich am langsamsten abbauende 2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran ist erst nach fast 20 Jahren zur Hälfte eliminiert.

79.142 Unterzeichner (Stand 08.05.19 18:26 Uhr) der Petition Kein Gift in Brandenburgs Wäldern! sollte Sie als Vorstandsvorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg e.V. nachdenklich machen.
Tun Sie endlich das Richtige für den Wald. Stoppen Sie den Einsatz und sorgen Sie dafür, dass Waldbesitzer ihren Wald umbauen!

Fam. Hesse
Fichtenwalde

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