Zur Hinrichtung verurteilt - Helfen Sie Amir, Said und Mohammad!

Das Problem

DE/ فارسی/EN

Während der Novemberproteste 2019 protestierten die Bewohner*innen Irans zu Tausenden gegen das unterdrückerische Regime im Land. Nun sollen drei junge Männer hingerichtet werden. Amnesty International hat dazu auch eine aktuelle Petition  gestartet, die auch unterstützt werden kann!

Die Novemberproteste 2019 entstanden aufgrund der Benzinpreiserhöhung, desolaten Wirtschaftslage und der seit 40 Jahren anhaltenden, massiven Unterdrückung der Menschen im Iran durch die korrupte, iranische Regierung. Dabei wurden Tausende Demonstranten inhaftiert, Dutzende verletzt und Hunderte während der Demonstration erschossen. Unter den Toten befanden sich Kinder und Jugendliche.

Aktuell ist bekannt geworden, dass aus der Gruppe der Inhaftierten der Novemberproteste 2019, ein islamisches Revolutionsgericht im Iran die Hinrichtung - von drei jungen Männern, Amir Hossein , Said und Mohammad, beschlossen hat. Alle drei gehören zu den Organisatoren der Novemberbewegung. Vorab wurden diese jungen Männern unter schlimmer Folter gezwungen, Schuldeingeständnisse angeblicher krimineller Taten, abzulegen. :

  • Amir Hossein Moradi, 25, hat selbst drei Jahre lang in Deutschland gelebt, bis er in den Iran zurück ging, um in der Nähe seiner Mutter und Schwester leben zu können. Er absolvierte das Gymnasium in Informatik und arbeitete als Verkäufer von Mobiltelefonen, Computern und Software in Teheran. 
  • Said Tamjidi ist 27 Jahre alt und ein Student der Elektrotechnik.
  • Mohammad Rajabi ist 25 Jahre alt und besitzt Abitur.

Das Schicksal dieser drei Jungen Männer könnte mein Schicksal sein: Ich bin Exil-Iranerin und musste selbst vor über 30 Jahren mit meinen Eltern aus dem Iran aufgrund der politischen Situation und Verfolgung durch die Regierung flüchten.

Am 16. November 2019 nahmen Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi an Protesten in der Sattar-Khan-Straße in Teheran teil und wurden später verhaftet.

Ihr Todesurteil, wird mit der „Feindschaft zu Gott“ (Moharebeh) begründet. Die Justiz beschuldigt sie unter anderem Aufstandsführer zu sein, die während der Novemberproteste Tankstellen und Banken in Brand gesetzt, diese gefilmt und an ausländische Medien geschickt hätten. Sie hätten damit gegen die gegen die Islamische Republik Iran gehandelt. Der Prozess gegen die drei jungen Männer war dabei grob ungerecht.

"Die meisten Anschuldigungen seien falsch und sie hätten unter Folter gestanden, um sie zu einem erzwungenen Geständnis zu zwingen". Sie fügten hinzu, dass sie „die Ungerechtigkeit im Land satt hatten und auf die Straße gingen, um dagegen zu protestieren". Alle waren nach ihrer Verhaftung wochenlang gewaltsam verschwunden und hatten keinen Zugang zu ihrem Anwalt während der Ermittlungsphase. Das "Geständnis" von Amir Hossein Moradi, das in einem Propagandavideo an staatlichen Fernsehtagen ausgestrahlt wurde bevor ihr Prozess stattfand, wurde als Beweismittel verwendet, um sie zu verurteilen.Die drei Männer sind derzeit inhaftiert im Gefängnis Fashafouyeh, in der Provinz Teheran.

***Update 3. März 2020: Berichten zufolge wurden Amir Hossein, Mohammad und Said zusammen mit 17 weiteren Demonstranten der Novemberproteste auf Station 1, Zelle 11 des Großraumgefängnisses von Teheran in unmittelbarer Nähe von gefährlichen Kriminellen verlegt. Sie stehen alle im Verdacht sich mit Coronavirus infiziert zu haben, nachdem Amir Hossein darauf positiv getestet worden sein soll! Station 1 ist gefährlich: In der selben Zelle wurde bereits 2019 Alireza Shir Mohammadi, ein 21 jähriger politischer Gefangener, von zwei wegen Drogendelikten verurteilten Gefangenen erstochen. Zugang zu medizinischer Versorgung und Hygieneartikeln ist ebenfalls nicht vorhanden.

