Behandeln Sie die Amazon-Mitarbeiter/innen fair!

Stimmen Sie Tarifverhandlungen endlich zu!

Mein Name ist Christian Krähling aus Borken (Hessen). Ich bin 36 Jahre alt, habe zwei Kinder im Alter von 2 und 5 Jahren und arbeite seit 2009 bei Amazon in Bad Hersfeld. Ich habe dort als Weihnachtsaushilfe im Weihnachtsgeschäft in der Abteilung Stow (Wareneinlagerung) angefangen. Mittlerweile arbeite ich als Escalation Specialist (Bearbeitung von Kundenanfragen bezüglich der Qualität der Artikel und der Auslieferung). Obwohl die Arbeit manchmal stressig werden kann, arbeite ich gerne bei Amazon. Meine Kolleg/innen und ich setzen jeden Tag alles daran, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Auf unsere Leistung sind wir stolz!

Der Job bei Amazon ist hart. Viele KollegInnen sagen, sie fühlen sich dabei als Teil einer Maschine. Entsprechend hoch ist die Krankenquote (an manchen Tagen teilweise bis zu 20 % und darüber). Muskel- und Skeletterkrankungen  und psychische Erkrankungen sind dabei vorherrschend. Amazon arbeitet nach dem Prinzip „Standard Work“, d. h. alle Arbeitsprozesse werden nach bestimmten Regeln und an jedem Standort gleich durchgeführt. Das System nimmt dabei keine Rücksicht auf die Unterschiede unter den Menschen (d. h. z. B. ein kleinerer Mensch arbeitet an einem Tisch, der für ihn eigentlich nicht geeignet ist oder ein älterer Kollege muss genauso viel kommissionieren wie ein jüngerer usw.) Viele Kolleg/innen haben innerlich gekündigt. Ein großer Teil der deutschlandweit bei Amazon beschäftigten Kolleg/innen wird nur befristet eingestellt, viele bis zu zwei Jahren – und nicht, wie die Geschäftsleitung sagt nur zu Saisonzeiten. Doch wer befristet ist, kann sein Leben nicht planen.

Jeder unserer Arbeitsschritte wird überwacht. Jeder soll möglichst über dem Durchschnitt liegen, doch das ist mathematisch unmöglich! Gerade für die befristeten Kolleg/innen ist der Leistungsdruck hoch. Unsere Pausenwege sind lang. Unsere Vorgesetzten behandeln uns oft respektlos. Amazon macht in Deutschland einen Umsatz von über 7 Mrd. EUR, aber zahlt so gut wie keine Steuern. Gleichzeitig hat Amazon für die Errichtung seiner Versandzentren Millionen an Subventionen aus der öffentlichen Hand bekommen.

Ich fordere Amazon auf, uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu respektieren und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns zu führen. Ziel dieser Verhandlungen ist der Abschluss eines Tarifvertrages. Für unsere gute Leistung haben wir das Recht verdient, bei unseren Arbeitsbedingungen mit zu bestimmen. Wir wollen keine Almosen und stellen auch keine übertriebenen Forderungen.

Denn anders als viele denken, wendet Amazon überhaupt keinen Tarif an. Einen echten Tarifvertrag haben wir nicht. Meine Amazon Kolleginnen und ich stehen damit dem weltgrößten Onlineversandhändler schutzlos gegenüber. Regelmäßige Lohnerhöhungen, Urlaubsansprüche, Weihnachts- und Urlaubsgeld, entsprechende Zuschläge mehr Urlaubstage und eine Begrenzung der Befristungen auf ein vernünftiges Maß - das alles würde uns ein Tarifvertrag garantieren!

Amazon bezeichnet sich selbst als der größte Online-Händler der Welt. Daher verlangen wir der Branche entsprechend entlohnt zu werden. Die Kolleg/innen anderer Versandhändler, wie z. B. Otto haben längst einen Tarifvertrag - und zwar den für den Versandhandel! Wir treten dafür ein, dass der Wettbewerb in unserer Branche nicht über die Löhne der Kolleg/innen geführt wird. In den Jahren von 2005-2010 gab es bei Amazon für die lohnabhängig Beschäftigten keine Lohnerhöhungen obwohl wir ein riesiges Umsatzwachstum zu verbuchen hatten. Das hat uns gezeigt, dass wir uns nicht auf die Gutmütigkeit der Geschäftsleitung verlassen können, sondern dass wir die stetige Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen nur durch verbindliche Verträge, ausgehandelt auf Augenhöhe und akzeptabel für beide Seiten, erreichen können.

Die Geschäftsleitung von Amazon lehnt Verhandlungen jedoch kategorisch ab, obwohl wir mehrfach Kompromissbereitschaft gezeigt haben. Unsere ehrenamtlichen gewerkschaftlichen Vertreter, die Vertrauensleute und unsere Tarifkommission - demokratisch gewählt von den organisierten Kolleg/innen - werden von unserer Geschäftsleitung nicht als Gesprächspartner akzeptiert. Man möchte uns die Arbeitsbedingungen lieber weiterhin von oben herab diktitieren.

Ich bin der Meinung, dass ein großer und erfolgreicher Arbeitgeber wie Amazon uns Mitarbeiter respektieren und mit uns auf Augenhöhe verhandeln sollte.

Daher unsere Forderung:

Lieber Jeff Bezos (Firmengründer, USA), liebe Amazon Geschäftsleitung in Deutschland!

Fair heisst heisst Tarifbindung! Respektiert uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sichert endlich die Arbeits- und Einkommensbedingungen verbindlich über einen Tarifvertrag ab! Akzeptiert das in Deutschland herrschende System der Mitbestimmung! Nur so kann Amazon in Deutschland weiterhin Erfolg haben!

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