
Liebe Unterstützer:innen,
vielen herzlichen Dank für Eure Mithilfe bei unserer Protestaktion gegen Vattenfall’s Pläne, statt Kohle künftig enorme Mengen an Holz in Berlin und anderswo zu verfeuern. Über 3,500 Protestmails gingen an die Vorstandsvorsitzende von Vattenfall im Vorfeld der Jahreshauptversammlung und haben unsere Kritik an deren umwelt- und klimaschädlichen Plänen erfolgreich zum Ausdruck gebracht. Mit Erfolg!
Parallel zu dem Protestmailing haben wir von der Deutschen Umwelthilfe und ROBIN WOOD am 27. April gemeinsam mit anderen Umweltverbänden zeitgleich in Berlin, London und den Niederlanden vor Kraftwerken von Vattenfall gegen Vattenfall’s Vorhaben mit dem Slogan „Bei Euch brennt’s wohl? Raus aus Kohle, Gas und Holz!“ protestiert. Bilder der Aktion und Zitate von uns könnt ihr hier nachlesen. Die junge Welt, energate messenger (Englisch) und vielen andere Medien berichteten darüber.
Am Tag drauf, während die Jahreshauptversammlung von Vattenfall in Schweden stattfand, hat ROBIN WOOD zusätzlich noch einen spontanen Kletterprotest durchgeführt. Vor dem Vattenfall-Gaskraftwerk Mitte hissten sie ein Banner mit der Aufschrift: „Klima verheizen mit Gas und Holz? #Vattenfail!“ Mehr zu dieser Aktion findet ihr hier.
All diese Proteste und die zahlreichen Protestmailings von Euch haben offenbar direkt Spuren hinterlassen. Vor zwei Wochen kündigte Vattenfall überraschend an, sein Wärmegeschäft in Berlin auf den Prüfstand zu stellen und signalisierte Bereitschaft, sich von seinen Kraftwerken und dem Fernwärmenetz in Berlin zu trennen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Möchte Vattenfall sich etwa nun aus der Verantwortung stehlen und seine fossilen Infrastrukturen noch gewinnbringend verkaufen, jetzt wo das einfache Ersetzen von Kohle und Gas durch Holzverbrennung zahlreichen Widerstand hervorgerufen hat? Die Umweltorganisationen Kohleausstieg Berlin, BUND, ROBIN WOOD und BürgerBegehren Klimaschutz sehen darin zumindest auch eine Chance für den Rückkauf durch das Land Berlin, die eine vollständige Dekarbonisierung der Berliner Fernwärme bis 2035 sicherstellen könnte.
Auch auf europäischer Ebene konnten wir einen wichtigen Etappensieg verzeichnen. Gestern hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments bei der Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) dafür gestimmt, dass Wärme und Strom aus der Verbrennung von Holz nur noch eingeschränkt auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien angerechnet werden darf. Dies ist ein wichtiges Signal, um die Holzverbrennung in Europa einzudämmen. Allerdings gibt es noch einige Schlupflöcher und sowohl die Kommission als auch der europäische Rat könnten diese mühsam erarbeiteten Errungenschaften wieder verwässern. Grund genug, dass wir hier weiterhin am Ball bleiben.
All das zeigt: Es lohnt sich, gegen die Umrüstungsideen von Kraftwerksbetreibern auf industrielle Holzverbrennung vorzugehen und die Stimme zu erheben! Gemeinsam haben wir bereits viel erreicht und konnten einige Pläne für Kraftwerksumrüstungen stoppen oder verschwinden lassen. Danke für eure großartige Unterstützung. Wir bleiben weiter dran.
Liebe Grüße
Deutsche Umwelthilfe
ROBIN WOOD
Peter Wohlleben