Die Familien dieser Männer stehen seit der Urteilsverkündung unter Schock, aber müssen schweigen.

Wir als Unterzeichner, fordern die Vertreter der Deutschen Bundesregierung dazu auf, Druck auf die iranische Regierung auszuüben und diese Hinrichtungen zu verhindern! Es hat sich gezeigt, dass öffentlicher Druck Hinrichtungen verhindern kann.

Bitte helfen Sie den Menschen im Iran!

Hochachtungsvoll

Die Unterzeichner

----------------------------------------------------------
Weitere Hintergründe zum Prozess: 

Amir Hossein Moradi, wurde am 19. November 2019 vom Sicherheitsdienst identifiziert, verhaftet (durch Beobachtung von Videoaufnahmen) und wochenlang in einem Gefangenenlager des Geheimdienstes in Teheran festgehalten, bevor er für einen Monat in das Teheraner Evin-Gefängnis verlegt wurde. Er wurde in längerer Einzelhaft gehalten und ohne Anwalt verhört. Er hat gesagt, dass er Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt war, unter anderem Schläge, Elektroschockbehandlung und 13 Verhörsitzungen, bei denen ein Sicherheitsbeamter auf Herrn Moradi's Brust stand, was zu Verletzungen an seinen Rippen führte. Er hat gesagt, er habe erst "gestanden", nachdem seine Verhörer versprochen hatten, ihm mit medizinischen Behandlung für die Verletzungen, die er erlitten hat, zu versorgen, die sie später aber verweigerten. Als Grund für seine Verurteilung zur Hinrichtung wurde die Anweisung an Demonstranten, die Leitung der Proteste und der bewaffnete Auseinandersetzung mit den Sicherheitsbeamten genannt. Er wurde beschuldigt, die Protestierenden per Telegramm angewiesen zu haben, den Sicherheitsbeamten die Kamera wegzunehmen, während diese die Protestierenden filmten, um die Identität der Protestierenden zu schützen.

Mohammad Rajabi, 25, und Saeed Tamjidi, 27, beantragten am 20. November 2019 Asyl in einem Nachbarland, aber wurden am 28. Dezember 2019 auf Antrag des Irans wieder in den Iran abgeschoben. Sie wurden verhaftet und in das Evin-Gefängnis verlegt.Sie haben ebenfalls gesagt, dass sie Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren, um sie zu einem erzwungenen Geständnis zu zwingen.

Die weiteren tausend Gefangenen und das Coronavirus: 

Über den Verbleib der vielen Gefangenen der Novemberproteste 2019 wurden Angehörige seitdem nicht informiert. Einige Zuständige haben sogar gegenüber verzweifelte Angehörige zugegeben, dass das Schicksal dieser Inhaftierten völlig offen ist und über ihr Verbleib bis zur Hinrichtung willkürlich (ohne jede Rechtshilfe) entschieden werden kann. Ihr Schicksal ist also völlig ungewiss und ihr Leben bedroht. Die iranische Regierung hält sich dabei bewusst mit Namen der Toten und Inhaftieren zurück. Seit den Festnahmen vom November 2019 werden überall im Land vermehrt Leichen gefunden-  in Seen, Kanalisationen etc.

Auch das Coronavirus hat in ganz Iran und damit auch in den Gefängnissen Einzug gehalten und ist außer Kontrolle geraten! Die Gefangenen werden dort zusammengepfercht unter hygienisch äußert schlechten Bedingungen gehalten werden, so dass die akute Gefahr einer Ansteckung sehr hoch ist. 70.000 Gefangene wurden daher vorübergehend entlassen; dazu gehören aber nicht die tausenden politischen Gefangenen ( darunter auch die Demonstranten der Novemberbewegung). Die fehlende medizinischen Versorgung bedroht das Leben dieser politischen Gefangenen zusätzlich und es ist zu befürchten, dass das Regime den gewaltsamen „Tod“ der politischen Gefangenen mit einer Coronavirus Infektion erklärt und sie dieser Gefahr bewusst aussetzt !

