Adnan soll in Deutschland bleiben dürfen! Dringend!

Das Problem

Adnan soll in Deutschland bleiben dürfen!

Adnan ist ein 28-jähriger junger Mann aus dem Kosovo, der seit seiner Kindheit eine schwere Tetraspastik hat und deshalb auf einen Rollstuhl und tägliche Unterstützung angewiesen ist. Nach dem Schwerbehindertengesetz hat Adnan einen Grad der Behinderung von 100%.

Situation im Kosovo
Adnan ist in Lipjan geboren und aufgewachsen. Aufgrund seiner körperlichen Behinderung wurde er von seinem Vater nie akzeptiert und schlecht behandelt. Für einen Rollstuhl oder die dringend benötigte medikamentöse Versorgung stand nie Geld zur Verfügung. Sein Vater hatte keine feste Arbeit und gab das wenige Geld der Familie für Alkohol aus, unter dessen Einfluss er Adnan gegenüber auch aggressiv wurde und ihn in sein Zimmer eingesperrt hat. Gepflegt und versorgt wurde Adnan hauptsächlich von seiner Mutter, von der er auch aufrgrund des Fehlens einer behindertengerechten Toilette bei den täglichen Toilettengängen abhängig war. Da Adnan im Kosovo keinen Rollstuhl hatte, konnte er sich nur äußerst mühsam und unagenehm auf seinen Knien fortbewegen. Die letzten fünf Jahre im Kosovo verbrachte Adnan fast nur noch in seinem Zimmer, wo er in seinem Bett lag und viel geschlafen hat. Er konnte weder eine Schule besuchen noch einer Arbeit nachgehen, diese Möglichkeiten gibt es im Kosovo nicht für Menschen mit Behinderung. Die Suche nach medizinischer Hilfe und die unerträgliche familiäre Situation waren schließlich die Gründe für die Ausreise mit dem Ziel Deutschland.

Situation in Deutschland
Zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder reiste Adnan im Dezember 2014 nach Deutschland ein und stellte einen Asylantrag. Sehr motiviert begannen die Brüder sich in Tübingen zu integrieren: Bespielsweise besuchte Adnan Treffen mit Ehrenamtlichen in der Unterkunft, bekam regelmäßig Deutschunterricht von einer ehrenamtlichen Unterstützerin und besuchte die Veranstaltungen des Projekts "Barrieren überwinden - für Menschen mit Migrationshintergrund, die Angehörige mit Behinderung haben" der Tübinger Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung. Dort beteilgt sich Adnan seither auch am Computerkurs – zusammen mit einem Tandempartner, der Albanisch spricht und somit eine Hilfe in der Kommunikation mit den anderen Teilnehmer*nnen darstellt – und nimmt an der "Selbsthilfegruppe für Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung" teil.
Seine Mutter reiste schließlich im Sommer 2015 freiwillig aus und ging zurück in den Kosovo. Von da an versorgte sein Bruder Adnan alleine. Im September 2016 kam schließlich der endgültige Ablehnungsbescheid für die beiden Brüder mit der Aufforderung zur Ausreise. Die Mitteilung, dass Adnan Deutschland verlassen muss und wieder zurück in den Kosovo reisen soll, stürzte Adnan in eine tiefe Krise und in ihm machte sich der Gedanke breit, dass er lieber sterben will als zurück in den Kosovo zu gehen. Er weigerte sich der freiwilligen Ausreise zuzustimmen und zu unterschreiben. Der Gedanke zurückzumüssen löste riesige Ängste in ihm aus und war offensichtlich nicht zu ertragen. Adnan aß nichts mehr und war nicht mehr ansprechbar, so dass sein Bruder ihn in die Psychiatrie brachte, da er große Sorgen hatte, Adnan könnte sich etwas antun.
Anfang November 2016 verließ der Bruder schließlich freiwillig Deutschland und kehrte in den Kosovo zurück, inzwischen lebt er in Albanien. Adnan weigerte sich nach wie vor freiwillig auszureisen und seinen Bruder zu begleiten. Da weiterhin eine suizidale Gefährdung bestand und der Zustand sich nach der Ausreise seines Bruders erneut verschlechtert hatte, wurde Adnan wieder in der Psychiatrie aufgenommen.

