Gnade für Soleyman: Keine Haft für psychisch kranken Mann – Therapie statt Gefängnis

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Lucelyn Lorenz-Wedeking und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Mein Name ist Soleyman Sorkhabi, ich bin 37 Jahre alt, lebe in München – und ich bitte demütig um Gnade.

 

Ich wurde vor über sieben Jahren zu 38 Monaten Haft verurteilt – wegen Besitzes und Konsums von Dopingmitteln. Es war kein Verbrechen aus Bereicherung oder Bosheit, sondern Ausdruck tiefer seelischer Not. Heute soll die Strafe vollstreckt werden – doch sie könnte mich psychisch und körperlich endgültig zerstören.

 

Ich bin schwer psychisch krank und habe einen anerkannten Grad der Behinderung (GdB) von 30 %.

 

Seit 2015 leide ich unter anderem an:

 

mittelgradiger Depression (ICD-10: F32.1)

 

Panikstörung mit Klaustrophobie (F41.0)

 

Suizidversuchen und Selbstverletzung

 

chronischem Bluthochdruck

 

Herzinsuffizienz

 

schweren Leberschäden nach zwei Operationen

 

 

Die Dopingmittel waren kein „Drogenkonsum“, sondern ein verzweifelter Versuch, vom Alkohol wegzukommen – eine Flucht in den Sport, um Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen. Ich habe diesen Weg gewählt, statt weiter zu trinken – aber ich war krank, nicht kriminell.

 

Ich bin in meinem ganzen Leben nur wegen dieser einen Sache straffällig geworden. Ich bereue, was ich getan habe – doch ich bitte darum, es im Gesamtbild meines Lebens zu betrachten.

 

Denn meine seelischen Wunden reichen weit zurück:

 

Schon als Schüler musste ich meinen an Lungenkrebs erkrankten Vater pflegen. Ich begleitete ihn zur Chemotherapie, fehlte oft in der Schule. Als er 2006 starb, war ich noch sehr jung – und übernahm direkt die Verantwortung für meine Mutter.

 

Auch sie wurde schwer krank: Darmkrebs, später ein Schlaganfall im Jahr 2024. Ich bin der Einzige, der sie bis heute unterstützt. Keines meiner Geschwister hilft. 2020 starb zudem mein Bruder – ein weiterer tiefer Verlust.

 

In all dem fühlte ich mich oft allein. Ich war für andere da – aber wenn es um mich geht, fühlte ich mich vergessen.

 

Meine Ehe zerbrach. Nach der Trennung wollte meine Ex-Frau die gemeinsame Wohnung nicht verlassen. Ich hatte keine Kraft für Streit – also zog ich aus und wurde obdachlos.

 

Erst im November 2024 erhielt ich endlich über das Wohnungsamt eine kleine Wohnung. Sie ist mein einziger Rückzugsort. Eine Inhaftierung würde mir auch das nehmen – und mich erneut in Obdachlosigkeit und Hoffnungslosigkeit stürzen.

 

Mein Alltag ist ohnehin geprägt von Angst: öffentliche Verkehrsmittel, Aufzüge, Behörden, geschlossene Räume – meine Erkrankung lähmt mich. Manchmal will ich einfach nur nicht mehr da sein. Aber dann kommt dieser eine Gedanke:

 

Ich will Vater werden. Ich möchte einem Kind das geben, was ich selbst nie hatte: Liebe, Sicherheit, eine echte Kindheit. Das geht nur, wenn ich heilen darf.

 

 

---

 

Daher bitte ich die Generalstaatsanwaltschaft München:

 

▶️ Lassen Sie Gnade vor Recht walten.

▶️ Wandeln Sie die Haftstrafe in eine medizinisch begleitete Therapie um.

▶️ Ermöglichen Sie mir Stabilität, Behandlung – und Würde.

 

Ich trage Verantwortung für mein Handeln. Aber ich bitte darum, dass mein Leben nicht durch eine Haftstrafe vollständig zerbricht – nicht durch Strafe, sondern durch Menschlichkeit.

 

Bitte unterstützen Sie mein Gnadengesuch mit Ihrer Unterschrift.

Teilen Sie meine Geschichte – für mich, und für alle, die psychisch krank sind und trotzdem weiterkämpfen.

 

Danke.