In diesem Zusammenhang wäre die Bekanntgabe der Namen der vielen, übrigen inhaftierten Menschen ebenfalls höchst relevant. Die Lage ist ernst, da Ihnen ebenfalls Folter, willkürliche Gerichtsprozesse und schlimmstenfalls Hinrichtungen drohen! Ende der 80er Jahre konnte Amnesty International im Iran bereits durch Bekanntgabe der Namen politischer Inhaftierter Druck machen und unzählige Hinrichtungen verhindern!

Wir bitten die Vertreter der Bundesregierung Bundesregierung, Europäische Kommission sowie Menschenrechtsorganisationen, sich auch dafür einzusetzen, dass die iranische Regierung verpflichtet wird, die Namen der Inhaftierten seit den Novemberprotesten 2019  bekannt zu geben! Sie dürfen nicht anonym bleiben.

Die Menschen im Iran haben kein Sprachrohr.

Hochachtungsvoll

Die Unterzeichner

 

 

 

 

 

avatar of the starter
Saideh AzadiPetitionsstarter*inKontakt bitte über: saideh.az@protonmail.com

114.793

Das Problem

DE/ فارسی/EN

Während der Novemberproteste 2019 protestierten die Bewohner*innen Irans zu Tausenden gegen das unterdrückerische Regime im Land. Nun sollen drei junge Männer hingerichtet werden. Amnesty International hat dazu auch eine aktuelle Petition  gestartet, die auch unterstützt werden kann!

Die Novemberproteste 2019 entstanden aufgrund der Benzinpreiserhöhung, desolaten Wirtschaftslage und der seit 40 Jahren anhaltenden, massiven Unterdrückung der Menschen im Iran durch die korrupte, iranische Regierung. Dabei wurden Tausende Demonstranten inhaftiert, Dutzende verletzt und Hunderte während der Demonstration erschossen. Unter den Toten befanden sich Kinder und Jugendliche.

Aktuell ist bekannt geworden, dass aus der Gruppe der Inhaftierten der Novemberproteste 2019, ein islamisches Revolutionsgericht im Iran die Hinrichtung - von drei jungen Männern, Amir Hossein , Said und Mohammad, beschlossen hat. Alle drei gehören zu den Organisatoren der Novemberbewegung. Vorab wurden diese jungen Männern unter schlimmer Folter gezwungen, Schuldeingeständnisse angeblicher krimineller Taten, abzulegen. :

  • Amir Hossein Moradi, 25, hat selbst drei Jahre lang in Deutschland gelebt, bis er in den Iran zurück ging, um in der Nähe seiner Mutter und Schwester leben zu können. Er absolvierte das Gymnasium in Informatik und arbeitete als Verkäufer von Mobiltelefonen, Computern und Software in Teheran. 
  • Said Tamjidi ist 27 Jahre alt und ein Student der Elektrotechnik.
  • Mohammad Rajabi ist 25 Jahre alt und besitzt Abitur.

Das Schicksal dieser drei Jungen Männer könnte mein Schicksal sein: Ich bin Exil-Iranerin und musste selbst vor über 30 Jahren mit meinen Eltern aus dem Iran aufgrund der politischen Situation und Verfolgung durch die Regierung flüchten.

Am 16. November 2019 nahmen Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi an Protesten in der Sattar-Khan-Straße in Teheran teil und wurden später verhaftet.

Ihr Todesurteil, wird mit der „Feindschaft zu Gott“ (Moharebeh) begründet. Die Justiz beschuldigt sie unter anderem Aufstandsführer zu sein, die während der Novemberproteste Tankstellen und Banken in Brand gesetzt, diese gefilmt und an ausländische Medien geschickt hätten. Sie hätten damit gegen die gegen die Islamische Republik Iran gehandelt. Der Prozess gegen die drei jungen Männer war dabei grob ungerecht.