Momentane Situation
Seit Mitte November 2016 wird Adnan nun von der Sozialstation des DRK und der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung gepflegt und betreut und macht viele Fortschritte: er hat sein Deutsch stark verbessert und versteht inzwischen schon vieles, er ist weitaus selbständiger geworden und beginnt Verantwortung zu übernehmen. Erfreulich ist auch, dass er zunehmend von sich aus seine Wünsche und Bedürfnisse äußert. Bei der Lebenshilfe hat Adnan inzwischen Freunde gefunden, ist bekannt und beliebt bei den Menschen mit und ohne Behinderung. Unterstützung erfährt Adnan durch Ehrenamtliche und durch Bekannte aus dem Kreis Tübingen, die ursprünglich aus dem Kosovo kommen und ihn regelmäßig besuchen und auf seinem Weg begleiten.

Nach wie vor löst die Vorstellung wieder zurückzumüssen in Adnan große Ängste und Hoffnungslosigkeit aus – wobei seine Hoffnung trotzdem groß genug ist, um weiterhin eifrig Deutsch zu lernen. In der Zeit, die er in Deutschland verbracht hat, habe er viel mehr schöne Erfahrungen sammeln dürfen, als in den gesamten 26 Jahren zuvor, so Adnan. Er hat die Freude an Spaziergängen im Rollstuhl und die Freundschaft vieler Personen kennengelernt, denen er mit seiner positiven Ausstrahlung, die er trotz allem nicht verliert, ans Herz gewachsen ist.

Währenddessen hat sein Vater Adnan aufgrund des von ihm nicht erlaubten Verlassens des Kosovo verstoßen und ist nicht bereit ihn wieder aufzunehmen, zudem fühlt sich die Mutter der Versorgung altersbedingt nicht mehr gewachsen. Adnan hat im Kosovo keinen Ort, an den er gehen kann.

Ein Härtefallantrag für Adnan wurde bereits gestellt und diese Petition soll dabei helfen zu einer positive Entscheidung der Härtefallkommission beizutragen.


Begründung des Bleiberechts

  • Die Erfahrungen in seinem Heimatland Kosovo sind traumatisch für Adnan: das Leben als Mensch mit Behinderung heißt Ausgrenzung, gesellschaftliche Teilhabe wie Schule oder Arbeit ist nicht möglich, er ist im Haus gefangen.
  • Es gibt nur einen eingeschränkten Zugang zu medizinischen Leistungen, Hilfsmittelversorgung, zu Reha- und Fördermaßnahmen, sozialen Eingliederungsmaßnahmen, zu Teilhabe.
  • Die familiäre Situation ist prekär: wegen der nicht erlaubten Ausreise nach Deutschland lehnt der Vater die Rückkehr in sein Haus ab, er hat seinen Sohn verstoßen, der Bruder ist nicht in das Haus des Vaters zurückgekehrt und lebt inzwischen in Albanien.
  • Einrichtungen, in denen Adnan sinnvoll untergebracht werden könnte, gibt es im Kosovo nicht.
  • Aufgrund der traumatischen Erfahrungen in Verbindung mit der drohenden Abschiebung hat Adnan nach wie vor Suizidgedanken.
  • Adnan ist als besonders schutzbedürftiger Flüchtling zu betrachten.


Adnan soll in Deutschland ein würdiges Leben im Kreis seiner neugewonnen Freunde leben und weiter aufblühen dürfen – mit dauerhaftem Bleiberecht!

Die Freunde und Unterstützer*innen Adnans

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Jochen SchwabPetitionsstarter*in
Diese Petition hat 983 Unterschriften erreicht

Das Problem

Adnan soll in Deutschland bleiben dürfen!

