

Ein weiterer (Teil)erfolg unserer Initiative:
Mitte Februar meldeten die "Rheinpfalz - Ausgabe Bad Dürkheim", der "Mannheimer Morgen" und der "Evangelische Kirchenbote-Sonntagsblatt für die Pfalz", dass die Hakenkreuze am Turm der Jakobskirche in Herxheim am Berg, in dessen Innern die Hitlerglocke noch immer unsichtbar und unzugänglich hängt, durch Industriekletterer weggemeißelt wurden. Das war bereits im September 2021 geschehen, nachdem wir, die Initiative "Hitlerglocke abhängen-AUFATMEN", dies wiederholt seit 2017 gefordert hatten. Dass allerdings die beiden Hakenkreuze in einer "Nacht und Nebel-Aktion" entfernt wurden, brachte die Öffentlichkeit um die Chance, Diskussionen in Gang zu setzen, warum das Zeigen von verfassungsfeindlichen Symbolen im öffentlichen Raum verboten ist.
Christi Kreuz hat keine Haken, -oder doch?
Der Vortrag des Ethnologen Helmut Seebach vom 03.02.2022 in der alten Winzinger Kirche zu Neustadt / Wstr. ist online.
webtv.ok-weinstrasse.de
ab 13.03.22 in der Mediathek
Im 1. Teil seines Vortrages zeigt Helmut Seebach auf, dass zu den Glaubenszeugnissen, die reformierte Einwanderer aus der Schweiz in die Pfalz in Holz geschnitzt und in Stein gemeißelt hinterließen, auch das später von den Nazis missbrauchte Hakenkreuz gehört, das heute das Unzeichen schlechthin ist und dessen unkommentierte öffentliche Präsentation verboten ist.
Wir, die Initiative "Hitlerglocke abhängen-AUFATMEN" weisen darauf hin, dass einige Ausführungen im 2. Teil des Vortrages ergänzungsbedürftig bzw. korrekturbedürftig sind:
1. Die 2-bändige Publikation „Protestanten ohne Protest, die evangelische Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus“ (Paderborn 2016) ist keine „verspätete Reaktion“ auf die Veröffentlichung „Hauenstein gegen Hitler“ von Theo Schwarzmüller, Kaiserslautern 2007.
2. Die Herausgabe von „Protestanten ohne Protest“ hatte nicht zum Ziel, „ein für alle Mal reinen Tisch [mit der beschämenden Nazi-Anbiederung der pfälzischen Landeskirche] zu machen". Sie hat seit Veröffentlichung vielmehr eine Reihe von Aufarbeitungen der pfälzischen kirchlichen Nazi-Vergangenheit auf den Weg gebracht, so zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem Nachkriegswirken des 1. pfälzischen Kirchenpräsidenten Hans Stempel (1894-1970), den Westwallbau (Zwangsarbeit, Evakuierungen..) und einige mikrohistorische Untersuchungen, zu denen auch die Geschichte der Herxheimer Hitlerglocke gehört.
3. Das Zitat aus der Präambel der Vereinigungsurkunde zur pfälzischen Kirchenunion (1818) ist lokal Kaiserslautern, nicht der Lambrechter „Vor“union von 1805 zuzuordnen.