Petition richtet sich an Justizminister der Bundesrepublik Deutschland Heiko Maas, SPD (Justizminister der Bundesrepublik Deutschland) und an 2 mehr

Gestorben wird Zuhause - Ja zum begleiteten Sterbefasten! Dafür brauchen wir ein Gesetz!

41.616
Unterstützer/innen auf Change.org

Update 13.09.2017

Die Wahl rückt näher - zur Erinnerung: Die V-Partei³ ist die einzige, die meine Forderung einer Legalisierung des begleiteten Sterbefastens in ihr Parteiprogramm aufgenommen hat. Bitte richtig wählen - V-Partei³!

Update 07.04.2017

Liebe Freundinnen und Freunde,

nach dem Hype zu Beginn der Petition mit über 30.000 Unterschriften innerhalb einer Woche gab es erst einmal eine Stagnation. Insgesamt kamen wir aber schon auf 41.434 Unterschriften, obwohl die Medien, wie ja eigentlich zu erwarten war, wenn überhaupt nur sehr zögerlich berichteten.

Inzwischen hat sich auf anderer Seite sehr viel getan. Am 30.04.2016 wurde eine neue Partei gegründet, die V-Partei³, die endlich alle die Themen im Programm hat, die ich mir seit Jahrzehnten vergeblich, unter anderem bei Bündnis 90/die Grünen gewünscht hatte. Kurz und gut – obwohl ich nie wieder in eine Partei gehen wollte, bin ich eingetreten, wurde auf dem Landesparteitag am 14.01.2017 in München auf Platz 2 für die anstehende Bundestagswahl gewählt.

Die Partei hat inzwischen fast 1.000 Mitglieder. Am 01. April 2017 fand in Weimar der 1. Bundesparteitag mit 150 Mitgliedern und Delegierten statt. Es herrschte eine unglaubliche Aufbruchsstimmung. Ich konnte meine Petition vorstellen, sie wurde zu 100 % - ohne Gegenstimme! - angenommen und wird nun ins Programm der V-Partei³ integriert. Damit ist die V-Partei³ die erste und damit einzige Partei, die sich des Tabu-Themas Sterbefasten annimmt. Ich bin überglücklich!!!

Ein entsprechender Passus wird nun ins Parteiprogramm eingearbeitet. Wir erhalten dazu noch fachmännische Beratung von Seiten der Experten.

Es ergibt sich hier also die berühmte win-win-Situation, die unserem Anliegen ganz sicher einen neuen Auftrieb geben kann.

Bitte beschäftigt Euch schon mal mit dem Link zur Partei insgesamt. Wir brauchen dringend Unterstützungserklärungen, damit sie im September zur Bundestagswahl antreten kann. www.v-partei.de

Update 16.09.2016

Meine Petition „Ja zum begleiteten Sterbefasten“ hat mich den Sommer über ganz schön auf Trab gehalten. Innerhalb einer Woche gingen über 30.000 Unterschriften von UnterstützerInnen ein! Viele von Ärzten und Pflegepersonal, die sich geradezu überschwenglich für diese „Pioniertat für eine humanere Medizin“ bedankten! Kaum eine/r aber ist bereit, öffentlich namentlich genannt zu werden - wohl aus Angst vor beruflichen/privaten/finanziellen Nachteilen und einem eventuellen Vorwurf, sie ließen Patienten/Vater/Mutter verhungern oder verdursten.

Das zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig eine gesetzliche Regelung zu diesem Thema ist.

Für das Sterbefasten an sich brauchen wir natürlich kein Gesetz – jede/r kann aufhören zu essen oder zu trinken, um zu sterben. Wohl aber brauchen wir ein Gesetz, das Ärzten und/oder Pflegepersonal ausdrücklich erlaubt, Sterbefastende wie jeden anderen Sterbenden pflegend zu begleiten – was zur Zeit weder gestattet noch verboten ist. Ein unerträglicher Zustand für alle – den Sterbenden selbst, die Angehörigen, Ärzte und Pflegepersonal.

Wie not – wendig so eine gesetzliche Regelung ist, zeigt auch der Bericht in Monitor vom 08.09.2016. Er schildert, wie gewisse Pflegedienste sogar Patientenverfügungen missachten und Patienten auf geradezu kriminelle Weise gegen ihren Willen am Leben erhalten werden – ein Milliardengeschäft!

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-monitor-vom--132.html

Für diejenigen, die mehr wissen möchten, sei empfohlen:

Das Buch „Sterbefasten – freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit – eine Fallbeschreibung“ von Christiane zur Nieden und die DVD „Sterbefasten – Freiheit zum Tod“ vom Wuppertaler Medienprojekt.

Das Wissen um die Möglichkeit, sich auf diese Weise vom Leben zu  verabschieden, ist für viele Menschen ein großer Trost! Deshalb, Ihr Lieben, nehmt Euch trotz Sommer und Badefreuden Zeit für die Verbreitung dieser wichtigen Petition. Und nun wünsche ich uns allen erst einmal einen wunderschönen goldenen Herbst. 

Barbara

18.07.2016

Was heißt das überhaupt, Sterbefasten?

