

Liebe Unterstützer,
Gestern war es soweit - der Bayerische Landtag hat über Rezas Zukunft entschieden!
Gleich mal vorweg: Wir haben leider nicht das erreicht, was wir alle so sehr gehofft haben, dennoch gibt es wenigstens ein bisschen Hoffnung.
Es war eine sehr angespannte Atmosphäre im Saal mit den 15 Abgeordneten des Petitionsausschusses und den Vertretern des Innenministeriums. Unser Fall stand auf Platz 12 der Tagesordnung. In allen vorherigen Punkten ging es auch um Aufenthaltsduldungen bzw. Arbeitserlaubnisse, die teilweise in unseren Augen sehr ungerecht aber auch überraschend mal positiv entschieden wurden.
Jetzt zu unserer Entacheidung:
Der Petitionsausschuss war sofort positiv gestimmt und es wurde uns als erstes mitgeteilt, dass Reza mit sofortiger Wirkung das Kirchenasyl verlassen darf und vorallem auch soll, es werde direkt veranlasst, dass Reza nicht mehr von der Polizei gesucht wird und verhaftet werden kann. Dennoch kam fuer den Ausschuss eine Ausbildungsduldung nicht in Frage, für die 3+2 Regelung durften noch keine Abschiebenden Maßnahmen in der Vergangenheit veranlasst worden sein. Das ist bei Reza leider der Fall, weswegen er ja überhaupt ins Kirchenasyl ging.
Für mich persönlich war es dennoch enttäuschend, da die Abgeordneten mit keinem Wort über die Integrationsleistungen von Reza gesprochen haben. Es stand sofort nur der Lösungsweg mit einer Heirat im Raum. Zusätzlich wurde vorgeschlagen, dass der einfachste Weg, dass Reza hier bleiben darf - ein Kind zu bekommen - wäre. Ich finde es einfach nur unfair gegenüber Afghanen, die keine deutsche Verlobte haben. Was wäre gewesen wenn es bei Reza auch nicht der Fall wäre? Es hätte meiner Meinung nach auch einen anderen Lösungsvorschlag geben müssen.
Die Vertreter des Innenministeriums haben einen Zeitraum von sechs Monaten in den Raum gestellt, in welcher Reza nicht abgeschoben wird, damit er in dieser Zeit die noch fehlende aber sehr schwer zu besorgende Ledigkeitsbescheinigung besorgen kann, um heiraten zu dürfen (es fiel sogar der Vorschlag er solle doch, wenn die Liebe so groß sein soll - selbst nach Afghanistan reisen um diese zu besorgen)
Ob Reza in dieser Zeit seine Ausbildung beginnen kann, hängt jetzt von der Ausländerbehörde Schwaben ab. Ein Antrag auf Ausbildungserlaubnis muss jetzt erst wieder gestellt werden. Sollte diese nicht gewährt werden, war alles umsonst!
REZA MÖCHTE UNBEDINGT ARBEITEN UND EINE AUSBILDUNG MACHEN!!!!
und ich finde dieses Recht darf ihm auf keinen Fall verwehrt bleiben.
Im Großen und Ganzen hat Reza nun einfach nur sechs Monate in welchen er sicher ist. Alles andere steht in den Sternen und wir müssen weiter kämpfen.
Dennoch sind wir froh, dass wir gestern das Kirchenasyl verlassen konnten und nun wieder umziehen können, was wir auch euch mit dieser großen Unterstützerzahl zu verdanken haben.
Daher: Vielen vielen Dank an alle die unterzeichnet und an uns gedacht haben!
Ich werde euch hier weiter auf dem Laufenden halten!
Eure Saskia und Reza