"Die meisten Anschuldigungen seien falsch und sie hätten unter Folter gestanden, um sie zu einem erzwungenen Geständnis zu zwingen". Sie fügten hinzu, dass sie „die Ungerechtigkeit im Land satt hatten und auf die Straße gingen, um dagegen zu protestieren". Alle waren nach ihrer Verhaftung wochenlang gewaltsam verschwunden und hatten keinen Zugang zu ihrem Anwalt während der Ermittlungsphase. Das "Geständnis" von Amir Hossein Moradi, das in einem Propagandavideo an staatlichen Fernsehtagen ausgestrahlt wurde bevor ihr Prozess stattfand, wurde als Beweismittel verwendet, um sie zu verurteilen.Die drei Männer sind derzeit inhaftiert im Gefängnis Fashafouyeh, in der Provinz Teheran.

***Update 3. März 2020: Berichten zufolge wurden Amir Hossein, Mohammad und Said zusammen mit 17 weiteren Demonstranten der Novemberproteste auf Station 1, Zelle 11 des Großraumgefängnisses von Teheran in unmittelbarer Nähe von gefährlichen Kriminellen verlegt. Sie stehen alle im Verdacht sich mit Coronavirus infiziert zu haben, nachdem Amir Hossein darauf positiv getestet worden sein soll! Station 1 ist gefährlich: In der selben Zelle wurde bereits 2019 Alireza Shir Mohammadi, ein 21 jähriger politischer Gefangener, von zwei wegen Drogendelikten verurteilten Gefangenen erstochen. Zugang zu medizinischer Versorgung und Hygieneartikeln ist ebenfalls nicht vorhanden.

Die Familien dieser Männer stehen seit der Urteilsverkündung unter Schock, aber müssen schweigen.

Wir als Unterzeichner, fordern die Vertreter der Deutschen Bundesregierung dazu auf, Druck auf die iranische Regierung auszuüben und diese Hinrichtungen zu verhindern! Es hat sich gezeigt, dass öffentlicher Druck Hinrichtungen verhindern kann.

Bitte helfen Sie den Menschen im Iran!

Hochachtungsvoll

Die Unterzeichner

----------------------------------------------------------
Weitere Hintergründe zum Prozess: 

Amir Hossein Moradi, wurde am 19. November 2019 vom Sicherheitsdienst identifiziert, verhaftet (durch Beobachtung von Videoaufnahmen) und wochenlang in einem Gefangenenlager des Geheimdienstes in Teheran festgehalten, bevor er für einen Monat in das Teheraner Evin-Gefängnis verlegt wurde. Er wurde in längerer Einzelhaft gehalten und ohne Anwalt verhört. Er hat gesagt, dass er Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt war, unter anderem Schläge, Elektroschockbehandlung und 13 Verhörsitzungen, bei denen ein Sicherheitsbeamter auf Herrn Moradi's Brust stand, was zu Verletzungen an seinen Rippen führte. Er hat gesagt, er habe erst "gestanden", nachdem seine Verhörer versprochen hatten, ihm mit medizinischen Behandlung für die Verletzungen, die er erlitten hat, zu versorgen, die sie später aber verweigerten. Als Grund für seine Verurteilung zur Hinrichtung wurde die Anweisung an Demonstranten, die Leitung der Proteste und der bewaffnete Auseinandersetzung mit den Sicherheitsbeamten genannt. Er wurde beschuldigt, die Protestierenden per Telegramm angewiesen zu haben, den Sicherheitsbeamten die Kamera wegzunehmen, während diese die Protestierenden filmten, um die Identität der Protestierenden zu schützen.

Mohammad Rajabi, 25, und Saeed Tamjidi, 27, beantragten am 20. November 2019 Asyl in einem Nachbarland, aber wurden am 28. Dezember 2019 auf Antrag des Irans wieder in den Iran abgeschoben. Sie wurden verhaftet und in das Evin-Gefängnis verlegt.Sie haben ebenfalls gesagt, dass sie Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt waren, um sie zu einem erzwungenen Geständnis zu zwingen.

