bianka perezBad Kreuznach, Germany
Sep 15, 2018

Hallo Zusammen,

da ich lange nichts von mir hören lassen habe, wollte ich euch nun auf den neusten Stand bringen.

Bitte verzeiht mir , dass ich mich recht knapp halte, aber aktuell ist das alles für mich und auch für den Rest der Familie unheimlich viel zu begreifen, zu akzeptieren und zu verarbeiten.

Allerdings gibt es ein paar gute Neuigkeiten bezüglich Michael, und ihr alle habt es verdient das ich euch diese mitteile.

Zuerst zu der Frage, wie es Michael geht...Naja die Medikamente sind sehr hoch dosiert und er ist deshalb oft sehr benommen, aber es scheint besser zu werden. Vorallem da er jetzt ein etwas mehr Freiheiten hat.

Kurz nach dem Film durfte Michael immer mehr und mehr, erst war es nur , dass er auf den Gang durfte, dann konnte er plötzlich rauchen gehen, wann er wollte, dann war die Gittertür an den Wochenenden und in der Woche ab 16:00 Uhr geöffnet.

Kurz darauf, stellte er den Antrag auf einen Fernseher, der auch genehmigt wurde. und um den 10.08.18 rum rief er an und teilte uns mit das er nun ein richtiges Zimmer habe.

Am 12.08.18 war ich ihn besuchen , zusammen mit meiner Mutter und ich fragte ob wir das Zimmer evtl. einmal sehen können. Michael ging dies beim Pflegepersonal anfragen und nachdem diese sich kurz besprochen hatten, konnten wir gemeinsam mit einem Pfleger sein Zimmer sehen.

Das erste was mir aufgefallen ist, dass dieses Zimmer im gleichen Gang wie die Isolationszellen ist, was mich doch etwas wunderte. Als dann die Tür aufgeschlossen wurde und dahinter nochmals eine Gittertür war, war ich sehr verwundert. Denn genau das wollte Michael immer, ein normales Zimmer für sich...nichts anderes und da wurde dies immer abgelehnt mit der Begründung, dass sie solche Zimmer nicht haben.

Nun gut, das Zimmer ist wirklich sehr schön, er hat ein richtiges Bett, einen Schreibtisch , Regale und das aller wichtigste, er hat ein eigenes seperates Badezimmer mit Dusche. Ich war sehr positiv überrascht und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Ich hab Michael gefragt wie es war , nach 3 Jahren auf dieser Schaumstoffmatratze in einem richtigen Bett zu schlafen? Und er stöhnte erleichtert und sagte "Hammer" :-)

Das könnte ich mir gut vorstellen. Er nimmt nun auch immer öfter am Klinikalltag teil, hat einen kleinen Job, bei dem er sich etwas dazu verdienen kann. (Spühlmaschine ein und ausräumen) nichts wildes, aber ich finde es sehr gut. Er nimmt ebenso an Grillabenden teil und darf sich nun frei auf der Station bewegen.

Bei meinem letzten Besuch anfang September, war er bereits in der Lockerungsstufe 1, sprich er durfte Spazieren gehen auf dem Gelände mit Pflegepersonal. Letzten Sonntag war er bereits schon eine Stufe weiter und durfte sich allein auf dem Gelände aufhalten, für eine bestimmte Zeit.

Aktuell darf er sein eigenes Geld behalten und verwalten und auch seine Einkäufe auf dem Klinikgelände eigenständig erledigen. Heute werden meine Eltern Ihn besuchen fahren und scheinbar dürfen sie den Besuch heute auch das erste mal gemeinsam auf den Gelände verbringen.

Ihr seht es geht aktuell unheimlich schnell....und wir sind selbst auch noch etwas überfordert und wissen noch nicht in wie weit wir diese neue Situation "genießen" können.

Aber trotz allem, möchte ich mich bei euch allen bedanken, ohne jeden einzelnen wäre das sicher nicht möglich gewesen.

Tausend Dank

Liebe Grüße Bianka

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X