Gerechtigkeit und Freiheit von Michael Perez!!!! Opfer der Justiz und der Psychiatrie.

  • Angst um das Leben meines Bruders

Mein Bruder Michael ist ein Opfer der Justiz und der Psychiatrie. Er ist nun seit 7 Jahren in der geschlossenen Psychiatrie und erst vor kurzem wurde ein weiteres Jahr willkürlich beschlossen. Er wurde 2008 wegen einer versuchten gefährlichen Körperverletzung zu 9 Monaten Freiheitsstrafe und der Unterbringung im Maßregelvollzug nach § 63 verurteilt.

Bei der Anlasstat dreht es sich um einen Faustschlag. Das Opfer hatte weder bleibende Schäden noch sonstige Folgen, nach dieser Tat. Michael hat den Faustschlag sofort zugegeben und auch gewusst es war nicht in Ordnung, jedoch unterstellt man ihm, er hätte mit einem spitzen Gegenstand gedroht. Er sagt noch bis heute, dass er niemals einen Gegenstand hatte und dieser wurde auch nie gesehen, aber fälschlicherweise als bewiesen betrachtet.  

Man diagnostizierte in dem damaligen Gutachten eine Cannabis Psychose und eine Persönlichkeitsstörung und ließ ihn in die Rheinhessen Fachklinik in Alzey einweisen. Dort wurde er von Anfang an unter sehr starke Neuroleptika gesetzt. Wir wussten damals nicht, was dies alles zu bedeuten hat und was es für Michael bedeutet nach § 63 verurteilt zu sein.

Anfänglich ließ es den Eindruck eines positiven Therapie-Verlaufs erwecken. Zwar war er bei jedem Besuch, recht weggetreten und wirkt sehr benommen und körperlich aufgeschwemmt, doch er bekam Stück für Stück immer mehr Lockerungen. Wir waren skeptisch und haben auch damals schon nach den Medikamenten im Internet gesucht, aber dachten nach wie vor, es wird schon richtig sein immerhin ist es eine Klinik.  

So kam es, dass er immer mehr Freiheiten bekam, aber auch immer höhere Dosierungen an Medikamenten. Er durfte am  Wochenende nach Hause und auch in der Woche mehrere Stunden das Gelände verlassen. Es sah sehr gut aus. Er hat sich echt verändert, hat sich selbstständig Arbeit gesucht bei einer Straßenbau Firma. Die Ärzte in Alzey waren deshalb nicht begeistert, wollten das er in einer ihrer Behindertenwerkstätten arbeitet, weil er für Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht intelligent genug sei. Ihm aber macht es Spaß. Er kam mit den Menschen super klar und  konnte hier beweisen, dass er es doch kann. Eigentlich war er soweit, dass er sich nur noch eine Wohnung suchen musste.  

Doch soweit kam es nie! Im Sommer 2013 kam der Anruf, sie mussten Michael auf die Stufe 1 der Therapie zurücksetzen weil, er angeblich in Geldgeschäfte und Hehlerei verwickelt sei. Alle Lockerungen wurden ausnahmslos gestrichen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, was er getan haben soll um diese Maßnahme zu verdienten. Wir verstanden die Welt nicht mehr und durften auch mit ihm vorerst nicht reden. Später stellte sich heraus, dass er lediglich eine Festplatte an einen Arbeitskollegen verkaufen wollte. Michael machte da auch kein Geheimnis draus, denn für ihn war dies keine Straftat. Aber es hat angeblich gegen die Hausordnung der Klinik verstoßen.

Klar war, Michael bat darum die Dosis der Medikamente zu verringern, da er gerade auf dem Straßenbau -und das noch im Sommer- mit der hohen Dosierung nicht klar kam. Die Neuroleptika haben ihn fast sofort nach der Einnahme schläfrig und kraftlos gemacht. Sie haben ihm dann sogar die Arbeit genommen, sodass sogar die Firma einen Anwalt eingeschaltet hat. Aber es prallt einfach alles an diesem blöden System ab. Damit haben sie in völlig fertig gemacht. Er setzte die Medikamente ab.

