
Eine Woche lang haben wir von ROBIN WOOD und der Deutschen Umwelthilfe in Brüssel gegen die Holzverbrennung in umgerüsteten Großkraftwerken protestiert. Gemeinsam mit Freunden aus anderen europäischen Ländern forderten wir, dass Anreize der EU für die Umrüstung bestehender Kohlekraftwerke auf Holzverbrennung gestoppt und Wälder besser geschützt werden.
An einem Sonntagabend Mitte November trafen wir von ROBIN WOOD und der Deutschen Umwelthilfe uns in Brüssel, um gemeinsam mit Delegierten aus 20 internationalen NGOs, für das Ende der großindustriellen Verfeuerung unserer Wälder kämpfen. Es war der Auftakt einer ereignisreichen Woche, bei der wir sowie unsere Freunde und Freundinnen aus Polen, Schweden, Italien, Portugal, Frankreich, Belgien, Deutschland, Estland, Österreich und Rumänien viel über die jeweiligen Protest-Geschichten gegen das Verbrennen von Holzbiomasse in Großkraftwerken lernen konnten.
Das Highlight der Woche fand bereits am Montag, den 15. November, statt. Mitten auf dem Place du Luxembourg vor dem Europäischen Parlament drapierten wir einen riesigen Stapel aus Holzstämmen, aus dem künstlich erzeugter Qualm quoll. Der nervöse Sicherheitsdienst, der eilig herbeikam, konnte kaum glauben, dass wir diese Form des Protestes genehmigt bekommen hatten. Doch so war es. Mit etwa 30 Leuten wärmten wir uns am "brennenden” Feuer und hielten große Banner und kleine Sprechblasen: "Stop burning Trees!!" (Stoppt die Baumverbrennung!) & "Liars, liars, Trees on fire!" (Lügner, Lügner, Bäume stehen in Flammen!) waren nur zwei unserer Claims. Unser gemeinsames Video könnt ihr hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=HXJ5xYsLHgg&t=62s
Unsere Botschaft war klar: die EU-Politik möchte uns tatsächlich weismachen, dass das Verbrennen von Holz völlig klimaneutral ablaufe. Doch erstens ist das gar nicht möglich. Denn wenn hier ein alter Wald gefällt wird, dann ist nicht dort im gleichen Atemzug ein alter Wald nachgewachsen. Das braucht sehr viel mehr Zeit. Und zweitens ist das die klima-, arten-, und gesundheitsschädlichste Idee, auf die man nur kommen kann - Holz schnurstracks zu verfeuern, anstatt es stofflich zu nutzen.
Auch an den zwei Folgetagen, dem 16. und 17. November, waren wir vor dem Europäischen Parlament vertreten. Unsere Freunde vom Komitee für schöne Luft aus den Niederlanden hatten einen riesigen digitalen Bildschirm auf einem Truck mitgebracht, auf dem kontinuierlich Bilder der Waldzerstörung und kleine Informationsvideos abliefen. Vor diesem Truck trafen wir einige Mitglieder des Europäischen Parlaments, mit denen wir kurze Gespräche zur großindustriellen Verbrennung von Holz führen konnten. Sie fanden klare Worte an Frans Timmermans, den Vizepräsidenten der EU Kommission. Ihr gemeinsamer Tenor war: Stoppen sie das Verbrennen von Holz für unsere Energie! Hier seht ihr einen Zusammenschnitt der Interviews.
Direkt neben dem Truck waren wir von ROBIN WOOD mit einer eigenen Poster-Ausstellung zu den wundervollen Ökosystemleistungen von Wäldern vertreten. Mit dem Haupteingang des Europäischen Parlaments im Hintergrund war dies wirklich ein historischer Ort und Moment, um auf die schwerwiegenden Folgen der großindustriellen Holzverbrennung aufmerksam zu machen. Bilder der Ausstellung in Brüssel findet ihr hier und hier. Eins der Plakate (Biodiversität) als PDF findet ihr hier (auch zum Runterladen geeignet, allerdings bisher ausschließlich auf Englisch).
Ihr merkt, wir bleiben dran und tun alles dafür, dass Holz auf EU-Ebene nicht mehr länger als erneuerbar gewertet wird und in Deutschland erst gar keinen Platz im Energiemix erhält!
Unterstützt uns bei diesem Vorhaben und teilt unsere gemeinsame Petition!