

Neben Patricia Schlesinger und Wolf-Dieter Wolf sind mehrere ehemalige Führungskräfte des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) in juristische Auseinandersetzungen mit dem Sender verwickelt. Diese betreffen sowohl arbeitsrechtliche Streitigkeiten als auch strafrechtliche Ermittlungen.
1. Christoph Singelnstein (ehemaliger Chefredakteur)
Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Singelnstein wegen des Verdachts der Beihilfe zur schweren Untreue. Er erhielt ein monatliches Ruhegeld von über 8.000 Euro sowie einen Beratervertrag mit weiteren 6.300 Euro, ohne dass eine angemessene Gegenleistung ersichtlich war.
2. Hagen Brandstäter (ehemaliger Verwaltungsdirektor)
Brandstäter wurde vom RBB fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht Berlin erklärte seinen Dienstvertrag aufgrund sittenwidriger Ruhegeldregelungen für nichtig. Zudem wurde er zur teilweisen Rückzahlung einer ARD-Prämie verurteilt. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt ebenfalls gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue.
3. Christoph Augenstein (ehemaliger Produktions- und Betriebsdirektor)
Augenstein wurde ebenfalls fristlos gekündigt. Er klagte gegen die Kündigung und forderte unter anderem 455.000 Euro Schadensersatz für entgangene Nebentätigkeiten sowie 25.000 Euro Schmerzensgeld. Das Arbeitsgericht entschied, dass der RBB ihm rund 750.000 Euro Ruhegeld zahlen muss, da die Kündigung als rechtswidrig eingestuft wurde.
4. Susann Lange (ehemalige Juristische Direktorin)
Lange wurde vom RBB fristlos entlassen. Das Arbeitsgericht Berlin erklärte ihren Dienstvertrag wegen sittenwidriger Ruhegeldregelungen für nichtig. Sie wurde zur Rückzahlung einer ARD-Zulage verurteilt und legte gegen das Urteil Berufung ein.
5. Verena Formen-Mohr (ehemalige Leiterin der Intendanzabteilung)
Formen-Mohr wurde ebenfalls fristlos gekündigt. Das Arbeitsgericht wies ihre Kündigungsschutzklage ab und bestätigte die Wirksamkeit der Kündigung. Sie legte gegen dieses Urteil Berufung ein.
Diese Fälle zeigen, dass der RBB neben Schlesinger und Wolf-Dieter Wolf auch gegen weitere ehemalige Führungskräfte juristisch vorgeht, um mögliche Pflichtverletzungen und finanzielle Unregelmäßigkeiten aufzuarbeiten. (Quellen: Die Welt/FAZ/Der Spiegel/Wikipedia/T-Online)