Diskriminierung, Rassismus und Benachteiligung in der Bildung und Soziale Teilhabe

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Meine Frau und ich wenden uns heute mit einer Petition an Sie, da wir das Gefühl haben, von den hiesigen Behörden ungerecht behandelt zu werden. Unser Fall wird in den letzten 10 Jahren zwischen verschiedenen Behörden hin und her gereicht, ohne dass sich eine Besserung ergibt. Vielmehr verschlechtert sich unsere Lage, da die Institutionen aufgrund der vorliegenden Aktenlage entscheiden und somit die Diskriminierungen, die wir bereits erfahren haben, fortsetzen und intensivieren. Mittlerweile sind auch unsere Kinder in diesen Teufelskreis involviert. Zum Wohle unserer Kinder und um ihnen eine bestmögliche Zukunft zu ermöglichen, geben wir den Kampf nicht auf. Wir finden, dass unser Fall beweist, dass die staatlichen Institutionen und Behörden für ihre eigenen Interessen und für ihre Zielsetzung agieren, ihre Ämter ausnutzen und dafür die Steuergelder aller nutzen.

Wir sind 1988 aus der Türkei geflohen. Ich, Acil Cicek, habe dort als Lehrer nicht mehr unterrichten dürfen, weil ich in der Schule mit Schülern kurdisch sprach und aufgrund meiner politischen und pro-kurdischen Einstellung deshalb ich bin Politische verfolgt und zeitweise sogar eine Gefängnisstrafe absitzen musste. Wir haben hier in Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und eine Familie gegründet. Unsere Hoffnung war, hier in Deutschland durch die demokratische Freiheit und Gleichbehandlung Ruhe zu finden und glücklich zu werden. Ich habe mehrere berufliche Ausbildung und Weiterbildungsmaßnahmen in Deutschland absolviert, um hier arbeiten zu können.Ich habe 1985 in der Türkei meine Ausbildung zum Grundschullehrer abgeschlossen und war dort als Lehrer an einer Grundschule tätig. Nach meinem Umzug nach Deutschland machte ich an der IBBW Göttingen meine Ausbildung zum geprüften Sozialberater mit Schwerpunkt „Migrationssozialarbeit“ und zum staatlich anerkannten Sozialfachwirt an der IPSO- Fachschule für Sozialpädagogik in Diez. Im Oktober 2012 habe ich schließlich an der Anadolu Universität mein Diplom zum Public- Relations, Fachwirt und Geprüfter Fachwirt im Sozial und Gesundheitswesen erworben. Hauptberuflich und zwischendurch ehrenamtlich habe ich mich in den letzten Jahren im Bereich der Migrationssozialarbeit für Kinder und Jugendliche engagiert, weiterhin bin ich Mitglied bei Amnesty International und habe 17 Jahre aktiv in der Gewerkschaft (GEW) mitgewirkt. Aktuell sind wir beide arbeitslos und auf Hartz IV angewiesen. Daher stellen wir wichtige Anträge bezüglich der Förderung unserer Kinder an das Jobcenter. Meine Frau strebt derzeit eine Ausbildung zur Krankenpflegerin an. Immer wieder haben wir Schwierigkeiten unsere Interessen befördert zu bekommen. Daher gilt unsere Bitte zum Handeln dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Im Kreis Ostholstein sind wir nun sesshaft und möchten hier auch zum Wohle unserer Kinder längerfristig wohnen. Unsere Tochter Hezal besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums in Bad Schwartau und hat dort viele Freunde gefunden. Ihre Noten verschlechtern sich aktuell, sodass wir für sie eine Lernförderung beantragt haben. Nun haben wir aufgrund eine negative in der Bestätigung von die Schule(Gam) eine Ablehnung bekommen, mit dem Vermerk, dass sie ihr Umfeld verlassen und eine andere Schule besuchen soll. Wir suchen nun nach einer Möglichkeit unsere Tochter zu unterstützen und in ihrem Sinne die bestmögliche Entscheidung zu treffen. – Trotzdem: Egal, welchen Antrag wir an das Jobcenter gestellt haben, alle Anträge wurden bisher abgelehnt.  

