
Liebe Unterstützende und Freunde der Bürgerinitiative,
mit dem Ende der vegetationsfreien Zeit enden auch die Baumfällungen an der Wollankstraße. Das hat uns die Deutsche Bahn fest zugesichert. Anlass für ein neues Update und all jenen einen Dank auszusprechen, die sich in diesen Monaten beharrlich und konsequent eingesetzt haben.
Dank eurer Unterstützung und zahlreicher Gespräche mit politischen Vertretern und Vertreterinnen, der Deutschen Bahn, einem Vor-Ort-Termin, einer Kunstaktion sowie dem leidenschaftlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger während der Fällarbeiten können wir heute bestätigen, dass gut 50% der Bäume erhalten bleiben. Ein bedeutender Erfolg, der ohne diese gemeinsame Anstrengung undenkbar gewesen wäre.
Allzu viel kerngesundes Stadtgrün musste weichen, aus bautechnischen Notwendigkeiten, oft auch aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus. Bis zuletzt hielt sich die DB bedeckt zu den Details des Kahlschlags am Mauerweg. Dies gilt vor allem für den Bereich der gemauerten Sparbögen am Hinterausgang der S-Bahn-Station und entlang der Wilhelm-Kuhr-Straße, welche abgerissen werden und deshalb die Bäume weichen mussten. Trotz unserer Einwände und alternativen Vorschläge hielt die Bahn dort an ihrer Position fest und zog die Planfeststellung, an der wir infolge der allseits kritisierten Beteiligungs-Intransparenz nicht einbezogen waren, an dieser Stelle durch.
Trotzdem erweist sich das Erreichte als beachtlicher Erfolg. Der Blick vom Pflegeheim über den Spielplatz hinweg und vom Spielplatz Richtung Wollankstraße bleibt uns größtenteils erhalten. Das alles war noch im Herbst nicht selbstverständlich. Unsere selbstgesteckten Rettungs-Ziele konnten wir nicht alle erreichen, doch einige zusätzliche Bäume und Baumgruppen haben wir durch zahlreiche kleine Gespräche und Verhandlungen vor der Rodung bewahrt.
Ein besonderer Dank geht an Stefan Gelbhaar, Pankower Direktkandidat und MdB der Grünen. Sein Engagement und die Vermittlung eines direkten Drahts zur Deutschen Bahn waren entscheidend für die Zusicherung, dass die Bürgerinnen und Bürger von jetzt ab schon im Vorfeld des nächsten Bauabschnitts ernstgenommen und rechtzeitig an der Nachbepflanzung beteiligt werden. Wir begrüßen Gelbhaars Vorschlag, an der Gestaltung einer ästhetisch ansprechenden Schallschutzwand mitzuwirken, und werden in diesem Sinne weiterarbeiten.
Gemeinschaftlicher Einsatz, Fachexpertise und Dialog haben Wirkung gezeigt. Unsere Initiative ist nur eine von vielen in dieser Stadt, jedoch markiert sie einen weiteren Schritt in die richtige Richtung – hin zu mehr Bürgerbeteiligung. Unsere Arbeit ist nicht beendet. Nun geht es darum, die Gesprächsbereitschaft der Deutschen Bahn und eine ebenso frühzeitige wie transparente Informationspolitik zu verstetigen. Unser Fokus liegt auf einem dem Ort angemessenen Schallschutz und der zeitgemäßen Wiederbegrünung.
Vielen Dank an alle Beteiligten für eure Unterstützung und euer Engagement. Wir danken allen, die sich in das Thema eingearbeitet, interveniert oder Fragen gestellt haben. Und allen, die während der Rodungsphase vor Ort waren, um zu verhindern, dass die Arbeiten über das Vorgesehene und Angekündigte hinausgingen. Gemeinsam haben wir gezeigt, was möglich ist, wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Auch und gerade dann, wenn es so scheint, als seien die Entscheidungen bereits gefallen.
Unser aller Einsatz hat verdeutlicht, dass dieser besondere Ort den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen liegt und unsere aktive Beteiligung an seiner Gestaltung verdient.