Actualización de la peticiónHelfen Sie uns, die Hitlerglocke in Herxheim am Berg abzuhängen4 Jahre Herxheimer Glockenskandal, 1 Jahr Petition
Ulrich LoschkyAppenthal, Alemania
29 mar 2021

 

Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition „Helfen Sie uns, die Hitlerglocke in Herxheim am Berg abzuhängen“.

„Hochzeit unter Hitler-Glocke“. So lautete der Titel eines Berichts von Stephan Alfter in der Rheinpfalz Bad Dürkheim am 12. Mai 2017. Wer angenommen hatte, dass die Glocke daraufhin aus dem Kirchturm verschwinden würde, sah sich getäuscht: Heute, nach bald 4 Jahren, hängt die Glocke immer noch. Betrachten Sie das Foto!  Es zeigt den Altar der Antoniterkirche Köln mit Hakenkreuzfahne 1940. Quelle: From Wikimedia Commons, the free media repository. 

Niemand wird bestreiten, dass ein so hergerichteter Altar niemals in einer Kirche hätte stehen dürfen. Heute wäre er ein Fall für den Staatsanwalt. Umso unverständlicher ist es, dass eine Glocke mit eben diesem (Un)zeichen in einem Kirchenraum, -der Turm ist ein Teil davon-, hängen darf. Wie kann dieses zweierlei Maß erklärt werden?

Mit dem (Schein)argument, dass die Glocke nicht sichtbar ist? Um das krasse Missverhältnis „sichtbar / nicht erlaubt – unsichtbar / erlaubt“ ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu lenken, auch darum geht es in unserer Petition. Mehr noch: Die Petition will erreichen, dass die Hitlerglocke in Herxheim am Berg in einem öffentlich zugänglichen Raum (Museum..) für jeden sicht- und wahrnehmbar ausgestellt wird. Wir wollen sie, die Glocke, zum „Sprechen“ bringen. Das heißt: über Bild, Ton, Schrift, Internet.. sollen folgende Fakten über den Kirchturm hinaus bekannt werden: 

  • dass die Hitlerglocke in Herxheim am Berg ungestraft bis zur Stilllegung über Jahrzehnte hinweg läutete, zu Hochzeiten, Konfirmationen, Beerdigungen…
  • dass weder Kirchenleitung in Speyer noch Presbyterium noch Gemeinderat daran Anstoß nahmen
  • dass der Glockenstuhl einschließlich Hitlerglocke 2012 / 2013 aufwändig unter Aufsicht der kirchlichen Behörden saniert wurde
  • dass Kirchenglocken in der Nazizeit vor den Karren der Propaganda gespannt wurden, indem sie akustisch die Feld- und Raubzüge der Wehrmacht, die Führergeburtstage und v.a.m. feierlich überhöhten.

Die Herxheimer Hitlerglocke. -trotzalledem-, sie hängt immer noch. Ist also außer ihrer Stilllegung nichts erreicht? Wer solches behauptet, übersieht, dass der Herxheimer Glockenskandal zum Anlass wurde, bundesweit die Kirchtürme auf Naziglocken zu überprüfen. Es entstanden beispielgebende Initiativen, wie mit abgehängten Naziglocken umgegangen werden sollte. Davon seien stellvertretend genannt: Schaffung eines Glockenraums für die Naziglocke aus Hanweiler im historischen Museum der Saar, geplante Ausstellung der Hakenkreuzglocke im Gemeindezentrum in Faßberg / Niedersachsen, die Verbringung der Glocke aus Tambach-Dietharz, -dem „Christus der Deutschen“ gewidmet-, ins `Entjudungsinstitut´ Eisenach.

Das von den Landeskirchen finanzierte Eisenacher Institut wurde in der Nazizeit gegründet, um den „jüdischen Einfluss“ auf das kirchliche Leben aufzuspüren und ihn zu eliminieren. Ist es nicht so, dass auch das Hängenlassen von Naziglocken, -den dafür Verantwortlichen wohl nicht immer bewusst-, einer „Entjudung“ gleichkommt? Oder soll es unseren jüdischen Geschwistern zumutbar sein, mit Christinnen und Christen einen oekumenischen Gottesdienst „unten“ am Altar zu feiern, während „oben“, im Turm, das Vernichtungssymbol schwebt? Dieser Frage sollte gerade 2021, dem Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ nicht ausgewichen werden.

Eingeschlossen in diese Frage sind alle Menschen, denen Hitler, Hakenkreuz und „alles für´s Vaterland“ Ausgrenzung, Verderben und Vernichtung bedeuten.

Bitte unterstützen Sie die Petition weiterhin durch Werben in Ihrem Bekanntenkreis über die bekannten Kanäle. Mit einer Geldspende können Sie bewirken, dass die Petitionsseite innerhalb der weltweiten change.org - Community noch wirksamer als bisher verbreitet wird. Sie können Ihre Meinung dazu auch direkt der Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, der Kirchenregierung, dem Landeskirchenrat und den Mitgliedern der Synode der pfälzischen Landeskirche über deren Präsidium mitteilen.

landeskirchenrat@evkirchepfalz.de 

landeskirchenrat@evkirchepfalz.de z.Hdn. des Vorsitzenden der Landessynode Hermann Lorenz

Dafür und für Ihr bisheriges Engagement danken wir Ihnen:

Ulrich Loschky, Kirchenmusikdirektor, Richard Eberle, Pfarrer i.R.

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