Adnan ist ein 28-jähriger junger Mann aus dem Kosovo, der seit seiner Kindheit eine schwere Tetraspastik hat und deshalb auf einen Rollstuhl und tägliche Unterstützung angewiesen ist. Nach dem Schwerbehindertengesetz hat Adnan einen Grad der Behinderung von 100%.

Situation im Kosovo
Adnan ist in Lipjan geboren und aufgewachsen. Aufgrund seiner körperlichen Behinderung wurde er von seinem Vater nie akzeptiert und schlecht behandelt. Für einen Rollstuhl oder die dringend benötigte medikamentöse Versorgung stand nie Geld zur Verfügung. Sein Vater hatte keine feste Arbeit und gab das wenige Geld der Familie für Alkohol aus, unter dessen Einfluss er Adnan gegenüber auch aggressiv wurde und ihn in sein Zimmer eingesperrt hat. Gepflegt und versorgt wurde Adnan hauptsächlich von seiner Mutter, von der er auch aufrgrund des Fehlens einer behindertengerechten Toilette bei den täglichen Toilettengängen abhängig war. Da Adnan im Kosovo keinen Rollstuhl hatte, konnte er sich nur äußerst mühsam und unagenehm auf seinen Knien fortbewegen. Die letzten fünf Jahre im Kosovo verbrachte Adnan fast nur noch in seinem Zimmer, wo er in seinem Bett lag und viel geschlafen hat. Er konnte weder eine Schule besuchen noch einer Arbeit nachgehen, diese Möglichkeiten gibt es im Kosovo nicht für Menschen mit Behinderung. Die Suche nach medizinischer Hilfe und die unerträgliche familiäre Situation waren schließlich die Gründe für die Ausreise mit dem Ziel Deutschland.

Situation in Deutschland
Zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder reiste Adnan im Dezember 2014 nach Deutschland ein und stellte einen Asylantrag. Sehr motiviert begannen die Brüder sich in Tübingen zu integrieren: Bespielsweise besuchte Adnan Treffen mit Ehrenamtlichen in der Unterkunft, bekam regelmäßig Deutschunterricht von einer ehrenamtlichen Unterstützerin und besuchte die Veranstaltungen des Projekts "Barrieren überwinden - für Menschen mit Migrationshintergrund, die Angehörige mit Behinderung haben" der Tübinger Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung. Dort beteilgt sich Adnan seither auch am Computerkurs – zusammen mit einem Tandempartner, der Albanisch spricht und somit eine Hilfe in der Kommunikation mit den anderen Teilnehmer*nnen darstellt – und nimmt an der "Selbsthilfegruppe für Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung" teil.
Seine Mutter reiste schließlich im Sommer 2015 freiwillig aus und ging zurück in den Kosovo. Von da an versorgte sein Bruder Adnan alleine. Im September 2016 kam schließlich der endgültige Ablehnungsbescheid für die beiden Brüder mit der Aufforderung zur Ausreise. Die Mitteilung, dass Adnan Deutschland verlassen muss und wieder zurück in den Kosovo reisen soll, stürzte Adnan in eine tiefe Krise und in ihm machte sich der Gedanke breit, dass er lieber sterben will als zurück in den Kosovo zu gehen. Er weigerte sich der freiwilligen Ausreise zuzustimmen und zu unterschreiben. Der Gedanke zurückzumüssen löste riesige Ängste in ihm aus und war offensichtlich nicht zu ertragen. Adnan aß nichts mehr und war nicht mehr ansprechbar, so dass sein Bruder ihn in die Psychiatrie brachte, da er große Sorgen hatte, Adnan könnte sich etwas antun.
Anfang November 2016 verließ der Bruder schließlich freiwillig Deutschland und kehrte in den Kosovo zurück, inzwischen lebt er in Albanien. Adnan weigerte sich nach wie vor freiwillig auszureisen und seinen Bruder zu begleiten. Da weiterhin eine suizidale Gefährdung bestand und der Zustand sich nach der Ausreise seines Bruders erneut verschlechtert hatte, wurde Adnan wieder in der Psychiatrie aufgenommen.

