

Liebe Unterstützer*innen unserer Petition Hitlerglocke!
Proteste aus der Zivilbevölkerung, diese aufgreifend die kritisch-faire Berichterstattung in verschiedensten Medien, - national und international -, schließlich unsere Petition `Hitlerglocke´ verbunden mit der WebSite `Herxheimer Glockenskandal´ sind von dem höchsten Gremium der pfälzischen Landeskirche, der Landessynode, aufgegriffen worden:
Sie verabschiedete einstimmig das Gesetz zum „kirchlichen Umgang mit Darstellungen von judenfeindlichem, rassistischem und nationalsozialistischem Gedankengut“. Das Gesetz trat am 17. April 2021 in Kraft.
Damit wurde der von uns immer wieder eingeklagte § 1 Absatz 3 Satz 2 und 3 der Kirchenverfassung endlich angewendet. Er schreibt vor, die „Versöhnung mit dem jüdischen Volk“ zu suchen und „jeglicher Judenfeindschaft“ entgegenzutreten. Das Gesetz schließt alle Kirchengemeinden der Landeskirche mit ein, in denen sich Nazi-Relikte befinden.
Folgende konkrete, expertengestützte Massnahmen sind von der Landeskirche und den örtlichen Gremien geplant:
- Ein wissenschaftlich fundiert zu erarbeitendes digitales Projekt.
Wir erwarten uns von diesem Projekt bezogen auf Herxheim am Berg: Restlose Herausgabe und Aufarbeitung aller Dokumente, die seitens der örtlichen Gremien und seitens der Landeskirche den skandalösen liturgischen Gebrauch der Hitlerglocke ermöglichten. Dazu gehören insbesondere alle amtlichen Sachverständigen-Gutachten, die Dokumentation aller Finanzleistungen und die jeweiligen kirchenaufsichtlichen Genehmigungen seit 1934, dem Jahr der Einweihung der Hitlerglocke.
- Ein künstlerisch gestalteter Erinnerungsort vor der Kirche.
Wir erwarten, dass er den Zugang zur Hitlerglocke vor Ort oder anderswo als sicht- und wahrnehmbares Objekt miteinschließt.
Nach wie vor engagieren wir uns jedoch für das Abhängen der Glocke als der besseren Lösung weil:
- es das vielfach geäußerte Betroffensein der jüdischen und aller Opfergruppen berücksichtigte,
- es der fatalen Erstarkung des Rechtspopulismus ein in die breite Öffentlichkeit hinein wirkendes starkes Zeichen und Bekenntnis der Kirche zum freiheitlich-demokratischen Staat entgegensetzte,
- es der mentalen Belastung der Besucherinnen und Besucher der Kirche entgegenwirkte und weil
- die Kirchengemeinde Herxheim am Berg das von der Landeskirche wiederholt zugesagte liturgisch vollständige Dreiergeläut Taufglocke-Betglocke-Beerdigungsglocke bekäme.
Auf unserer WebSite Herxheimer Glockenskandal sind unter dem Menupunkt Abhängen und AUFATMEN zahlreiche vorbildliche Beispiele gelungenen Umgangs mit Nazi-Glocken aufgeführt. Jede neue Unterschrift und auch jeder mit Begründung versehene Kommentar bringt uns dem Ziel, auch für die Hitlerglocke in Herxheim am Berg eine akzeptable Lösung zu erreichen, näher. Dafür sagen wir zum wiederholten Mal herzlichen Dank!
Ulrich Loschky, Kirchenmusikdirektor und Richard Eberle, Pfarrer i.R.