Stoppt die Ausbeutung Gambias. Keine afrikanischen Fische als Fischfutter nach China

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Keine afrikanischen Fische als Fischfutter nach China – Lebensgrundlagen werden genommen und Fluchtursachen geschaffen!

Wir möchten uns den Protesten der lokalen Bevölkerung Gambias gegen das chinesische Fischmehlwerk anschließen. Gemeinsam wollen wir die Umweltverschmutzung und Ausbeutung durch die chinesischen Fischmehlkonzerne stoppen. Eines der Grundnahrungsmittel und Haupteinnahmequellen ist der Fisch. Die lokalen Fischer Gambias, eines der ärmsten Länder der Welt, haben keine Chance gegen die großen Boote der chinesischen Konzerne. Ihnen wird die Lebensgrundlage genommen und ihr Fisch als Fischfutter nach China verschifft. Aufgrund der unzureichenden Standards der Konzerne kommt es zu großen Umweltverschmutzungen. Die einst von Touristen beliebten Strände sind mit stinkenden toten Fischen bedeckt. Das toxische Abwasser gelangt in die lokale Landwirtschaft, Ernten verkommen.

Konsequenz: Umweltverschmutzung - sinkender Tourismus - Grundnahrungsmittel und Arbeitsplätze gehen verloren - steigende Armut und Perspektivlosigkeit - Anstieg von Flucht.

Helfen Sie uns, sich solidarisch der Protestgruppe vor Ort anzuschließen und für ein unabhängiges Gambia zu kämpfen!

 

The situation (German and English version): 

Gambia, ein Land auf dem Weg zur Abhängigkeit?
Nach 22 Jahren Diktatur die erste demokratische Wahl, Sieg der Oppositionspartei. Hoffnung auf einen Neuanfang, auf Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Aufschwung, Hoffnung auf eine Perspektive im eigenen Land, Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Der neue Präsident Adama Barrow versprach den Gambiern Freiheit, Demokratie, Fortschritt und Wohlstand. Er schuf große Hoffnung in der Bevölkerung.
Diese Hoffnung ist aktuell in Gefahr.
Gambia, der kleinste Festlandstaat Afrikas hat ca. 2 Mio. Einwohner und liegt an der Westküste des Kontinents. Gambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bevölkerung ist im Schnitt 19 Jahre alt und lebt durchschnittlich von einem Euro am Tag(1 Quelle: siehe unten). Gemessen an der Gesamtbevölkerung hat Gambia eine der höchsten Auswanderungsraten der Welt – jeder Fünfte der 2015 über das Mittelmeer floh, soll aus Gambia gekommen sein(2,3). Deutschland ist seit 2012 neben Italien Hauptaufnahmeland für gambianische Migranten(4). Die Menschen fliehen vor Armut und Perspektivlosigkeit. Doch seit dem Amtsantritt Barrows sind tausende Gambier mit neuer Hoffnung freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt. Sie hoffen auf eine Zukunft in Gambia. „The smiling cost of Africa“, wie die Gambier ihr Land liebevoll nennen, begeistert mit Traumstränden und einer großartigen Gastfreundschaft auch viele Touristen. Die Haupteinnahmequellen sind der Tourismus, die Agrarwirtschaft und die Fischerei(5). Dank des Tourismus gibt es sichere Jobs in der Hotelbranche, im Kunsthandwerk, für Taxifahrer und bei Touristenattraktionen. Seit dem Präsidentenwechsel versuchen sich immer mehr Einheimische in der Tourismusbranche selbstständig zu machen.
Die wichtigste wirtschaftliche Ressource des Landes ist der Fisch. Die Agrarwirtschaft und die Fischerei machen 60% des Bruttoinlandsproduktes aus(6). Mit Pirodjen (bunte kleine, in Handarbeit gefertigte Holzboote) fahren die Fischer aufs Meer. Sie fischen für den Eigenbedarf und die umliegenden Hotels. Kleine Mengen werden ins Ausland verkauft. Fisch und Reis sind die Grundnahrungsmittel der Gambier und sorgten für Arbeitsplätze. So sah es aus. Bis chinesische Großinvestoren kamen, um wie bereits im Senegal, Guinea-Bissau und weiteren westafrikanischen Ländern auch in Gambia Fischerei Lizenzen aufzukaufen. Die ohnehin nur kleine Existenzgrundlage der westafrikanischen Bevölkerung wird von überwiegend chinesischen und europäischen Firmen aufgekauft. Den einheimischen Fischern wird jeglicher Fisch und somit ihre Einnahmequelle genommen. Fisch ist in vielen westafrikanischen Ländern eine der wichtigsten Einnahmequellen. Zusätzlich liefert er wertvolles Eiweiß, der in Dürreperioden Hungerkatastrophen entgegenwirken kann. Durch das Aussterben der Subsistenzfischerei und der stetig sinkenden Menge an Fisch, die im Land verbleibt, ist die Ernährungssicherheit massiv bedroht(7).
Konsequenz: Armut, Perspektivlosigkeit und somit auch ein Anstieg der Fluchtursachen (im Senegal bereist Hauptursache für Flucht).

