Filzgleiter für die Ausländerbehörde

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Sehr geehrter Herr Seehofer, 


jüngst musste ich mit meinem Mann zur Ausländerbehörde am Friedrich-Krause-Ufer in Berlin. Nach nur zweieinhalb Stunden Wartezeit, war unsere Nummer, die wir erst am selben Morgen gezogen hatten, endlich dran. Dies war nicht mein erster Besuch in der Behörde. Schon bei meinem ersten Stelldichein im Mai war mir aufgefallen: Im Zimmer der Sachbearbeiter*innen gibt es für die Antragsteller*innen keine Stühle. Im Mai war ich nach stundenlangem Warten zu erschöpft gewesen, um nach dem Grund zu fragen, warum man sich hier nicht setzen darf, wie ich es - als deutsche Staatsbürgerin - von unseren Behörden eigentlich kenne. 


Bei meinem zweiten Besuch nun, wollte ich es genau wissen. Auf meine Frage bekam ich folgende Antwort: Beim Verrücken der Stühle entstünde einfach zu viel Lärm. Die Antragsteller*innen dürfen nämlich während der Überprüfung Ihrer Fälle, die an den Computern der Sachbearbeiter geschieht, nicht im Raum bleiben, sondern werden zurück in den Wartebereich geschickt. Dort herrschte bei meinem zweiten Besuch eine ganz spezielle Stimmung: Draußen erreichte das Thermometer an diesem Tag tropische Temperaturen. Schon um 8 Uhr morgens waren es in Berlin 30 ° C. Im Wartebereich der Ausländerbehörde lassen sich manche Fenster gar nicht, wenige nur einen kleinen Spalt weit öffnen. Dadurch gelangt kaum ein Luftzug in den menschenüberfüllten Raum. Bei schätzungsweise 70 Antragstellern - darunter viele Kinder und Babies - in einem Warteraum von 50 Quadratmetern wird die Luft schon bald dick. 


Selbst hatte ich nichts zu trinken dabei. Einige meiner Leidensgenossen waren da besser ausgestattet. Sie hatten wenigstens Wasser mitgenommen. Wahrscheinlich, weil sie das Prozedere längst kennen. Jedoch bin ich - selbst als Einwohnerin von Berlin, wo man von den Behörden lange Wartezeiten gewöhnt ist - nicht auf eine solche Prozedur vorbereitet gewesen. Selbst schuld vielleicht. Warum kann man aber an solchen Tagen nicht eine Person einstellen, die die wartenden Menschen mit Wasser versorgt? Nach weiteren 20 Minuten Wartezeit wurden mein Mann und ich erneut in das Zimmer unserer Sachbearbeiterin gerufen. Wieder konnten wir uns nicht setzen. Wieder wurden wir vertröstet, wie schon vor zwei Monaten, als wir das erste Mal zur Bearbeitung unseres Anliegens da waren. Diesmal sei die wirklich zuständige Sachbearbeiterin noch bis Ende August im Urlaub. Schriftlich war man nicht in der Lage gewesen, uns dies mitzuteilen. 


Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen, das mit dem Wasser war nur eine Nebensache: Ich fordere Sie auf, Herr Seehofer, einige hundert Filzgleiter zu bestellen und sie der Ausländerbehörde in Berlin zukommen zu lassen. Dann wäre es möglich, dass in den Zimmern der Sachbearbeiter*innen Stühle aufgestellt würden und die Menschen nicht mehr vor den Tischen der Damen und Herren von der Ausländerbehörde stehen müssten. Das sich - wie mir gesagt wurde - immer nur Deutsche darüber beschweren, nicht Platz nehmen zu dürfen, kann man den geduldigen Menschen aus aller Herren Länder hoch anrechnen. Ich selbst empfinde diese Behandlung als absolute Zumutung. Wenn von unseren Steuergeldern Abschiebungen bezahlt werden, dann muss auch Geld da sein für ein paar Filzgleiter.  


In Hoffnung auf baldige Besserung, Katharina Korell



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