Von hier an, ging die Folter los. Das erste, was auch mich dazu getrieben hat nachzuforschen, war als er total dreckig und ungewaschen beim Besuch erschienen ist. Er ist ein Mann, der unheimlich Wert auf sein gepflegtes Äußeres legt. Er sagt uns, sie haben ihm seit einer Woche keine Zahnbürste, kein Waschzeug, keine neue Kleidung oder sonstiges gegeben und ihn nicht duschen lassen, als Strafe für ein unaufgeräumtes Zimmer. Ich wusste so was konnte nicht rechtens sein, aber ich wusste nicht wo ich ansetzen musste. Ab diesem Moment hörte die Folter nicht mehr auf.

Er wurde dort fixiert aus allen möglichen Gründen und das mehrfach und über lange Zeiträume. Aber bei der letzten Fixierung in Alzey wurde er vom Sicherheitsdienst mit Teleskopschlagstöcken auf den Boden geschlagen und danach ans Bett geschnallt. Hiervon erlitt er 4 Rippenbrüche. Die Fixierung ging über 5 Wochen, in denen er weder gewaschen wurde, noch haben sie ihn umgezogen, ebenso musste er im Liegen sein Toilettenbedürfnis verrichten und wurde auch hier wieder nicht abgewischt.

Danach wurde er im fixierten Zustand, ohne Information an den Anwalt oder den Betreuer, nach Andernach transportiert. Das war Anfang 2014, seitdem ist er dort und hier geht die Folter weiter. Dort wollen Sie ihn immer zwingen Neuroleptika zu nehmen, sie provozieren ihn, behandeln ihn nicht genau wie andere. Sie wollen, dass er ausrastet und sie einen Grund haben Zwangsmedikamente zu verabreichen. Sie können ihn nicht brechen, denn Michael steht alles durch und steht trotzdem jeden Morgen wieder auf.  

Wir hatten und haben trotzdem jeden Tag Angst, dass ein Anruf kommt und er sich was angetan hat oder ihm was angetan wurde. Ich fing an mich intensiver damit zu beschäftigen, eröffnete eine Facebook Gruppe und schrieb an Fr. Eva Schwenk, denn erst ihr Buch hat mich dazu gebracht, zu hinterfragen und ihm ernsthaft helfen zu wollen. Sie bestärkte mich darin, dass etwas getan werden muss und unterstützte mich.  

In Andernach stellte man nun Antrag auf Zwangsmedikation, da Michael sich weiterhin weigert dieses Gift zu nehmen. Sie schafften Situationen, die Ihn zum ausrasten bringen sollten und provozierten und schikanierten ihn. Durch die Hilfe von Frau Schwenk und die Unterstützung in der Gruppe, konnten wir diese jedoch verhindern. Ebenso wurde die Klinik auf mich aufmerksam, sowie auch auf seine Unterstützer, die es durch ständiges anrufen in der Klinik möglich gemacht haben, dass wir von einer erneuten Isolation und Fixierung erfuhren und er sich zumindest täglich melden durfte, damit nicht weiter angerufen wurde. Doch dann drohten sie ihm, dass er mich lieber zum Aufhören oder Schweigen bewegen sollte, sonst könne mir evtl. was passieren. Er hat es versucht und mir am Telefon beharrlich klar gemacht, ich soll aufhören, glücklich sein, mein Leben leben, er schaffe das schon alleine. Ich machte weiter…  

So kam es, dass der Termin für die jährliche Anhörung -wohlbemerkt zu spät kam- und auch ein Gutachter bestellt wurde, auch 10 Monate zu spät. Das Gutachten war eine Lüge und eine Frechheit an sich. Eine 5 Seitige Kopie der Stellungnahme aus der Klinik und keine Diagnose. Zusammen mit Doris Neuberger schrieb ich eine Stellungnahme hierzu, mit der wir das Gutachten ganz klar widerlegen konnten. 

