Petition updateWeil alte Menschen es wert sind: Altenpflege fördern statt abschaffen!Die Meinung des Landesseniorenbeirates Berlin

Altenpfleger für die AltenpflegeausbildungBerlin, Germany
Jul 1, 2014
16.06.2014, 08:40 Uhr
Altenpflege-Ausbildung erhalten
Gemeinsame Medieninformation LSBB/LSV
Landesseniorenbeirat Berlin (LSBB) und Landesseniorenvertretung Berlin (LSV) beobachten mit großer Skepsis die aktuellen Pläne der Bundesregierung, mit einer generalisierten Pflegeausbildung die Pflegeberufe weiterzuentwickeln.
„Wir verkennen nicht, dass die demografische Entwicklung und ein Zuwachs an Multimorbidität im Alter von den Pflegenden in den Krankenhäusern mehr gerontologisches Wissen verlangt und Pflegende im stationären wie ambulanten Bereich vermehrt medizinische Kenntnisse brauchen“, sagt Regina Saeger, Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Berlin. Eine Generalisierung in der Ausbildung erhöhe jedoch den Lernstoff in der Breite, was das Risiko birgt, die spezifischen Fachkenntnisse und sozialpflegerischen Kompetenzen nur ungenügend zu erlangen. „Altenpflegekräfte müssen auf die hohen körperlichen und mentalen Anforderungen von Anfang gut vorbereitet werden“, sagt Dr. Johanna Hambach, Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Berlin.
Die heute schon hohe und zunehmend wachsende Nachfrage an Pflegefachkräften sowohl in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen als auch in den Krankenhäusern wird die Dynamik für die Beschäftigung im Pflegebereich verstärken. Dies darf nicht zu Lasten der jeweiligen Versorgungsqualität gehen, die durch die Generalisierung künftig mit allgemeinen Pflegekompetenzen erbracht werden müsste. Vielmehr sollten gut ausgebildete Pflegende mit spezifischen Wissen in multiprofessionellen Teams in den Versorgungssektoren zusammenarbeiten.
„Die Wertschätzung für den Beruf können wir alle nur gemeinsam erhöhen, denn altern geht jeden und jede an“, sagt Regina Saeger. „Nur eine bessere gesellschaftliche Anerkennung, eine leistungsgerechte Bezahlung, ausreichende wie verlässliche Stellenschlüssel werden mehr Menschen – ob Auszubildende, Umschüler oder bereits in der Altenpflege Tätige - für die Altenpflege begeistern“, ergänzt Frau Dr. Hambach. Eine klares Ausbildungsbekenntnis und -ziel zur Altenpflege tragen dazu bei, wobei die Kostenfreiheit für alle Pflegeausbildungen notwendig ist.
Landesseniorenbeirat Berlin und Landesseniorenvertretung Berlin begrüßen die eingeleiteten Maßnahmen zur Gewinnung und Verbesserung der Ausbildung von Altenpflegern im Land Berlin und vor allem das eindeutige Bekenntnis, dass die Fachkräftesicherung in der Altenpflege ein Grundanliegen des Senats bleibt (Quelle: Leitlinie 15 der Berliner Seniorenpolitik, veröffentlicht 20.08.2013).
Die beiden Landesseniorengremien befürchten, dass mit einer generalisierten Pflegeausbildung auch die bisher bewährte Form der Qualifizierung von „Quereinsteigern“ im Rahmen einer vierjährigen berufsbegleitenden Ausbildung in der Altenpflege nicht mehr möglich sein wird. Gerade auf diesem Wege konnten interessierte Frauen, zunehmend auch Männer und Migranten für eine Tätigkeit in der Altenpflege gewonnen werden. Als „Quereinsteiger“ verfügen sie nicht nur über Erfahrungen in einer beruflichen Tätigkeit, sondern bringen auch Lebenserfahrungen und soziale Kompetenz ein. LSBB und LSV sprechen sich dafür aus, die spezifische Altenpflegeausbildung nicht abzuschaffen, sondern mit dem Anspruch hoher Professionalität und aktivierender Pflege weiterzuentwickeln.
http://www.landesseniorenbeirat-berlin.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=156
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