Noch gibt es Hoffnung für die Bevölkerung in Gambia ihren Fisch selbst zu nutzen, Arbeitsplätze zu erhalten und weiter an einem Wirtschaftsaufschwung in dem Land zu arbeiten. Aber nicht mit der chinesischen Firma „Golden Lead“ und der Libanesisch-Chinesischen „Nessim Fish Mill Company“(8).


Was ist der Grund für diesen Text?
Über einheimische Freunde aus einem kleinem Fischerdorf namens Sanyang erhielten wir schockierende Bilder mit Massen von toten Fischen am Strand und von Demonstrationen der Dorfbevölkerung. Sie demonstrieren gegen die Umweltverschmutzung und die wirtschaftliche Bedrohung durch die Fischmehlfabrik.
In dem kleinem traditionellem Dorf Sanyang, gelegen am Paradise Beach, hat sich seit dem Präsidentenwechsel einiges getan. Erste Grundrisse für kleine Restaurants oder Hotels stehen, es wird eine Trommelschule gegründet und die junge Bevölkerung scheint hochmotiviert, sich hier eine Zukunft aufzubauen. Hinter dem Strand und dem Mangrovenwald betreiben die Frauen ihre Landwirtschaft. Zum Verkauf und für den Eigenbedarf bauen sie Gemüse an. Alles scheint friedlich und hoffnungsvoll. Die Schulen sind gut besucht und weitere im Aufbau.
Plötzlich beginnen die Bauarbeiten. Die „Nessim Fish Mill Company“ lässt sich direkt an der Strandauffahrt nieder. Das erste Gebäude steht und die ersten LKW mit Fisch werden abtransportiert. Die Bevölkerung behauptet, nichts von der Firma gewusst zu haben. Neben den chinesischen Mitarbeitern wurde laut ihren Angaben ein (!) Einheimischer eingestellt. Schon nach wenigen Tagen in Betrieb beklagt die Bevölkerung einen schlimmen Gestank und tausende tote Fische am Strand. Giftiges, stinkendes Abwasser wird in der Natur abgelassen, wodurch die Pflanzen im Umkreis eingehen. Ungenutzte Fischreste werden in Mengen im Meer entsorgt. Toter Fisch wird angespült und verursacht einen üblen Gestank (9,10).
Die Niederlassung der Firma wird große Folgen für die lokale Bevölkerung haben!!
Wir möchten uns dem Protest der Gambier anschließen.
In einem Schreiben vom 6. Mai 2018 beklagen sie die Umweltverschmutzung, die Sorge um Arbeitsplätze, um steigende Fischpreise und einen schlimmen Gestank, der die Umwelt für Einheimische sowie Touristen ungenießbar macht (Hotels, Restaurants, Taxifahrer, Shops, Schulen -  alle werden die Folgen spüren).
Lebensgrundlagen werden genommen und Fluchtursachen geschaffen!
Wir möchten uns aus Deutschland und Europa an dem Protest beteiligen, denn die Situation geht uns alle etwas an. Sanyang, sowie die Nachbarfischerdörfer Gunjur und Kartoong sind beispielhaft für die große Ungerechtigkeit und Ausbeutung in dieser Welt. Jeder kann seinen Beitrag leisten, etwas dagegen zu tun. Wir können die durch Ausbeutung für uns günstigen erwerblichen Produkte boykottieren, oder noch besser, sie schon im Aufbau stoppen. Die Großmacht China investiert schon seit Jahren mehrere Milliarden Dollar in den an Rohstoffen reichen Kontinent und bringt Afrika langfristig damit in eine große Abhängigkeit(11).
Durch den Ausbau und die daraus folgenden Konsequenzen der ausländischen Fischereibetriebe an der Westafrikanischen Küste, in diesem Fall in Sanyang, gehen jegliche Perspektiven im Land verloren. Die Arbeitslosenzahl wird steigen und es werden sich wieder mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen müssen.
In Deutschland ist immer wieder die Rede von „Fluchtursachen Bekämpfung“, aber hier werden Fluchtursachen geschaffen.
Nur durch die Verhinderung des Deals können die Menschen in Sanyang weiterhin ihre Existenzen aufbauen und auch in Zukunft von ihrem eigenen Fisch und dem Tourismus leben. Dies muss auch im Sinne des Präsidenten sein. Wir möchten den Präsidenten ermutigen, sich den chinesischen Firmen zu widersetzen und sich auf die eigene Bevölkerung und deren wirtschaftlichen Aufschwung zu konzentrieren. Unabhängigkeit, wirtschaftlicher Aufschwung und eine Perspektive im eigenem Land wurde den Menschen versprochen. Wir fordern den Präsidenten auf, sich an sein Versprechen zu halten, die Hoffnung und den Willen seines Volkes zu sehen und den Menschen und seinem Land zur Selbstständigkeit zu verhelfen.