Die Anhörung an sich lief viel positiver als erwartet. Der Gutachter konnte weder eine Psychose bestätigen, noch eine Gefahr zur Gewalttat aussprechen, da er auch 7 Jahre in der Klinik und im Freigänger Status niemanden angefasst hat. Sein ehemaliger Chef würde ihn sofort wieder einstellen, somit hatten wir große Hoffnung. Die Aussage des Gutachters war nur, er könne ja nicht ausschließen, dass Michael jemanden schlagen wird. Aufgrund seiner Größe, könne man Angst haben, dass er zuschlägt. ( Zitat Gutachter)  

Der Beschluss kam statt 3, 5 Wochen später. Mit diesem, die negative Botschaft, sie haben den Maßregelvollzug wieder um ein weiteres Jahr verlängert, obwohl keine Anforderung dafür gegeben war. Sie haben sich mit nichts auf die Anhörung bezogen, nur auf die Anlasstat und alles davor. Statement des Beschlusses war, er muss Neuroleptika nehmen, damit man ihn therapieren kann….obwohl er keine Psychose oder ähnliches hat. Sie wollten ihn nicht ohne Neuroleptika raus lassen, denn das würde beweisen, dass Sie ihn 7 Jahre lang willkürlich gefoltert, gepeinigt und gequält haben. Sie können ihn nicht brechen und deshalb greifen sie täglich zu schlimmeren Methoden.

Aber wie lange soll das noch so gehen, wie lange kann er das noch aushalten oder wie lange dauert es bis schlimmeres passiert. Er ist kein schlechter Mensch, er ist ein junger Mann, der nie die Chance hatte seine Träume zu leben. Er möchte einfach nur arbeiten gehen, nach Hause kommen, vielleicht irgendwann eine Familie gründen, aber all das wird ihm verwehrt. Für uns als Familie ist es das schlimmste, dass wir ihm nicht wirklich helfen können Meine Eltern verzweifeln, wünschen sich nur Ihr Kind in Sicherheit. Da er halber Spanier ist und auch so aussieht, kommt es auch hier zu Nachteilen.  

Was muss denn noch passieren, dass alle aufwachen, wie viele müssen noch Kinder, Geschwister oder Mann und Frau, auf diese Art verlieren? In diesem Land werden Menschen gefoltert, gequält, gepeinigt und gebrochen und das vor aller Augen, legalisiert durch Gesetze wie den § 63, der sich nicht an die Menschenrechte halten muss. Denn was hinter den Mauern einer Psychiatrie passiert, stellt niemand in Frage, generell gilt es als Tabu-Thema. Aber für alle die Angehörige eines ähnlichen Schicksals sind: vergesst eure Scham und eure Bedenken, geht an die Öffentlichkeit, informiert euch.

Jede Scham die ihr empfindet, ist nichts im Vergleich zu dem, was Patienten in der Psychiatrie erleben müssen. Wir müssen aufhören zu heucheln und uns für unsre Lieben einsetzen, deshalb stehe ich heute hier und habe alle Scham hinten angestellt. Ich möchte, dass die Welt erfährt, was sie mit Michael gemacht haben und immer noch machen, ungestraft vor den Augen der Öffentlichkeit.  

Zweck der Petition:

Bitte helft mir und unterstützt mich darin, Michael endlich wieder nach Hause zu holen. Ich fordere das Landesgericht Koblenz, Oberlandesgericht Koblenz und das Landesamt  dazu auf, Michael endlich in Freiheit zu entlassen, es geht keine Gefahr von ihm aus, wie es selbst der Gutachter bestätigt hat.

Durch diesen willkürlichen Beschluss, wird ihm noch ein Jahr mehr aus seinem Leben genonmen.

Er soll Neuroleptika nehmen, sonst kommt er nicht raus..... Was hat das mit Therapie zu tun? Ich bitte euch, helft mir dabei, zu versuchen diese Folter für Ihn zu beenden.