Es bedeutet, freiwillig auf Nahrung und Flüssigkeit zu verzichten, um den eigenen Tod herbeizuführen. Diese Möglichkeit des Freitodes wird immer häufiger praktiziert, es fehlt aber eine gesetzliche Regelung. Ärzten und Pflegepersonal muss es erlaubt sein, Schwerstkranke und Sterbende beim Sterbefasten zu begleiten! Symptom lindernde Maßnahmen (Erkennung und Behandlung von Beschwerden) sollten wie bei jedem anderen Sterbeprozess auch beim Sterbefasten sorgfältig und großzügig angewendet wenden, wobei das Sterbefasten natürlich jederzeit abgebrochen werden kann, wenn der Betroffene zu einer anderen Einsicht kommt.

Nach einem Schwächeanfall verbrachte ich zwei Nächte in einem Raum der Intensivstation mit einem 93-jährigen Mann, der einen Schlaganfall erlitten hatte. Er war auf der linken Seite gelähmt, konnte nur röchelnd lallen, unfähig, zu schlucken, wurde über Infusionen ernährt, schien aber zu verstehen, was man ihm sagte. Mit der rechten, nicht gelähmten Hand versuchte er verzweifelt, den „Galgen“ zu erreichen – ein bizarres Wort für den Griff, an dem die Patienten sich hochziehen können. Wenn ihm dies gelang, rüttelte er daran, unverständliche Laute ausstoßend. Bis zu dem Schlaganfall war der Witwer, wie seine Kinder berichteten, körperlich und geistig fit gewesen und hatte sich noch selbst versorgen können.

Ich bin selbst Schlaganfall gefährdet. Seit einem Burnout muss ich deshalb gegen Herzbeschwerden mit Vorhofflimmern ein Blutverdünnungsmittel nehmen. Natürlich habe ich längst eine unbedingt notwendige Patientenverfügung unterschrieben, die eine künstliche Lebensverlängerung verbietet, und mich mit dem Thema Sterbehilfe intensiv beschäftigt, um sie gegebenenfalls einmal selbst in Anspruch nehmen zu können. Wie viele Menschen fürchte ich ein endloses Dahinsiechen an Apparaten und Schläuchen mehr als das Sterben selbst. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland aber verboten, obwohl sehr viele Menschen sie sich wünschen, statt in die Schweiz fahren, sich vor einen Zug werfen, die Pulsadern aufschneiden, sich erhängen oder von einem Hochhaus springen zu müssen.  

Dabei ist ein würdiges Sterben durchaus möglich – nämlich durch Sterbefasten, eine seit Urdenken in allen Kulturen bekannte Form des Sterbens, heute nahezu vergessen. Hier wird der Sterbeprozess nicht durch lebensverlängernde Maßnahmen qualvoll für den Patienten hinausgezögert, sondern dieser entscheidet, ob und wann er aufhören will zu essen und dann auch  zu trinken, so, wie es die Natur vorgesehen hat, am besten natürlich zuhause in der vertrauten Umgebung unter Angehörigen, begleitet von Arzt beziehungsweise Pflegepersonal. Im Allgemeinen dauert es 6-15 Tage, bis der Patient durch den Tod erlöst wird.

Ich finde den Gedanken, mich auf diese Weise vom Leben verabschieden zu können, ungemein tröstlich, doch die meisten Menschen wissen gar nichts von dieser Möglichkeit. Selbst unter Ärzten herrscht Unklarheit darüber, was erlaubt ist und was nicht - darf der Arzt einen Sterbewilligen beim Sterbefasten begleiten oder darf er das nicht? Die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung ist neben den Informationen zum Sterbefasten Zweck dieser Petition, die innerhalb der ersten Woche von über 35.000 Unterstützerinnen unterzeichnet wurde. Besonders viele Ärzte, Pflegepersonal und SterbebegleiterInnen bedankten sich geradezu überschwenglich. Sie trauen sich oft nicht, einen Sterbewilligen beim Sterbefasten, das sie als absolut humane Alternative empfinden, zu begleiten, aus Angst, man könnte ihnen vorwerfen, sie machten sich einer Straftat schuldig, ließen den Patienten verhungern oder verdursten. Deshalb muss endlich Klarheit in diese Situation. 

Durch diese Petition soll das Wissen um die  Möglichkeit des Sterbefastens und die damit verbundene Problematik  einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Dafür bitten wir Politiker wie Medien um Unterstützung.  

Liebe Mitmenschen, auch wenn es Euch heute noch gut geht und Ihr vielleicht meint, Gedanken an Sterben und Tod verdrängen zu können: Wir sollten uns mit ihnen vertraut machen – ich hoffe, Ihr stimmt mir zu und unterstützt diese Petition.

Gestorben wird zuhause – Ja zum begleiteten Sterbefasten! 

Barbara Rütting
ehemalige Abgeordnete des Bayerischen Landtags

 

Diese Petition wird versendet an:
  • Justizminister der Bundesrepublik Deutschland
    Heiko Maas, SPD (Justizminister der Bundesrepublik Deutschland)
  • Bundesregierung
  • Bundesjustizminister
    Heiko Maas


    Barbara Rütting startete diese Petition mit einer einzelnen Unterschrift und hat nun 41.616 Unterstützer/innen. Starten Sie heute eine Petition, um sich für Ihr Anliegen einzusetzen.




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