Unser ältester Sohn Melih ist in einem nahe-gelegenen Internat und besucht dort die anliegende Schule. Bis zu dieser Unterbringung war es ein langer Weg. Melih ist hochbegabt und war in seiner vorherigen Schule unterfordert.  So gab es dort immer wieder Konflikte, sodass das Jugendamt eingeschaltet wurde und eine Kindeswohlgefährdung im Raum stand. Diese konnte gerichtlich ausgeräumt werden, jedoch wurde Melih auf sämtlichen Schulen in unserem Umkreis nicht angenommen und ein Vormund eingeschaltet. Der Internats-platz sowie die Schulkosten werden durch die Bewilligung unseres Antrags zur Hilfe zur Erziehung nach § 34 SGB VIII finanziert. Wir hatten das Gefühl, von der Schul- und der Sozialbehörde unserer elterlichen Rechte beraubt worden und auch in einer grausamen bürokratischen Schublade gelandet zu sein. Wir wurden von einer bürokratischen kollektiven Maschinerie hin- und her geworfen. Auch wenn wir mit der aktuellen Lösung bezüglich unseres Sohnes zufrieden sind, so sind wir über den mühsamen Weg dorthin und die in den Weg gelegten Steine schockiert, denn die Schulen hatten mit Hilfe des Jugendamtes den Zusammenhalt der Familie gefährdet. Wir haben darunter sehr gelitten und sind aufgrund des rechtlichen Streits nun stark verschuldet.

Nun ist bei unserem jüngsten Sohn Rojkan Autismus diagnostiziert worden. Bereits im Kindergarten sollte auf Anraten der Grundschule ein sonderpädagogisches Gutachten erstellt werden, in dem Rojkans Zukunft eingegrenzt werden sollte. Wir als Eltern sollten nicht entscheiden, in welche Schule Rojkan eingeschult werden darf. Wir fühlten uns entmachtet – schon wieder wurde versucht über unseren Kopf hinweg über unser Kind zu entscheiden. Wir finden es aber wichtig, unserem Sohn jede Möglichkeit der Entwicklung offen zulassen, denn ein sonderpädagogisches Gutachten in diesem Alter ist viel zu früh.  Es nicht nachvollziehen, dass bei Kindern mit Migrationshintergrund Bigen vom Schule an wird eine sonderpädagogischen Verfahrens eingeleitet . Wir schulten Rojkan also in die hiesige Grundschule ein und verließen uns auf das Konzept der Inklusion. Rojkan fühlte sich dort anfangs wohl, wurde jedoch bei jedem ungewöhnlichen Verhalten aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen und im weiteren Verlauf dann grundsätzlich ausgegrenzt. Bei keinem Spiel durfte er mehr mitmachen. Hierauf reagierte Rojkan mit verweigerndem und störendem Verhalten. Wir beantragten eine Schulbegleterin, die zwar engagiert, aber ständig krank war. Sie hatte das Gefühl von der Schule bevormundet zu werden. Es wirkte so, dass die Regelschule Rojkan unter keinen Umständen auf der Schule behalten wollte. Laut der Schulleiterin der Grundschule gibt es keine Schule, die für unseren Sohn Rojkan zuständig ist, sodass unser Sohn seit dem Sommer 2017 keine Schule mehr besucht.

Die Aktuelle Situation in der Schule gestaltet sich nach wie vor sehr schwierig:Trotz erheblicher Bemühungen der Eltern gelingt ein Schulbesuch in der Schule am Papenmoor kaum. Rojkan hat erhebliche Probleme in der Klasse. Er ist dort nicht angekommen und nicht integriert.

Anders als an der Schule zuvor, zu der er gern gegangen ist, weigert er sich, zur Schule zu gehen. Das hat es bei der integrativen Beschulung nicht gegeben.

Am vergangenen Donnerstag (08.11.2018) hat sich die Situation weiter verschärft, da er jetzt die Klasse wechseln soll. Da sich die Beschulung aktuell schwieriger denn je gestaltet, braucht es eine Lösung, um für die Zukunft sicher zu stellen, dass diese gelingt. Seit drei Jahr dürfte Rojkan auf Grund seiner Besonderheit (ASS) nicht zu Schule.

Einen Schulbesuch in dem Förderzentrum lehnen wir aus integrativen und pädagogischen Gründen ab. Da unser Sohn die Grundschule in Bad Schwartau weiterhin besuchen möchte, unterstützen wir ihn in seinem Wunsch. Mehrfach haben wir versucht, uns Hilfe und Beratung zu holen, jedoch haben wir bisher niemanden gefunden, der uns umfangreich beraten hat. Aufgrund der negativen Vorerfahrungen mit dem Jugendamt befürchten wir, dass unsere Meinungen und Wünsche als Eltern nicht ernst genommen werden und wir aus diesem Grund keine angemessene Beratung in unserem Sinne erhalten. Weiterhin ist der Kreis Ostholstein sehr klein, und wir haben das Gefühl, dass dort kommunalpolitisch gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund sehr konservativ und streng gehandelt wird. Wir befürchten daher, dass die Kontakte in den sozialen Bereichen übergreifend sind und uns keine Person unparteiisch beraten wird. Nachdem die Schulbehörde auch in diesem Fall das Jugendamt eingeschaltet hat, wurden uns teilweise dieselben Berater und Sachbearbeiter zur Seite gestellt, die uns bereits bei unserem älteren Sohn das Sorgerecht entzogen. Wie bei unserem ersten Sohn ist dann auch bei Rojkan im Jahr 2016 eine Überprüfung bezüglich Kindeswohlgefährdung unternommen worden.