 

Gründe warum ich denke, dass Michael Perez aus dem Maßregelvollzug zu entlassen ist

 

1.  Ich bin mir sicher, dass von Ihm keinerlei Gefahr ausgeht, er also nicht gefährlich ist für seine Mitmenschen oder sich selbst. Weil:

a.  Er hat in seiner Freigänger Zeit, oft bewiesen, dass er nach Hause kommen kann, auch für ein ganzes Wochenende, ohne in jegliche Konflikte zu geraten, weder mit der Familie, noch mit den Menschen aus der Ortschaft, in der er sich in dieser Zeit frei bewegte und auch mit dem Hund oft durch den Ort spaziert ist.

b. Er hat dies auch im Arbeitsleben, durchaus bewiesen, es kam auch hier zu keinerlei Konflikten, weder mit Kollegen und Vorgesetzten, noch mit Passanten jeglicher Art.

 2. Ich bin ebenso fest davon überzeugt, dass er weder Betäubungsmittel noch Alkohol zu sich nehmen möchte.

a. Es kam zu keinerlei Verzehr dieser, in der Freigänger Zeit oder während der letzten 7 Jahre generell.

b. Hat er erst kürzlich bewiesen, dass er dies nicht mehr möchte. Da wir versehentlich Schokolade in ein Paket getan haben, diese enthielt Alkohol. Dem Klinik Personal ist dies ebenso wenig aufgefallen wie uns, Michael jedoch, hat es ausgepackt und es roch anscheinend nach Alkohol, er hat sich die Zutaten angeschaut und es dann auf der Station abgegeben. Wenn er gewollt hätte, hätte er dies auch essen können.

 3. Er kann bei Entlassung, fast sofort, seinen Job auf dem Straßenbau, wieder aufnehmen. Sein ehemaliger Chef, würde dies sogar sehr begrüßen, da er ihn als Mitarbeiter sehr schätzt.

 4. Er hat sehr wohl sozial Kompetenz, die er auch mehrfach unter Beweis gestellt hat.

a.  Im Arbeitsalltag, was die Arbeitszeugnisse mehrfach belegen

b.  auch die Menschen in seiner Umgebung können dies bestätigen.

c.  Trotz der ständigen Konflikte mit dem Klinikpersonal/Ärzten ist er immer hilfsbereit und pflastert dort sogar den Hof.

 5.   Sein sozialer Empfangsraum ist ebenso abgesichert.

a.   Durch seine Familie, die komplett hinter ihm steht

b.   Seinen Betreuer, der ebenso, weiterhin bereit ist ihn zu unterstützen

c.   Eine große Gruppe an Menschen die sich zusammen gefunden haben, um ihn zu unterstützen und beizustehen

d.  Sein ehemaliger Chef, bietet ebenfalls an ihn zu unterstützen und ihm sogar eine Wohnung zur Verfügung zu stellen.

e.  Wohnen könnte er aber auch bei meinen Eltern, meiner Schwester oder bei mir, bis er eine eigene Wohnung gefunden hat.

 6.  Abschließend bin ich der Meinung, dass seine Tat in keinem Verhältnis zur Dauer der Unterbringung steht und man ihm endlich die Möglichkeit geben sollte, ein Leben zu führen, wie es jeder von uns tut und es jedem Menschen zusteht. Er ist sich durchaus bewusst, was es bedeutet, sollte er Gewalt anwenden. Er hat bereits 7 Jahre seines Lebens einbüßen müssen und es ist nun sein gutes Recht, dies endlich zu beenden. Er sollte die Chance haben, zu arbeiten, eine Frau zu finden und evtl. eine Familie zu gründen. Ebenso, sollte er die Möglichkeit haben, endlich die neuen Familienmitglieder zu sehen, Großcousinen und Großcousins. Er hat ein Recht auf ein Leben, im Kreise seiner Familie, die ihn schätzt, unterstützt und liebt.

 

This petition will be delivered to:
  • Landesgericht Mainz ,
    Strafvollstreckungskammer
  • Landesgericht Koblenz
    Vorsitzender der großen Strafvollstrechkungskammer , Richter Bonin
  • Oberlandesgericht Koblenz
    2. Strafsenat, Vorsitzender Richter Völpel, Richterin Hardt, Richter Dr. Leitges
  • Landtag Rheinland-Pfalz
    Joachim Mertes


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