Unterstützen Sie uns in dieser Forderung mit Ihrer Unterschrift!!

 

English version: 

The Gambia, a diminishing hope?


Following 22 years of dictatorship the first democratic election, victory for the new opposition. Hope for a new dawn, a new beginning, independence, hope for a boom, for improvement, for a brighter future arises. The new president, Adama Barrow, promised the Gambia freedom, democracy, advancement and wealth, people believed him and the first time for years they draw hope from his words.
But right now this fragile hope is massively endangered.
The Gambia, Africa´s smallest mainland state, placed on Africa´s west coast with around two million inhabitants, is one of the poorest countries in the world. The average age of people living in there is 19 and most of them are living their lives with an average daily income of a single Euro. In relation to its total population the Gambia has one of the highest rates of emigration of the world – every fifth who flees across the Mediterranean Sea is supposed to be Gambian. Germany is since 2012, in combination with Italy, one of the main receiving countries of immigrants coming from the Gambia. They flee from poverty and lack of prospects. But since Barrow´s accession thousands of Gambians chose to remigrate. They do so because now they feel like they have a chance of improvement. They hope for a new future in their home, the Gambia. “The smiling coast of Africa” is the lovely name the Gambians use for their country and they are proven right, the Gambia amazes tourists with beautiful beaches and amazing hospitality. The main sources of income are tourism, agricultural economy and fishery. Thanks to tourism, there are safe jobs in the hotel industry, craftwork, other tourist attractions and as a cabdriver. Since Barrow´s rise to power more and more natives try to become self-employed in tourism. The most important produce in this West African country is the fish, fishery and agricultural economy provide 60 percent of the country´s GDP. With small, colorful, handcrafted, wooden boats fishermen catch fish for their own needs, local hotels and a few get sold abroad. Fish and rice are the staple foods for Gambians and represented safe jobs. That is how it used to be until Chinese major investors came and bought up fishing licenses, just like it happened before in Senegal, Guinea-Bissau and other West African countries. The already small livelihood of the West African people gets bought up and taken away from them by Chinese and European companies. Local fishermen are robbed of their source of income, additionally it is one of the few locally available foods which reduces the danger and the extend of famine catastrophes. Through the subsistence fishery going extinct and the available amount of fish within the country decreasing from day to day, food security is massively endangered.
Consequences: poverty, lack of prospects and due to this another reason to flee. (In Senegal, these factors are already the main reasons why the people try to escape the country.)
But right now there remains a little hope for the population to keep their fish and get jobs and by doing so to maintain to work for an economic upswing. Unfortunately, this small shimmer of hope will shatter once the Chinese company “Golden Lead” and the Lebanes-Chinese "Nissm Fish Mill company" is allowed to settle in the Gambia.
What is the reason for this text?
Local friends living in a small fishing village located at the coast of the Gambia have send us pictures of them protesting against the pollution and sudden appearance of the Chinese company.
Sanyang is located at a lovely place, called “Paradise Beach”. Since Barrow`s rise to power a lot of things have started to change, first designs of hotels and restaurants have been created, a new school has been founded and the young population appears to be highly motivated to build up a new bright future for themselves. Behind the beach and mangrove forest, the women till the village´s fields. They grow few selected vegetables for personal need and to sell what remains. Things seem to be peaceful and working out quite well. Unfortunately, all of a sudden construction works begin. The “Nissm Fish Mill” company settles down right at the seashore`s ascent. Things start going downwards from that point on. The locals say they have not been told anything about the company and beside of one single Gambian, all employers are Chinese workers brought there by the company itself. Only a few days following the factory´s launch, the population started complaining about a disgusting smell and hundreds of dead fishes being washed up on the shore. Stinky, poisonous sewage is led into nature, causing plants and animals to die and its repelling smell drives away possible tourists.
The company´s settlement there has already and will have bad consequences for the local population.
We want to support the Gambian´s protest. In a letter from the 6th of Mai 2018, they complain about the pollution, their worries about their jobs, the disgusting smell that makes the otherwise beautiful nature impossible to enjoy for tourists as well as for locals, rising prices for fish. The consequences will hurt everyone down in the Gambia, schools, hotels, restaurants, cabdrivers and plenty more.
Livelihoods get willingly destroyed and reasons to flee are created
Sanyang, as well as the adjacent villages Gunjur and Kartoong are prime examples for the ongoing injustice happening right now. Anyone can help and to something about it. We can stop exploitation by boycotting products, made cheap for us by cheating those who are in severe need. China invests billions of dollars into the African continent, because it has abundant resources and creates a disastrous dependence.
Throughout the expansion of the foreign fishing at the Westafrican coastline, more and more people will lose their job, the ability to take care of themselves and their families and try to flee to Europe.
Everybody talks about the need of “fight the reasons of flight”, but in this case reasons are knowingly created and it appears like nobody cares about it.
There is only one chance to prevent this from happening, the settlement of foreign companies down there needs to be stopped. The people living in Sanyang depend heavily on tourism and fishing, it is their only chance of improving their lives. This must be in line with president Barrow. We want to encourage him to defy the companies and to prioritize the wealth, security and welfare of the Gambians. He promised independence, economic upswing and new hope. We demand him to follow his words, to see the need of his people and the chance that he has.