Erneut erfahren wir Diskriminierung und Ungerechtigkeit seitens der Behörden. Es scheint, als gäbe es schlicht keine passende Lösung für unseren Sohn, der sich in Bezug auf Intelligenz, Wahrnehmung, Sensibilität und Mitteilungsbedürfnis von der Masse unterscheidet. Aus Rat- und Hilflosigkeit wurden von Seiten der Behörden Behauptungen und Verdächtigungen wie Tatsachen behandelt, die oft jeder sachlichen Grundlage entbehrten: unqualifizierte Diagnosen über Kinder und Eltern, mangelnde Erziehungsfähigkeit und Kindeswohlgefährdung- oft folgte ein jahrelanger Alptraum kafkaesken Ausmaßes. Die Folgen für unsere Familie waren unverhältnismäßig: Ausgrenzung, Demütigung, Einschüchterung, Isolation und nachhaltige Störung der Bildungschancen. Am Ende standen viel zu oft verhärtete Fronten für das Kind, das kaum oder überhaupt nicht unterrichtet wurde. Wir sind über den Maßnahmenkatalog erschrocken, den die Behörden aufgefahren haben, nur weil unser Sohn nicht systemkonform agiert. Es kann doch nicht gewollt sein, dass ein Kind so unter den behördlichen Druck leidet. Wir haben das Gefühl, dass sich die Geschichte wiederholt und befürchten, dass die aufgrund unserer finanziellen Situation und dem damit fehlenden Rechtsbeistand die Kraft und Unterstützung fehlt, einen solchen Kampf erneut zu führen.

Durch die belastenden Verfahren gegen uns und unsere Kinder wurde gegen das Recht auf Menschenwürde gemäß Art. 1 GG, das Allgemeine Persönlichkeitsrecht gemäß Art. 1 und 2 GG, das Gleichheitsgebot des Art. 3 GG und den Schutz der Familie gemäß Art. 6 GG verstoßen. Außerdem liegen Verstöße gegen das Kinder und Jugendschutzgesetz und Normen des Sozialgesetzbuches vor. Aufgrund von Faktenverfälschung durch die Behörden wurden gesetzliche Normen verletzt.

Das Familien-wohl wurde gefährdet und die Familie zerstört. Der Zusammenhalt der Familie wurde dadurch schwierig. Es wurden dabei Pflichten im Öffentlichen Dienst verletzt.

Obwohl wir schon sehr viel Diskriminierung und sowie politische Verfolgung erfahren und aufgrund dessen das Land verlassen haben, haben wir so eine derartige rassistische und systematische Benachteiligung wie hier in Deutschland dort noch nie erlebt.

Aus diesem Grund wenden wir uns nun hoffnungsvoll an Sie:
Wir wünschen uns, in Frieden mit unseren Kindern zu leben.
Wir wünschen uns für unsere Kinder, dass sie sich in diesem Land sorgenfrei entfalten und erwachsen werden können.
Wir wünschen uns für unsere Kinder gleiche Bildungschancen.
Wir wünschen uns, keine Ausgrenzung zu verspüren.
Wir wünschen uns einen angemessen Schulplatz für unseren Sohn Rojkan.
Wir als Eltern wünschen uns, für unsere Kinder da sein und sie auf ihrem Lebensweg begleiten zu können - ohne Angst davor haben zu müssen, sie zu verlieren.
Wir wünschen uns,  keinen Druck von behördlicher Seite zu spüren, die erneut versucht , uns durch fadenscheinige Gründe das Sorgerecht zu entziehen.
Wir wünschen uns, dass die bisherigen Schädigungen an unserer Familie beseitigt oder wieder gut gemacht werden.

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung und Solidarität und wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns darüber hinaus eine positive Rückmeldung geben könnten.

 

Mit freundlichen Grüßen

Familie Cicek



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