
Seit nunmehr zehn Jahren fragen wir uns als Eltern, wie unsere damals 18-jährige Tochter Jenny ihr junges Leben verloren hat. Mit jeder „Antwort“ auf eine Frage taten sich mindestens zwei neue auf, ein Ende ist derzeit für uns noch immer nicht absehbar. Nachdem sich vor einigen Jahren die damalige Sanitätsmeisterin der Gorch Fock mit einer wichtigen Aussage bei uns gemeldet hat, nachdem sie nicht mehr der Bundeswehr angehörte, hat sich nunmehr ein weiterer ehemaliger Bundeswehrangehöriger in Form einer eidesstattlichen Versicherung geäußert. Er schilderte einen sexuellen Übergriff, der letztlich durch Jennys Tod vertuscht werden sollte. Von Beginn an hatten wir einen sexuellen Übergriff vermutet, wenn wir an die E-Mail denken, die uns Jenny wenige Tage vor ihrem Tod geschickt hatte, in der sie eindringlich betonte, dass sie am bevorstehen Wochenende unbedingt ihren Gynäkologen aufsuchen MUSS. Genau so in Großbuchstaben hatte sie damals das Wort „muss“ geschrieben.
Seitdem wir die sogenannte Ermittlungsakte kennen, können wir nur festhalten, dass wichtige Beweismittel von Beginn an verschwunden sind (Bordparka, privates Tagebuch, benutzte Unterwäsche). Jennys Kleidung, die sie beim Eintreffen in der Gerichtsmedizin am Körper trug, wurde unter der Obduktion bereits endgültig verbrannt, da sie stank. Die Staatsanwaltschaft hat dies dann nachträglich (!!) auch abgesegnet. Warum hat man sie nicht einfach eingeschweißt?
Der Sohn des damaligen Obduzenten war in der fraglichen Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 als Kamerad Jennys nur wenige Meter von Jenny entfernt an Deck. Nach unserer Auffassung lag hier eindeutig Befangenheit vor, nicht jedoch nach Auffassung der StA Kiel.
Es ist unerträglich, wenn wir als Eltern gesagt bekommen, dass wir offenbar den Tod unseres Kindes nicht verarbeiten können. Es stimmt vor allem auch nicht!. Wir müssen seit zehn Jahren mit der Gewissheit leben, dass wir unsere Tochter in diesem Leben nicht mehr sehen werden, aber um eine Verarbeitung dieses Geschehens ganz beenden zu können, müssen wir wissen, was in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 an Bord der Gorch Fock geschehen ist. Wir wollen nicht mehr, aber auch nicht weniger! Daher fordern wir die Wiederaufnahme der Ermittlungen bzw. endlich wirkliche Ermittlungen!
Weitere Informationen über die Ungereimtheiten des Falles finden sich unter www.jennyboeken.de