Die weiteren tausend Gefangenen und das Coronavirus: 

Über den Verbleib der vielen Gefangenen der Novemberproteste 2019 wurden Angehörige seitdem nicht informiert. Einige Zuständige haben sogar gegenüber verzweifelte Angehörige zugegeben, dass das Schicksal dieser Inhaftierten völlig offen ist und über ihr Verbleib bis zur Hinrichtung willkürlich (ohne jede Rechtshilfe) entschieden werden kann. Ihr Schicksal ist also völlig ungewiss und ihr Leben bedroht. Die iranische Regierung hält sich dabei bewusst mit Namen der Toten und Inhaftieren zurück. Seit den Festnahmen vom November 2019 werden überall im Land vermehrt Leichen gefunden-  in Seen, Kanalisationen etc.

Auch das Coronavirus hat in ganz Iran und damit auch in den Gefängnissen Einzug gehalten und ist außer Kontrolle geraten! Die Gefangenen werden dort zusammengepfercht unter hygienisch äußert schlechten Bedingungen gehalten werden, so dass die akute Gefahr einer Ansteckung sehr hoch ist. 70.000 Gefangene wurden daher vorübergehend entlassen; dazu gehören aber nicht die tausenden politischen Gefangenen ( darunter auch die Demonstranten der Novemberbewegung). Die fehlende medizinischen Versorgung bedroht das Leben dieser politischen Gefangenen zusätzlich und es ist zu befürchten, dass das Regime den gewaltsamen „Tod“ der politischen Gefangenen mit einer Coronavirus Infektion erklärt und sie dieser Gefahr bewusst aussetzt !

In diesem Zusammenhang wäre die Bekanntgabe der Namen der vielen, übrigen inhaftierten Menschen ebenfalls höchst relevant. Die Lage ist ernst, da Ihnen ebenfalls Folter, willkürliche Gerichtsprozesse und schlimmstenfalls Hinrichtungen drohen! Ende der 80er Jahre konnte Amnesty International im Iran bereits durch Bekanntgabe der Namen politischer Inhaftierter Druck machen und unzählige Hinrichtungen verhindern!

Wir bitten die Vertreter der Bundesregierung Bundesregierung, Europäische Kommission sowie Menschenrechtsorganisationen, sich auch dafür einzusetzen, dass die iranische Regierung verpflichtet wird, die Namen der Inhaftierten seit den Novemberprotesten 2019  bekannt zu geben! Sie dürfen nicht anonym bleiben.

Die Menschen im Iran haben kein Sprachrohr.

Hochachtungsvoll

Die Unterzeichner

 

 

 

 

 

avatar of the starter
Saideh AzadiPetitionsstarter*inKontakt bitte über: saideh.az@protonmail.com
Jetzt unterstützen

