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Gesundheitsminister Gröhe: Rezeptfreie „Pille danach" zulassen!


Gesundheitsminister Gröhe will sich derzeit dem Rat des Expertenausschusses für Verschreibungspflicht widersetzen und die Rezeptpflicht der sogenannte "Pille danach" nicht aufheben. Dies sagte er in einem Interview der „Welt am Sonntag"*.

Mit dieser Petition fordern wir die Rezeptfreiheit der "Pille danach". In Deutschland wird auf dem Rücken der Frauen eine moralische Debatte geführt, keine medizinische. Dies ist im Jahr 2014 nicht hinnehmbar.

Schon diesen Donnerstag debattiert der Bundestag ersmals über die Rezeptfreiheit. Dies ist unsere Chance, dass die Meinung der Öffentlichkeit gehört wird und den weiteren politischen Prozess begleitet. Mein Name ist Stefanie Lohaus und ich bin Gründerin und Chefredakteurin des Missy Magazines. Die Selbstbestimmung der Frau ist mir eine persönliche Mission.

Warum sollte die "Pille danach" rezeptfrei sein?

Die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ist ein hormonelles Notfall-Verhütungsmittel, dass eine Befruchtung verhindert, wenn es vor dem Eisprung zum Geschlechtsverkehr gekommen ist. Die "Pille danach" ist keine Abtreibung, weil sie nur wirkt, wenn noch keine Befruchtung der Eizelle vorliegt – ein Eisprung wird lediglich verzögert. 

Die Voraussetzung für die Wirkung der "Pille danach" ist die rechtzeitige Einnahme (48 Stunden, besser 24 Stunden), die ohne Arztbesuch eher zu gewährleisten ist. Die derzeitige Rezeptpflicht erschwert den Zugang zur Pille danach, besonders an Wochenenden und Feiertagen. Für Frauen in ländlichen Regionen und für Frauen, die Arztbesuche scheuen, ist der Zugang zusätzlich erschwert. 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es keine Sachgründe gibt, die rezeptfreie Vergabe der "Pille danach" abzulehnen. Medizinische Risiken in der Anwendung sind bislang nicht bekannt geworden.

In fast ganz Europa und Ländern wie den USA und der Türkei ist „die Pille danach" rezeptfrei erhältlich. Lediglich stark religiös geprägte Länder wie Italien und Polen haben neben Deutschland an der Rezeptpflicht festgehalten. 

Der Bundesrat hat die Rezeptfreiheit der „Pille danach" bereits letzten November mehrheitlich beschlossen. Die derzeitige ExpertInnennempfehlung sieht vor, dass die Apothekenpflicht weiter bestehen bleibt. Auch ohne Verschreibungspflicht wird eine notwendige Beratung somit gewährleistet.

Die Argumentation gegen die Rezeptfreiheit zeigt lediglich, dass es auch im Jahr 2014 genug Menschen gibt, die sich nicht vorstellen können, dass Frauen selbstbestimmt und verantwortungsvoll über den Einsatz des Verhütungsmittels entscheiden können. Darunter sind auch Gesundheitsminister Gröhe und der Bundesverband der Frauenärzte**.

Die medizinischen Fakten sprechen für eine Freigabe der "Pille danach". Sie ist Teil der sexuellen Sebstbestimmung der Frau. Deswegen fordern wir, die Rezeptpflicht sofort abzuschaffen. Die Rezeptfreiheit der "Pille danach" ist eine ethische Frage. Bei einer Abstimmung am kommenden Donnerstag müssen Abgeordnete frei nach ihrem Gewissen und ohne Fraktionszwang entscheiden können. 

MitinitiatorInnen & ErstunterzeichnerInnen:

Stefanie Lohaus, Sonja Eismann, Chris Köver, Margarita Tsomou und Daniela Burger, Herausgeberinnen des Missy Magazines 

Anke Domscheit-Berg, Vorsitzende des Landes Brandenburg & EU-Kandidatin der Piraten-Partei

Laura Dornheim, Unternehmensberatin und Piratin

Julia Schramm, Politikwissenschaftlerin

Elke FernerBundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF)

Caren Marks, MdB SPD

Für die Rezeptfreiheit der "Pille danach" wollen wir 50.000 Unterschriften sammeln. Dies ist unsere große Chance der Regierung zu zeigen, wie die gesellschaftliche Mehrheit zu dem Thema denkt. Sobald Sie unterschrieben haben, leiten Sie die Petition www.change.org/pidana an Ihre FreundInnen, KollegInnen und Bekannten weiter.

*Interview

**Frauenärzte profitieren von der jetzigen Regelung: Sie verdienen am Arztbesuch, am Ausstellen des Rezeptes und meistens noch an Schwangerschaftstests von Frauen auf der Suche nach Notfallverhütung. 

Letter to
Gesundheitspolitische SprecherInnen
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
Rezeptfreie Pille danach zulassen!