Petition updateHerr Minister Dobrindt, setzen Sie die Istanbul-Konvention endlich um #saveXX109 FEMIZIDE 2019. @Giffey @Lambrecht @Seehofer @Spahn: MENSCHENRECHTS-CHARTA DER UN? AUCH EGAL?
Professor Dr. Kristina WolffGermany
21 Aug 2019

„Wir wollten von Beginn an speziell sexuelle Gewalt gegen Frauen in Konflikten thematisieren. (…) Es ist zentral, dass Opfer und Überlebende Unterstützung erfahren, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Zitat Christoph Heusgen, Deutscher UN-Botschafter (**)
In Myanmar, im Südsudan und im Kongo. Nicht jedoch in der Bundesrepublik Deutschland:
 
20. August 2019 in Leutesdorf: Am helllichten Morgen wird eine Frau auf einem Campingplatz von ihrem Freund mit einem Messer bedroht. Ein Zeuge schließt die Frau in ein Büro ein und bringt sie damit in Sicherheit, so die Polizei. (Rheinland-Pfalz)

20. August 2019 in Ludwigshafen: Eine 34-jährige Frau bezeugt, dass sie im Verlauf eines Streits von ihrem Ehemann zu Boden gedrückt und ihr Kopf mehrfach auf den Boden geschlagen wurde. Zudem habe er damit gedroht, sie umzubringen. Dem Ehemann ist nach eigenen Bekundungen unerklärlich, wie die schwereren Verletzungen bei seiner Frau zustande gekommen seien. (Rheinland-Pfalz)

20. August 2019 in Erfurt: Eine schwangere 37-jährige Frau wird von ihrem Freund mehrmals massiv angegriffen und schließlich mit einer Eisenstange so schwer am Kopf verletzt, dass sie in einer Klinik behandelt werden muss. Der Polizei zufolge würgte und schlug der Aggressor die Frau auf dem Balkon. Er wurde mit einem Platzverweis weggeschickt. (Thüringen)

20. August 2019 in Hofheim: Am Abend wird eine 22-jährige Frau leblos an einem Waldstück in einer Blutlache gefunden, die Reanimation bleibt erfolglos. Pressemitteilungen zufolge ist die junge Reiterin erst vor sechs Wochen hergezogen, nach der Trennung von ihrem Freund. Von einem Gewaltverbrechen ausgehend fahndet die Polizei aktuell nach dem Tatverdächtigen. (Hessen)

21. August 2019 in Werdohl: Angehörige entdecken die Leichen einer 77-jährigen Frau und ihres Mannes. Pressemeldungen zufolge hat der Mann zunächst seine Ehefrau getötet, bevor er sich suizidierte. (Nordrhein-Westfalen)

21. August 2019 in Tornesch: Um kurz nach 09:00 Uhr entdecken Polizisten in einem Haus die Leiche einer 36-jährigen Frau, die offensichtlich Opfer einer Gewalttat wurde. Ein Tatverdächtiger ist festgenommen worden, die genauen Tatumstände werden derzeit von einer Mordkommission ermittelt. (Schleswig-Holstein)

IMMER NOCH:

Seit Montag, 14. Januar 2019 werden die 20-jährige Bisrat T. H. und ihr fünf Monate alter Sohn Mekson K. H. in Wabern vermisst.

Seit Montag, 18. Februar 2019 wird die 15-jährige Rebecca Reusch in Berlin vermisst.

Seit Sonntag, 23. Juni 2019 wird die 35-jährige Anna Smaczny aus Gelsenkirchen vermisst.

Seit Samstag, 06. Juli 2019 wird die 38-jährige Shahnaz Parven in Stuttgart vermisst.

Seit Samstag, 06. Juli 2019 wird die erst acht Jahre alte Aleksandra T. aus Sigmaringen vermisst. 

Seit Samstag, 13. Juli 2019 werden die 16-jährige Tatjana und ihre 41-jährige Mutter Maria in München vermisst.

