Durchschnittsabitur auch für Niedersachsen!

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Am 11.05 sollen die Abiturprüfungen für Schüler und Schülerinnen in Niedersachsen dieses Jahr starten.


Update 14.04.2020: Auch wir haben viele Anfragen von euch, ob unser Lösungsansatz nicht genauso für ESA und MSA Prüfungen funktionieren könnte, da sich die Schülerinnen und Schüler in der identischen Situation befinden. Wir finden ja: Also erweitern wir hiermit die Petition und kämpfen genauso für einen Durchschnitts-ESA und -MSA (hier werden dann die Noten aus dem ersten und zweiten Halbjahr 2019/2020 zur Errechnung herangezogen) Los geht's.

Wir fordern ein Durchschnittsabitur in Niedersachsen für das Jahr 2020!

Unter den aktuellen Umständen halten wir die Durchführung der Abiturprüfungen 2020 als verantwortungslos und fahrlässig aus folgenden Gründen:

1. Faires Abitur?

Viele Gegenstimmen behaupten, ein „Durchschnittsabitur“ wäre keine faire Lösung. Diese Behauptung wird dann damit begründet, dass vorherige Jahrgänge Prüfungen schreiben mussten oder manche Schüler sich in den Prüfungen „verbessern“ wollen würden.

Dass diesen Begründungen nicht zugestimmt werden sollte, liegt auf der Hand.

1.) Ja, vorherige Jahrgänge mussten Prüfungen schreiben, aber vorherige Jahrgänge waren auch keiner Pandemie ausgesetzt. Immer wieder betont unsere Regierung, dass die vorherrschenden Umstände eine noch nie da gewesene Situation sei und die Bevölkerung sich dementsprechend zu verhalten habe.

Die Prüfungen stattfinden zu lassen wäre nichts weiter als „nicht verhältnismäßig“, um es mit den Worten von Herrn Spahn auszudrücken.

2.) Durchaus mögen manche Schüler sich in den Prüfungen verbessern wollen, aber Tatsache ist, dass bereits 2/3 der Abiturnote durch die vorherigen 4 Semester gesammelt wurden. Bedeutet letztendlich, dass aus einem schlechten Schüler auch niemals ein guter Schüler wird. Außerdem können solche Situationen ausgeglichen werden, indem gesonderte Prüfungen angeboten werden (Schülervorschläge).

2. Alle Bundesländer wollen an einem Strang ziehen?

Laut der KMK wird das Ziel angestrebt, dass alle Bundesländer bezüglich des Abiturs gleiche Richtlinien verfolgen. Nur leider ist davon nicht viel zu spüren. Manche Bundesländer verschieben ihre Prüfungen, andere nicht.

3. Widersprüchlichkeit

Wir leben in Zeiten einer Pandemie, leben mit Maßnahmen, welche das öffentliche Leben extrem einschränken. Diese Maßnahmen sind richtig und sollten ernst genommen werden, um uns alle zu schützen und das Gesundheitssystem sicherzustellen. 
Ein Stattfinden der Prüfungen in einer solchen Zeit wäre extrem widersprüchlich und nichts weiter, als eine geplante Infektion.

4. Infektionsschutz?

Wenn man die Situation realistisch betrachtet und auch Meinungen wie die von Dr. Christian Drosten, sollte einem schon jetzt bewusst sein, dass die Umstände im Mai immer noch keine Prüfungen zulassen werden.
Wie Frau Merkel am 09.04. in einer Pressekonferenz betonte, wird das Virus so lange eine Bedrohung sein, bis ein Impfstoff gefunden sei.

Das Virus wird weiterhin ansteckend sein und die Maßnahmen, die erforderlich wären, um die Gesundheit der Schüler zu gewährleisten, wären schlichtweg unmöglich.

Der Abstand, ausreichend Desinfektionsmittel, Aufteilung der Schüler, Ankunft der Schüler vor dem Schulgebäude aufteilen, damit auch dort der Abstand eingehalten wird.

