Petition updateZukunft für Reza! Ausbildung und Familie – statt Angst und Trennung durch Abschiebung!Brief der Verlobten an Joachim Herrmann + Vertagung der Entscheidung
Reza Jafari
Jun 4, 2019

Liebe Unterstützer,

leider findet im Juni keine Petitionsausschusssitzung, wegen den Pfingstferien statt. Daher müssen wir nun doch auf einen Termin im Juli hoffen. Möglich wäre der 03.07. Oder 10.07.2019. 
Mit jedem Tag geht es Reza schlechter…Die Zeit bis zu diesem Termin scheint einfach nicht zu vergehen und die Angst, dass es evtl. nicht klappen könnte, wird immer präsenter, dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf!

Auf dem Foto seht ihr Reza und mich vor über einem Jahr, kurz bevor er ins Kirchenasyl gezogen ist.
Nachfolgend ein Brief, in dem ich unsere Situation erkläre und welcher noch an IM Joachim Herrmann und den Petitionsausschuss geschickt wurde:
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Sehr geehrter Herr Innenminister Joachim Herrmann, 
sehr geehrter Petitionsausschuss,

mein Name ist ****, ich bin 24 Jahre alt und wohne schon mein ganzes Leben im Allgäu. Am 08. Mai 2019 haben Pfarrerin Marlies Gampert und ich eine Petition mit über 64.000 Unterschriften (Stand 19.05.2019:70.299) für meinen Verlobten Reza Jafari an Frau Stephanie Schuhknecht, der Vorsitzenden des Petitionsausschusses überreicht. Auch konnten wir mit Ihnen, Herr Joachim Herrmann, kurz persönlich sprechen und haben uns - und die Petition - vorgestellt.

Im Spätsommer 2017 habe ich Reza Jafari über meinen Zwillingsbruder ****** kennengelernt, der mit Reza beim TSV Heising Fußball gespielt hat. Seit diesem Zeitpunkt sind Reza und ich unzertrennlich und verbringen jede freie Minute miteinander. Mir war bereits nach wenigen Monaten bewusst, dass Reza der Mann ist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will.

Der 24. April 2018 war ein furchtbarer Tag, an dem ich erfahren habe, dass Reza, mein Herzensmensch und Lebensmittelpunkt nach Afghanistan abschoben werden soll, in ein Land, in dem er - und auch ich um sein Leben bangen müssen. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Seit diesem Tag, ist unser Leben von Angst und Verzweiflung geprägt.

Seit einem Jahr lebt Reza jetzt im Kirchenasyl in Immenstadt. Auch mein Leben hat sich mit diesem Tag in die Kirche verlegt. Es ist unfassbar schwer, diese Situation zu überstehen, dennoch war es nie eine Option für mich, Reza zu verlassen und wieder in mein altes (sorgenfreies) Leben zurück zu kehren. Ich liebe diesen Menschen mehr als alles andere auf dieser Welt!

Mir ist bewusst, dass Kirchenasyl nicht „gern gesehen“ bzw. „gesetzlich erlaubt“ ist. Dennoch möchte ich auch die andere Seite aufzeigen: Wie verzweifelt muss ein Mensch sein - was für Ängste muss er haben, dass er sich freiwillig für einen ungewissen Zeitraum in ein „räumliches Gefängnis“ begibt, in welchem er nunmehr schon seit einem Jahr ist? Reza ist eigentlich ein Mensch, der unternehmungslustig ist, sich unter Leute begeben möchte und sehr beliebt ist. Es zerreißt mir mein Herz!

Mein größter Wunsch ist es, dass Reza endlich ohne Angst und in Freiheit leben kann, damit wir bald ein normales Leben miteinander führen können und er, mit einer Aufenthaltserlaubnis, seinen Ausbildungsplatz am 01.08.2019 antreten kann, ohne die ständige Sorge, mit einer Duldung trotzdem irgendwann von seiner Lehrstelle aus abgeschoben werden zu können.

Lassen Sie Reza „ankommen“, damit er, nach vier Jahren voller Anstrengungen und erfolgreicher Bemühungen, sich bei uns in die Gesellschaft zu integrieren, endlich ein Zuhause hat!

Ich bitte Sie daher aus tiefstem Herzen: Geben Sie Reza die Chance hier in Würde zu leben. Unterstützen Sie uns und ermöglichen uns durch eine Aufenthaltserlaubnis auch endlich unsere Liebe leben zu können, damit wir bald heiraten können und die Chance bekommen, in Zukunft eine glückliche Familie zu werden!

Wir möchten doch einfach nur ein normales Leben führen. Seit über einem Jahr besteht mein Leben daher nur aus dem Kampf um meine große Liebe, ich bitte Sie, lassen Sie diesen nicht vergebens sein. 
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Reza soll endlich in Freiheit und ohne Angst leben dürfen!
Weil Reza im Kirchenasyl lebt, wurde ihm jegliche finanzielle Unterstützung entzogen. Da er nicht arbeiten darf und somit auch kein eigenes Geld verdienen kann, um seine Anwaltskosten selbst bezahlen zu können, haben seine Freunde einen Spendenaufruf für ihn gestartet.

1.000 Dank !!!

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