114.793


Die Entscheidungsträger*innen

Dr. Bärbel Kofler
Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe
Beantwortet
Berlin, 23. März 2020 BETREFF: Ihre Petition für die Freilassung und Aufhebung der Todesstrafe von Amir Hossein Moradi, Said Tamjidi und Mohammad Rajabi Sehr geehrte Frau Azadi, Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen und bei allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Online-Petition für Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi für das große Engagement bedanken. Dass die angespannte Menschenrechtslage in Iran, und damit die persönliche Situation von Menschen, die unter Unterdrückung und Einschüchterung leiden, nicht in Vergessenheit gerät ist mir ein besonders wichtiges Anliegen. Dass Sie für Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi, die während der Proteste im November 2019 in Iran inhaftiert und zum Tode verurteilt wurden, eine Online-Petition gestartet haben, um mehr Aufmerksamkeit auf deren unerträgliche Lage zu lenken, begrüße ich daher ausdrücklich. Der Fall der drei zum Tode Verurteilten beschäftigt mich seit geraumer Zeit und besorgt mich zutiefst. Möglicherweise haben Sie gesehen, dass ich am 27.02.2020 eine Pressemitteilung veröffentlicht habe, mit der ich als Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung auch öffentlich meine Bestürzung über diese Todesurteile zum Ausdruck bringen wollte. Ich lehne die Todesstrafe unter allen Umständen ab, sie ist eine grausame und unmenschliche Art der Bestrafung. Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch Europäische Union insgesamt setzen sich weltweit für deren Abschaffung ein, auch immer wieder gegenüber Iran. Ich habe die Verantwortlichen in Iran öffentlich dazu aufgefordert, die Menschenrechtsverletzungen während der Demonstrationen vom November 2019 aufzuarbeiten. Den inhaftierten Demonstranten muss das Recht auf menschenwürdige Haftbedingungen und ein faires rechtsstaatliches Verfahren zugestanden werden – ohne Todesstrafe! Zugang zu Gesundheitseinrichtungen und medizinischer Versorgung ist jetzt - angesichts von COVID19 - wichtiger denn je! Außerdem müssen die Iranerinnen und Iraner die Möglichkeit haben, friedlich, frei und ohne Behinderung ihre Meinung ausdrücken zu können. Ich möchte Ihnen und allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Petition meinen Dank aussprechen und Ihnen allen versichern, dass ich weiterhin mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Iran eintreten und mich in meinen Gesprächen und öffentlichen Äußerungen ebenso weiterhin für Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi stark machen werde. Mit freundlichen Grüßen Ihre Dr. Bärbel Kofler, MdB
Mittelostreferat Auswärtiges Amt
Referat 311 - Task Force Iran
Beantwortet
Gesendet: Freitag, 06. März 2020 um 10:15 Uhr Von: "REFERAT MITTLERER OSTEN" An: "Saideh_Azadi" Betreff: Petition Entwicklungen im Iran Sehr geehrte Frau Azadi, vielen Dank für Ihr an Bundesaußenminister Maas gerichtetes Schreiben vom 05.03.2020, das an das für Iran zuständige Referat im Auswärtigen Amt weitergeleitet wurde. Für Ihr Engagement für die Menschenrechte in Iran danke ich Ihnen sehr. Auch die Bundesregierung beobachtet mit großer Besorgnis die Lage der Menschenrechte in Iran. Die Fälle von Amir Hossein Moradi, Saeed Tamjidi und Mohammad Rajabi, die während der Proteste im November 2019 in Iran inhaftiert und zum Tode verurteilt wurden, sind uns bekannt. Die Bundesregierung lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen ab. Die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Dr. Bärbel Kofler hat in ihrer Presseerklärung vom 27.02.2020 ihre Bestürzung über die Todesurteile zum Ausdruck gebracht und die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen während der Demonstrationen vom November 2019 sowie ein faires rechtsstaatliches Verfahren für die inhaftierten Demonstranten gefordert. Die universelle Garantie von Menschenrechten und deren umfassender Schutz sind ein Grundpfeiler der deutschen Außenpolitik. Die Bundesregierung setzt sich daher sowohl auf multilateraler als auch bilateraler Ebene für Verbesserungen der Menschenrechtslage in Iran und die Abschaffung der Todesstrafe ein. Deutschland spricht sich im VN-Menschenrechtsrat deutlich gegen die Anwendung der Todesstrafe aus. Auch die konkrete Hinrichtungspraxis in Iran haben wir immer wieder ausdrücklich angesprochen. Auch die Menschenrechtsverletzungen während der Demonstrationen vom November 2019 werden während des diesjährigen VN-Menschenrechtsrats zur Sprache kommen. Die Bundesregierung wird Iran auch in Zukunft nachdrücklich an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen erinnern. Alice Thömmes Auswärtiges Amt - Federal Foreign Office Referat 311 - Task Force Iran Werderscher Markt 1 D-10117 Berlin
Gyde Jensen (FDP)
MdB , Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