5. Angemessenheit der Prüfungen

In Anbetracht der vorherrschenden weltweiten Situation sind Abiturprüfungen auch schlichtweg ethisch nicht angemessen.
Tausende Menschen sterben, leiden und sorgen sich und in Deutschland wird eine Priorität auf Abschlussprüfungen gelegt?
Die Wirtschaft bricht ein, Familien verlieren wichtige Menschen und man weiß nicht, wann alles ein Ende hat und Schüler sollten sich auf Prüfungen konzentrieren?

Eine Durchführung der Abiturprüfungen bzw. Abschlussprüfungen allgemein halten wir unter Berücksichtigung dessen als unangebracht.

Die Angst um Angehörige vieler SchülerInnen sollte ernster genommen werden sowie die Tatsache, dass auch Schüler zu Risikogruppen gehören.
Auch kommt die Frage auf, was SchülerInnen, welche in einem Haushalt mit Risikogruppen wohnen, tun sollen? Eine Prüfung dieser Größenordnung würde das Risiko sich anzustecken enorm erhöhen und die Gesundheit vieler Menschen gefährden.

Kein Schüler oder Schülerin und keine Volkswirtschaft wird durch die Vergabe eines „Durchschnittsabiturs“ Nachteile erleiden und diese Tatsache sollte stärker betont werden.

6. Anerkennung

Ein vielfach verwendetes Argument gegen ein Durchschnittsabitur sei laut vielen Politikern die Anerkennung eines solchen Abiturs.

Dieses Argument ist ohne Weiteres zu widerlegen.
Die KMK-Präsidentin Stefanie Hubig versicherte bereits "Keinem Schüler, keiner Schülerin soll aus der derzeitigen Situation ein Nachteil erwachsen. Das Abitur 2020 wird unter den Ländern gegenseitig anerkannt."
Demnach wäre die Anerkennung eines solchen Abiturs kein Problem, sondern lediglich ein sinnloser Vorwand.

Außerdem wurden in vielen Ländern z.B. in Frankreich, Grobritannien und in den Niederlanden die Abschlussprüfungen bereits abgesagt. Demnach wäre nicht mal eine internationale Anerkennung eines solchen Durchschnittabiturs ein Gegenargument.

7. Digitaler Unterricht?

Auch wenn gesagt wird, dass der digitale Unterricht das Lernen der Schüler sicherstellen soll, muss man sich die Realität anschauen.
In den ersten Tagen nach der Schulschließung kamen E-Mails von einigen (nicht allen) Lehrern, in denen ein paar Aufgaben standen.
In den meisten prüfungsrelevanten Fächern bekamen wir Aufgaben, die die letzten noch unbearbeiteten Themen abdecken sollten.
In anderen Fächern wurden den Schülern einfache PDF Dateien von alten Abiturklausuren zugesendet die bearbeitet werden können, oder eben auch nicht.

Weitere Lehrer gaben an, noch weitere Vorbereitungen für die Abiturprüfungen zuzusenden, jedoch kommen besagte seit 3 Wochen nicht bei uns Schülern an.

Bei Fragen schreiben wir Schüler E-Mails an unsere Lehrer, aber die durchschnittliche Antwortzeit liegt bei ca. 3 Tagen.
Ein Lernen ist dadurch auf keinen Fall gewährleistet.

Die Abiturprüfungen sind auch deswegen schlichtweg unfair für die AbiturientenInnen des Jahres 2020.

Auch ist es den AbiturientenInnen leider nicht möglich, sich in Lerngruppen zu treffen und gemeinsam zu lernen oder Nachhilfe in Anspruch zu nehmen.
Es wird immer gesagt, dass wir Schüler keine Nachteile durch die Pandemie haben sollen, aber wir haben Nachteile durch die vorherrschende Situation
und diese sind leider enorm.

Wir fordern: Keine Abitur-Klausuren in 2020! 

DIE LÖSUNG: Jede Schülerin und jeder Schüler (deutschlandweit) erhält in diesem Jahr ein sogenanntes Durchschnittsabitur. Hierfür wird ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse (Beispiel Hamburg) der letzten 4 Semester errechnet und als Abiturnote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note, kann eine mündliche Leistung in einem der vier bereits gewählten Prüfungsfächer erbracht werden (zum Beispiel per Online-Videocall), und wie in den Vorjahren als mündliche Prüfung mit einberechnet werden.

Bei Fragen: durchschnittsabitur2020-nds@web.de