 

Soleyman Sorkhabi

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Lucelyn Lorenz-Wedeking und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Mein Name ist Soleyman Sorkhabi, ich bin 37 Jahre alt, lebe in München – und ich bitte demütig um Gnade.

 

Ich wurde vor über sieben Jahren zu 38 Monaten Haft verurteilt – wegen Besitzes und Konsums von Dopingmitteln. Es war kein Verbrechen aus Bereicherung oder Bosheit, sondern Ausdruck tiefer seelischer Not. Heute soll die Strafe vollstreckt werden – doch sie könnte mich psychisch und körperlich endgültig zerstören.

 

Ich bin schwer psychisch krank und habe einen anerkannten Grad der Behinderung (GdB) von 30 %.

 

Seit 2015 leide ich unter anderem an:

 

mittelgradiger Depression (ICD-10: F32.1)

 

Panikstörung mit Klaustrophobie (F41.0)

 

Suizidversuchen und Selbstverletzung

 

chronischem Bluthochdruck

 

Herzinsuffizienz

 

schweren Leberschäden nach zwei Operationen

 

 

Die Dopingmittel waren kein „Drogenkonsum“, sondern ein verzweifelter Versuch, vom Alkohol wegzukommen – eine Flucht in den Sport, um Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen. Ich habe diesen Weg gewählt, statt weiter zu trinken – aber ich war krank, nicht kriminell.

 

Ich bin in meinem ganzen Leben nur wegen dieser einen Sache straffällig geworden. Ich bereue, was ich getan habe – doch ich bitte darum, es im Gesamtbild meines Lebens zu betrachten.

 

Denn meine seelischen Wunden reichen weit zurück:

 

Schon als Schüler musste ich meinen an Lungenkrebs erkrankten Vater pflegen. Ich begleitete ihn zur Chemotherapie, fehlte oft in der Schule. Als er 2006 starb, war ich noch sehr jung – und übernahm direkt die Verantwortung für meine Mutter.

 

Auch sie wurde schwer krank: Darmkrebs, später ein Schlaganfall im Jahr 2024. Ich bin der Einzige, der sie bis heute unterstützt. Keines meiner Geschwister hilft. 2020 starb zudem mein Bruder – ein weiterer tiefer Verlust.

 

In all dem fühlte ich mich oft allein. Ich war für andere da – aber wenn es um mich geht, fühlte ich mich vergessen.

 

Meine Ehe zerbrach. Nach der Trennung wollte meine Ex-Frau die gemeinsame Wohnung nicht verlassen. Ich hatte keine Kraft für Streit – also zog ich aus und wurde obdachlos.

 

Erst im November 2024 erhielt ich endlich über das Wohnungsamt eine kleine Wohnung. Sie ist mein einziger Rückzugsort. Eine Inhaftierung würde mir auch das nehmen – und mich erneut in Obdachlosigkeit und Hoffnungslosigkeit stürzen.

 

Mein Alltag ist ohnehin geprägt von Angst: öffentliche Verkehrsmittel, Aufzüge, Behörden, geschlossene Räume – meine Erkrankung lähmt mich. Manchmal will ich einfach nur nicht mehr da sein. Aber dann kommt dieser eine Gedanke:

 

Ich will Vater werden. Ich möchte einem Kind das geben, was ich selbst nie hatte: Liebe, Sicherheit, eine echte Kindheit. Das geht nur, wenn ich heilen darf.

 

 

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Daher bitte ich die Generalstaatsanwaltschaft München:

 

▶️ Lassen Sie Gnade vor Recht walten.

▶️ Wandeln Sie die Haftstrafe in eine medizinisch begleitete Therapie um.

▶️ Ermöglichen Sie mir Stabilität, Behandlung – und Würde.

 

Ich trage Verantwortung für mein Handeln. Aber ich bitte darum, dass mein Leben nicht durch eine Haftstrafe vollständig zerbricht – nicht durch Strafe, sondern durch Menschlichkeit.

 

Bitte unterstützen Sie mein Gnadengesuch mit Ihrer Unterschrift.

Teilen Sie meine Geschichte – für mich, und für alle, die psychisch krank sind und trotzdem weiterkämpfen.

 

Danke.

 

Soleyman Sorkhabi

Die Entscheidungsträger*innen

Georg Eisenreich
Staatsminister der Justiz, MdL
Georg Eisenreich
Georg Eisenreich
Bayerischer Staatsminister der Justiz

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