
Liebe Unterstützer*innen,
gestern Abend, fast die gleiche Zeit, um kurz vor 21:00 Uhr haben wir unser Crowdfunding erst gestartet – wir dachten, je eher, desto besser und mit etwas Glück können wir die ersten Bestellungen Mitte September auslösen, ohne in Vorkasse gehen zu müssen.
Wir sind absolut sprachlos, das halbe Spendenziel ist fast erreicht.
NACH NICHT EINMAL 24 STUNDEN: DAAAAAAAAAANKE!
Jetzt habt Ihr uns endgültig angefixxt und wir wollen unser Projekt noch schneller, als ursprünglich geplant, in trockene Tücher bringen. Die Termine stehen schon fest, aber der Umfang ist noch nicht finalisiert: Seid versichert, jeder einzelne zusammengetragene Cent fließt in unser Vorhaben. Je eher wir das Spendenziel erreicht haben, desto weiter können wir mit verbindlichen Zusagen Bewusstsein streuen, desto mehr neue Unterstützer*innen können wir akquirieren.
Deswegen, bevor wir morgen alle ins wohlverdiente Wochenende gehen, hier nochmal die Kerninfos:
148.031 Betroffene von Partnerschaftsgewalt - so hat das Bundeskriminalamt die Statistiken der einzelnen Bundesländer für das Jahr 2020 ausgewertet. Mit einem Anstieg von 4,4 Prozent setzt das den Trend der vielen Vorjahre fort: Kontinuierlich und über die Jahre hinweg steigt die Zahl der strafrechtlich relevanten Hellfeld-Delikte von Gewalt in Partnerschaften an.
Dabei bildet die Polizeiliche Kriminalstatistik unter dem Oberbegriff „Partnerschaftsgewalt“ viele Fälle erst gar nicht ab. Die Zahlen, die belegen, wie viele Väter, Brüder, Söhne, Cousins, Freunde, Nachbarn und Männer, die projizieren (bspw. Stalker), gewalttätig gegen Frauen sind, werden bspw. gar nicht erst öffentlich gemacht.
Seit Jahren steigt auch die Zahl dokumentierter deutscher Femizide an - ungehindert.
Von ihnen wird im Rahmen der jährlichen Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik nur ein Bruchteil als „vollendetes Tötungsdelikt“ beleuchtet. Eine nationale Strategie zur Bekämpfung gibt es immer noch nicht, nicht einmal eine Begriffsdefinition [1]
Eigentlich hätten wir die Istanbul-Konvention.
Das europäische Gewaltschutzgesetz, das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, ist seit weit über vier Jahren rechtsbindend für die Bundesrepublik Deutschland. Die Realisierung dieser völkerrechtlichen Verpflichtung steht allerdings immer noch aus.
Und das, obwohl der Schutz des Lebens und das Recht auf körperliche Unversehrtheit, ohne geschlechts-spezifische Einschränkungen zum Nachteil von Mädchen und Frauen, in unserem Grundgesetz verbrieft sind.
Als sei das nicht schlimm genug – Aussichten auf Besserung besteht nicht.
In ihrer Reaktion auf eine aktuelle Anfrage der Partei die LINKE lässt die Bundesregierung [2] wörtlich verlautbaren: „Die Bundesregierung plant in Umsetzung des Koalitionsvertrags eine ressortübergreifende politische Strategie zur Prävention und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zu entwickeln, die Gewaltprävention und die Rechte der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt. Die Details der Umsetzung und die zeitliche Planung werden noch abgestimmt. (…) Sobald ein vollständiges und im Rahmen zur Verfügung stehender Haushaltsmittel umsetzbares Konzept für die Berichterstattungsstellen vorliegt, wird auf dieser Basis über die weiteren Schritte zu entscheiden sein“
WELCHE ZUR VERFÜGUNG STEHENDEN HAUSHALTSMITTEL DENN?
Die vorliegende Antwort der Bundesregierung ist der verschriftlichte, ökonomisch höchst autoaggressive, Offenbarungseid eines Rechtsstaats zu Lasten von 51% seiner Bevölkerung: Den von Gewalt betroffenen Mädchen und Frauen.
GENUG WIEDER NICHTS :: WIR WERDEN ERNEUT AKTIV – LAUT - SICHTBAR
Wir sind Euch dankbar, wenn Ihr wieder an unserer Seite seid und uns unterstützt!
Wir haben eine sehr große Kampagne vor und wir brauchen dieses Mal viele Accessoires.
Wir arbeiten seit Monaten an unserem Konzept und jetzt übertragen wir die Planung in die Welt.
Wir arbeiten alle ehrenamtlich und wir sind schon jetzt ein großes Team.
Wir werden neue Kontakte nutzen und die Akquise in Sachen weitere Unterstützer*innen intensiveren.
Wir geben einmal mehr Alles – es muss sich endlich etwas ändern, Lippenbekenntnisse reichen nicht. Leider fallen auch dieses Mal Kosten an, die wir weder mit unserem Arbeitseinsatz, noch mit Pro-Bono-Unterstützung Externer deckeln können.
Dafür haben wir gestern das Crowdfunding gestartet. Jeder einzelne Cent zählt, jeder Zuspruch, jedes Multiplizieren und Teilen.
Bitte helft uns, die Schattenpandemie Gewalt gegen Frauen einmal mehr sichtbar zu machen.
Wir rechnen im Nachgang wieder öffentlich ab, so, wie Ihr das von uns schon kennt.
Wir sind in den Startlöchern und wir freuen uns, dass Ihr wieder einsteigt,