Show your support and sign the petition! 

 

Quellen: 

  1. https://www.morgenpost.de/politik/article207550757/Letzte-Hoffnung-Europa-der-Atlas-der-Fluchtursachen.html 
  2. https://www.welt.de/politik/ausland/article155635178/Dieses-Land-hat-das-Flucht-Business-perfektioniert.html
  3. https://www.deutschlandfunk.de/gambia-flucht-vor-armut-und-arbeitslosigkeit.799.de.html?dram:article_id=332218
  4.  https://fluechtlingsforschung.net/ruckkehr-von-migranten-nach-gambia-die-junge-demokratie-darf-nicht-uberstrapaziert-werden
  5. http://ipicture.de/daten/wirtschaft_gambia.html
  6. http://ipicture.de/daten/wirtschaft_gambia.html
  7. http://www.fluchtgrund.de/2016/05/senegal-gefluechtet-weil-eu-trawler-ihre-kuesten-leer-fischen/
  8. http://standard.gm/site/2018/06/05/sanyang-decry-pollution-by-fish-mill-factory/http://standard.gm/site/2018/06/05/sanyang-decry-pollution-by-fish-mill-factory/
  9. http://www.gambianews24.com/sanyang-community-applaud-the-temporal-closure-of-fishmeal-factory/
  10. http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/hintergrund/183373/index.htmlhttp://fatunetwork.net/golden-lead-factory-exploiting-gunjur-beach/
  11. https://www.freedomnewspaper.com/2018/06/30/gambia-breaking-news-sanyang-residents-to-demonstrate-against-golden-lead-today/
  12. http://www.projectsingambia.org/informationen-zu-gambia/wirtschaft
  13. https://www.youtube.com/watch?v=v8z98V869Ys
  14. https://www.youtube.com/watch?v=sjKZf0SJqbQ&feature=youtu.be


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