
Wie an dieser Stelle schon im letzten Monat berichtet, gehen die Arbeiten im Zuge der Zerstörung des Kieler Grüngürtels für den Stadionausbau weiter voran. Viele werden sich erinnern, dass die Stadtverwaltung genau mit dieser „Strategie“ bereits dem Bauvorhaben am Prüner Schlag den Weg bereitet hat.
Dazu haben wir hier einen sehr interessanten Beitrag verlinkt
https://parzelle556.wordpress.com/2022/02/05/und-wieder-werden-kieler-kleingarten-zerstort/
Des Weiteren haben wir im November letzten Jahres unsere Sorge geäußert, dass die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nur als ‚Feigenblatt‘ der Stadt Kiel im Verfahren zum Ausbau des Holstein-Stadions dienen könnte.
Und tatsächlich hat sich diese Befürchtung bestätigt, denn der nächste Schritt in Richtung „Stadionausbau, so wie der Investor es sich wünscht“ steht bereits diese Woche an und zeigt eindrücklich, dass die Pläne genauso umgesetzt werden!
Am Donnerstag, den 3. März findet die Bauausschusssitzung der Stadt Kiel statt und unter Punkt 7.3 der Tagesordnung steht die Entscheidung über den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 1014 ‚Holstein-Stadion‘ an.
Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, welchen Umfang die Unterlagen zu dieser Abstimmung haben, auf dessen Grundlage dann eine halbwegs abgewogene Entscheidung zu treffen ist, wird hier fündig:
https://ratsinfo.kiel.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=26039
Für alle anderen nachfolgend eine kurze Übersicht:
Die Stellungnahmen im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf des B-Planes Nr. 1014 ‚Holstein-Stadion’ aus dem Sommer letzten Jahres wurden in einem 45-seitigen Dokument zusammengefasst. Hinzu kommt eine 107-seitige Begründung zum B-Plan Nr. 1014 sowie ein 21-seitiger Umweltbericht dazu.
Ob sich die ehrenamtlich (!) tätigen Mitglieder des Bauausschusses diese knapp 180 Seiten - nur zu diesem Punkt der TO - wirklich durchlesen?
Vielleicht der eine oder andere, aber nötig ist es ohnehin nicht, denn der Fraktionszwang bei solchen Abstimmungen ist selbstverständlich auch in den Kieler Ausschüssen nahezu allgegenwärtig.
Trotzdem will uns die Stadt Glauben machen, dass natürlich erst "nach eingehender Beratung" entschieden wird, ob und wenn ja, welche Einwände/Vorschläge aus den Stellungnahmen sich im B-Plan wiederfinden werden.
Wörtlich heißt es: Die in den Beteiligungsschritten vorgebrachten Anregungen und Stellungnahmen sind in Anlage 2 zusammengefasst. Vorschläge zur Abwägung werden den Gremien zum Satzungsbeschluss unterbreitet.
Es ist und bleibt frustrierend!
Trotzdem wollen wir nicht aufgeben und bitten erneut an dieser Stelle um Unterstützung!
Unsere Forderung ist und bleibt:
Die vorgestellten Ausbaupläne sind überdimensioniert und müssen überarbeitet werden, damit die völlig unnötige Zerstörung des Kieler Grüngürtels an dieser Stelle nicht fortschreitet und die betroffenen Stadtteile nicht über Gebühr belastet werden!