Beantwortet
Montag, 27 Juli 2020 Sehr geehrte Frau Azadi, herzlichen Dank für Ihre Nachricht und den Hinweis auf Ihre Petition. Die Menschenrechtsverletzungen des iranischen Regimes, die ich schon seit Längerem mit großer Sorge verfolge, haben in den Todesurteilen von Amir Hossein Moradi, Mohammad Rajabi und Saeed Tamjidi einen traurigen Höhepunkt gefunden. Die Freien Demokraten lehnen die Todesstrafe als eklatanten Verstoß gegen das Recht auf Leben ab. Die drei Männer haben sich friedlich für Verbesserungen in ihrem Land stark gemacht und sollen nun ohne fairen Prozess exekutiert werden. Dieses Vorgehen verdeutlicht die Grausamkeit des iranischen Regimes gegen Andersdenkende, Oppositionelle und Minderheiten. Wir müssen als Parlamentarierinnen und Parlamentarier scharf widersprechen und die Einhaltung internationaler Verträge, Aufmerksamkeit für diese Fälle und Konsequenzen einfordern. Amir Hossein Moradi, Mohammad Rajabi und Saeed Tamjidi stehen stellvertretend für eine Vielzahl von Iranerinnen und Iranern, dessen Menschen- und Freiheitsrechte das iranische Regime systematisch missachtet. Mich erreichen derzeit viele Berichte über die Unterdrückung und willkürliche Inhaftierung friedlicher Demonstranten, sowie menschenunwürdige Haftbedingungen und unverhältnismäßige Verurteilungen. Ebenso beunruhigen mich die zahlreichen Inhaftierungen von Bahá’í im Iran. Aus diesem Grund habe ich den Appell der IGFM an den iranischen Präsidenten mitunterzeichnet (Link: https://www.igfm.de/iran-willkuerliche-inhaftierungen-und-verurteilungen-von-bahai-einstellen-appell-igfm-gfbv/ ). Ich fordere, dass die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft klare Worte an die Iranische Regierung richten und den Druck auf das iranische Regime erhöhen, um weitere Todesurteile im Iran zu verhindern und die Einhaltung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit einzufordern. Bereits in meiner Rede im Januar 2020 habe ich die Bundesregierung und Außenminister Maas dazu aufgefordert (Link: https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7413875#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDEzODc1&mod=mediathek ). Als menschenrechtspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion bin ich über den Druck der internationalen Staatengemeinschaft hinaus der Überzeugung, dass auch personengebundene Sanktionen für Verantwortliche von Menschenrechtsverletzungen in Betracht gezogen werden müssen. Deutschland hat im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft die Möglichkeit, Strafverfolgung und Sanktionsmechanismen für Menschenrechtsverletzungen zu gestalten und voranzubringen. Als FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung hier aktiver wird, wie Sie auch in dem Gastbeitrag meines Kollegen Bijan Djir-Sarai, außenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, nachlesen können (Link: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article211844035/Todesurteile-im-Iran-Geschaefte-mit-dem-iranischen-Regime-entbehren-jeglicher-Logik.html ). Zu den aktuellen Geschehnissen habe ich dem iranischen Botschafter S.E. Herrn Mahmoud Farazandeh ein Schreiben zukommen lassen, in dem ich meine Besorgnis über die aktuelle Situation mitteile und ihn dazu auffordere, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Verhängung von Todesurteilen zu verhindern und sich für faire und menschenwürdige Prozess einzusetzen. Seien Sie versichert, dass ich als Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe mein Engagement für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation im Iran sowohl im Ausschuss, als auch im Dialog mit der Bundesregierung fortsetzen werde. Ich danke Ihnen nochmals für Ihr Schreiben und Ihr Engagement, denn nur wenn wir den Druck gegen internationale Menschenrechtsverstöße aufrechterhalten, können wir zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Herzliche Grüße, Gyde Jensen _______________________________________ Gyde Jensen MdB Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Deutscher Bundestag Platz der Republik 1 11011 Berlin
Omid Nouripour
Grüne, Außenpolitischer Sprecher mit iranischen Wurzeln
Beantwortet
Antwort vom 11. März 2020 Sehr geehrte Frau Azadi, haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr ehrenwertes Engagement. Die Verurteilung der drei Protestierenden zu dieser unmenschlichen Strafe, ist nicht hinnehmbar. Deswegen wird sich Herr Nouripour zusammen mit weiteren KollegInnen anderer Fraktionen in der Sache an die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte wenden. Herr Nouripour teilt Ihre Sorge um die Menschen im Iran nicht zuletzt wegen der verheerenden Menschenrechtslage und wird immer versuchen Aufmerksamkeit dafür zu gewinnen. Mit den besten Grüßen Team Nouripour
Menschenrechtsausschuss Bundestag
Menschenrechtsausschuss Bundestag

Kommentare von Unterstützer*innen

Neuigkeiten zur Petition