
Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen,
zum Jahreswechsel gibt es auch von unserer Seite die besten Wünsche, in jeder Hinsicht. Zugleich kommen wir nicht umhin, ein Update zu unseren Bemühungen zu geben, mit der Deutschen Bahn in einen vertrauensvollen Austausch zu den geplanten Bauarbeiten am alten Mauerweg zu treten.
In den vergangenen Monaten haben wir viel erreicht. Bei der Ortsbegehung kurz vor Weihnachten hatte die Deutsche Bahn zugesichert, uns künftig in die weiteren Planungen mit einzubeziehen und regelmäßig zu informieren. Auch bei der Frage der Lärmschutzwand haben wir das Signal erhalten, dass unsere Ideen und Vorschläge Berücksichtigung finden könnten.
Gegenüber der dürren Informationspolitik der letzten Jahre und dem Vermeiden ernsthafter Bürgerbeteiligung ist dies ein bedeutender Schritt vorwärts, der zeigt, dass unser Engagement Wirkung zeigt.
Zum akuten Thema, dem drohenen Kahlschlag am Mauerweg, erreichte uns vor Weihnachten jedoch die Nachricht, dass die Rodung direkt nach Silvester beginnen soll. Beim Ortstermin vor Weihnachten wurde noch ein Gespräch über den Konfliktplan vor Beginn der Baumarbeiten in Aussicht gestellt – und somit die Möglichkeit, an einigen Stellen noch fachlich mitzureden. Der nun vorgezogene Kahlschlag überrascht uns und könnte unseren Informationen zufolge sukzessive ab morgen beginnen.
Diese Nachricht ist eine Enttäuschung. Sie steht im Widerspruch zu unseren Erwartungen nach dem Ortstermin. Auch im Widerspruch zu den Vorschlägen der an der Begehung beteiligten politischen Verantwortlichen, wie man die Fragen der Bürgerschaft besser berücksichtigen könne, ohne den Bauprozess zu verzögern.
Ehrlich gesagt: Uns ist bewusst, wir BürgerInnen und Bürger sind erst spät zum Tisch dazu gekommen. Das Signal vor Weihnachten aber lautete: wir haben verstanden, wir begrüssen das Gespräch. Und nun wird der Kahlschlag vorgezogen, ohne die konkrete, aber berechtigte Frage zu beantworten: „Wie viele Bäume und welche werden überhaupt gefällt?“
Kann es sein, dass die DB die jüngste Gesprächsbereitschaft nur simuliert hat? Wir möchten weiterin daran glauben, dass das für eine gelingende Verkehrswende so wichtige Staatsunternehmen Transparenz und Kompromissbereitschaft in die Praxis umsetzen möchte. Und wir möchten daran glauben, dass Stefan Gelbhaar, Bahnaufsichtsratsmitglied, MdB und grüner Direktkandidat bei der Wahlwiederholung im Februar, es wirklich ernst meint mit der Bürgerbeteiligung auch bei komplexen Verkehrsprojekten. So ernst wie er sich bei der Ortsbegehung für zentrale Anliegen von uns stark machte.
Maximaler Zeitdruck, zentrale Fragen maximal ungeklärt: Trotz der sich zuspitzenden Entwicklung glauben wir, dass es sich lohnt dran zu bleiben und für den Schutz der Bäume und Stadtnatur sowie unsere anderen Anliegen einzutreten.
Dafür müssen wir viele bleiben, denen dieser Stadtraum ein Anliegen ist und bleibt.
Mit besten Grüßen