Seit Sonntag, 14. Juli 2019 wird die 24-jährige Nadine G. mit ihrem fünf Wochen alten Säugling in Nürnberg vermisst.

Seit Montag, 15. Juli 2019 wird die 15-jährige Ha Anh N. in Heidelberg vermisst.

Seit Donnerstag, 18. Juli 2019 wird die 75-jährige Jutta Sajelian aus Eltville vermisst.    

Seit Dienstag, 06. August 2019 wird die 14-jährige Leonie Pulverich aus Dieburg vermisst.                  

Seit Dienstag, 13. August 2019 wird die 15-jährige Melissa Lange in Erbach vermisst. 

@BMFSFJ #giffey @BMJV #lambrecht @BMI #seehofer @BMG #spahn:

110 grausam getötete Mädchen und Frauen in 2019 - Mindestens! (*)

https://anfdeutsch.com/frauen/bundesregierung-negiert-femizide-in-deutschland-11515

Ein nationaler Aktionsplan mit effizienten Maßnahmen (präventiv, aktiv, caritativ, judikativ, korrektiv und kollektiv) zum Schutz betroffener Mädchen und Frauen, sowie die Freigabe der dafür erforderlichen und überlebensnotwendigen Budgets sind überfällig, um dem Titel Rechts- und Sozialstaat wieder mit (Menschen-)Würde zu entsprechen.

(*) Stand 21.08.2019

(**) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/interview-heusgen-1662064

 

Leider wird auch diese Petition regelmäßig zur Multiplikation destruktiver Parolen verschiedener Reichsbürger*innen und/oder AfDler*innen und/oder anderer Trolle, missbraucht. Die Namen derer, die sich hier auf unterstem Stammtisch-Niveau negativ auslassen wiederholen sich, die populistischen Inhalte bleiben gleich. Dazu erneut:

Nahezu jede bundesdeutsche Familie hat in ihrer Biographie eine Fluchtgeschichte, sei es auf Basis religiöser (Hugenotten), politischer (Weltkriege), sexueller (Homophobie) oder anderer Umstände. Es ist ein, sehr häufig passiv erworbenes, Privileg, in einem Land leben zu dürfen, dass es sich leisten kann, Bedürftigen Platz und Schutz anzubieten.

Insofern appelliere ich dringend an Alle, noch einmal sehr genau zu überlegen, ob man selbst, bzw. die eigene Familie vom o.g. Schutz, der hier wieder und wieder, qua rechtspopulistisch-hetzenden Kommentaren, per se in Frage gestellt wird, profitierte, bevor ein weiterer, gesellschaftsspaltender und, auch in Bezug auf das Petitionsthema, völlig deplatzierter Kommentar abgelassen wird.

#saveXX richtet sich in die diametral gegenteilige Richtung aus: Der o.g. Schutz möge endlich effizient auf die Gruppe der bedrohten, gefährdeten und bereits misshandelten Frauen ausgeweitet werden! So, wie es den Anforderungen des Grundgesetzes, der Istanbul-Konventionen und auch der UN-Menschenrechtscharta entspricht.

Für den fortwährenden Versuch, das Petitionsthema durch Zerfasern aufzuweichen, indem:
1.) Die Schuld pauschal "den Flüchtlingen/ Immigranten/ Ausländern" zugeschoben wird
2.) daraufhin festgestellt wird, damit sei die verbleibende Zahl der Tötungen so gering, dass
3.) kein Handlungsbedarf bestehe, weil es kein relevantes Thema mehr gäbe, bietet diese Petition keinen Raum.

Im Rahmen dieser Petition werden keine „wichtigen Informationen“ (Nationalität) unterschlagen/ verschwiegen: Die Gewaltexzesse sind das Corpus Delicti, nicht der Pass.

Dem Grundsatz „don’t feed the Troll“ folgend, werde ich meine Energie nicht weiter auf das Kommentieren der sich kontinuierlich wiederholenden, abstrusen Entgleisungen verschwenden, sondern auf das Ziel einer messbar effizienten Reduktion der Gewaltverbrechen an Frauen fokussiert blieben.

 

 

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