Momentane Situation
Seit Mitte November 2016 wird Adnan nun von der Sozialstation des DRK und der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung gepflegt und betreut und macht viele Fortschritte: er hat sein Deutsch stark verbessert und versteht inzwischen schon vieles, er ist weitaus selbständiger geworden und beginnt Verantwortung zu übernehmen. Erfreulich ist auch, dass er zunehmend von sich aus seine Wünsche und Bedürfnisse äußert. Bei der Lebenshilfe hat Adnan inzwischen Freunde gefunden, ist bekannt und beliebt bei den Menschen mit und ohne Behinderung. Unterstützung erfährt Adnan durch Ehrenamtliche und durch Bekannte aus dem Kreis Tübingen, die ursprünglich aus dem Kosovo kommen und ihn regelmäßig besuchen und auf seinem Weg begleiten.

Nach wie vor löst die Vorstellung wieder zurückzumüssen in Adnan große Ängste und Hoffnungslosigkeit aus – wobei seine Hoffnung trotzdem groß genug ist, um weiterhin eifrig Deutsch zu lernen. In der Zeit, die er in Deutschland verbracht hat, habe er viel mehr schöne Erfahrungen sammeln dürfen, als in den gesamten 26 Jahren zuvor, so Adnan. Er hat die Freude an Spaziergängen im Rollstuhl und die Freundschaft vieler Personen kennengelernt, denen er mit seiner positiven Ausstrahlung, die er trotz allem nicht verliert, ans Herz gewachsen ist.

Währenddessen hat sein Vater Adnan aufgrund des von ihm nicht erlaubten Verlassens des Kosovo verstoßen und ist nicht bereit ihn wieder aufzunehmen, zudem fühlt sich die Mutter der Versorgung altersbedingt nicht mehr gewachsen. Adnan hat im Kosovo keinen Ort, an den er gehen kann.

Ein Härtefallantrag für Adnan wurde bereits gestellt und diese Petition soll dabei helfen zu einer positive Entscheidung der Härtefallkommission beizutragen.


Begründung des Bleiberechts

  • Die Erfahrungen in seinem Heimatland Kosovo sind traumatisch für Adnan: das Leben als Mensch mit Behinderung heißt Ausgrenzung, gesellschaftliche Teilhabe wie Schule oder Arbeit ist nicht möglich, er ist im Haus gefangen.
  • Es gibt nur einen eingeschränkten Zugang zu medizinischen Leistungen, Hilfsmittelversorgung, zu Reha- und Fördermaßnahmen, sozialen Eingliederungsmaßnahmen, zu Teilhabe.
  • Die familiäre Situation ist prekär: wegen der nicht erlaubten Ausreise nach Deutschland lehnt der Vater die Rückkehr in sein Haus ab, er hat seinen Sohn verstoßen, der Bruder ist nicht in das Haus des Vaters zurückgekehrt und lebt inzwischen in Albanien.
  • Einrichtungen, in denen Adnan sinnvoll untergebracht werden könnte, gibt es im Kosovo nicht.
  • Aufgrund der traumatischen Erfahrungen in Verbindung mit der drohenden Abschiebung hat Adnan nach wie vor Suizidgedanken.
  • Adnan ist als besonders schutzbedürftiger Flüchtling zu betrachten.


Adnan soll in Deutschland ein würdiges Leben im Kreis seiner neugewonnen Freunde leben und weiter aufblühen dürfen – mit dauerhaftem Bleiberecht!

Die Freunde und Unterstützer*innen Adnans

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Jochen SchwabPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Härtefallkommission Baden-Württemberg
Härtefallkommission Baden-Württemberg
Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg

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Petition am 30. Dezember 2016 erstellt