

Die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 rückt näher, und wir haben jetzt die Chance, dringend notwendige Reformen im Gesundheitssystem in den Fokus der Politik zu rücken. Lipödem betrifft Millionen Frauen in Deutschland und ist weit mehr als ein individuelles Problem. Die Auswirkungen dieser Erkrankung gehen tief – sie betreffen nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern auch unser Gesundheitssystem, unsere Wirtschaft und die soziale Stabilität unseres Landes.
Frauen mit Lipödem kämpfen täglich gegen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und ein Gesundheitssystem, das ihnen oft die notwendige Unterstützung verweigert. Viele verlieren dadurch ihre Arbeitsfähigkeit, geraten in soziale Isolation und müssen sich massiv verschulden, um wirksame Behandlungen selbst zu finanzieren. Doch die Folgen betreffen uns alle:
Fachkräftemangel:
Jede Frau, die durch Lipödem arbeitsunfähig wird, ist eine Fachkraft, die ausfällt. Das verschärft den Fachkräftemangel und belastet die Wirtschaft zusätzlich.
Belastung der Sozialsysteme:
Frauen, die durch ihre Erkrankung aus dem Berufsleben gedrängt werden, fehlen als Beitragszahlerinnen für Renten- und Krankenversicherungen, was die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft.
Langfristige Kosten:
Unbehandelt führt das Lipödem häufig zu weiteren Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit, was die Kosten für das Gesundheitssystem langfristig in die Höhe treibt.
Anerkennung der Krankheit:
Die medizinische Gemeinschaft verweigert häufig die Anerkennung der Krankheit, und Betroffene werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse wird Lipödem oft als „Modeerscheinung“ oder „Ausrede für Übergewicht“ abgetan. Diese Ignoranz hat verheerende Folgen: Frauen bleiben ohne angemessene medizinische Versorgung und werden in ihrer Verzweiflung oft alleine gelassen.
Auswirkung auf die Psyche der Betroffenen:
Viele Betroffene berichten von gravierenden Schmerzen und einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
Manche ziehen sogar in Betracht, ihrem Leben ein Ende zu setzen, wenn sie keine Aussicht auf Hilfe sehen. Diese Lebensrealität darf nicht länger ignoriert werden.
Wir fordern:
1. Bedingungslosen Zugang zu Lipödem-Operationen,
unabhängig vom Stadium oder BMI.
2. Abschaffung diskriminierender Vorgaben und eine individuelle, menschenwürdige Behandlung für alle Betroffenen.
3. Anerkennung des Lipödems als Volkskrankheit
4. Integration in die medizinische Grundausbildung
5. Einen gesellschaftlichen Wandel, der die systematische Vernachlässigung frauenspezifischer Krankheiten beendet.
Um die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken, stellen wir einen Musterbrief bereit, den Unterstützerinnen an die zur Wahl stehenden Politikerinnen senden können.
Mit diesem Brief könnt ihr direkt mit den Kandidat*innen Kontakt aufnehmen und sie auffordern, sich für eine gerechte Behandlung von Lipödem-Betroffenen einzusetzen.
Musterbrief an Kandidat*innen zur Bundestagswahl
Betreff: Dringender Handlungsbedarf: Gerechtigkeit und menschenwürdige Behandlung für Lipödem-Betroffene
Sehr geehrter [Name der/des Kandidatin],
mit Blick auf die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wende ich mich mit einem dringenden Anliegen an Sie: die gerechte und menschenwürdige Behandlung von Millionen Frauen in Deutschland, die unter der chronischen Erkrankung Lipödem leiden. Diese Krankheit ist eine Fettverteilungsstörung, die mit chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und psychischen Belastungen einhergeht. Trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse wird Betroffenen oft nicht geholfen, da Vorurteile und veraltete Regelungen den Zugang zu wirksamen Behandlungen versperren.
Warum das Lipödem uns alle betrifft:
Lipödem ist keine Randerscheinung, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es betrifft nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern hat weitreichende Folgen für unser Gesundheitssystem, die Wirtschaft und die sozialen Sicherungssysteme:
Frauen, die durch Lipödem arbeitsunfähig werden, fehlen als Fachkräfte - in einer Zeit, in der der Fachkräftemangel eines der drängendsten Probleme darstellt. Die Ausfälle belasten die Rentenkasse und die sozialen Sicherungssysteme, während Familien durch die hohen Behandlungskosten oft in finanzielle Not geraten.
Kinder aus betroffenen Familien haben häufig nicht die gleichen Chancen wie andere, was langfristig den Fachkräftemangel und die soziale Ungleichheit weiter verschärft.
Trotz dieser Fakten wird Lipödem oft als „Modeerscheinung“ oder „Ausrede für Übergewicht“ abgetan - ein Vorurteil, das wissenschaftlich widerlegt ist. Diese Ignoranz führt dazu, dass Frauen nicht ernst genommen werden und notwendige Operationen verweigert bekommen.
Die Auswirkungen der aktuellen Regelungen:
Betroffene müssen jahrelang unwirksame Therapien durchführen, bevor sie eine Operation beantragen können - und selbst dann wird diese oft abgelehnt.
Frauen, die sich Operationen selbst finanzieren, geraten in finanzielle Not, da die Kosten für mehrere Eingriffe schnell fünfstelligen Summen erreichen.
Arbeitgeber verweigern oft notwenige Anpassungen am Arbeitsplatz, da Lipödem nicht als Behinderung anerkannt ist.
Was jetzt getan werden muss:
Ich fordere Sie auf, sich für folgende Maßnahmen einzusetzen:
- Bedingungsloser Zugang zu Lipödem-Operationen, unabhängig vom Stadium oder BMI
- Abschaffung diskriminierender Vorgaben
- Einführung individueller, bedarfsgerechter Behandlungsansätze
- Anerkennung des Lipödems als Volkskrankheit
- Integration in die medizinische Grundausbildung
- Ernste Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Dimension, um langfristige Kosten das Gesundheitssystem zu senken und den Fachkräftemangel zu entschärfen
Bitte nutzen Sie Ihre Position, um sich für diese Reformen einzusetzen.
Ihre Haltung zu diesem Thema wird meine Wahlentscheidung am 23. Februar 2025 maßgeblich beeinflussen.
Mit freundlichen Grüßen
- Ihr Name-
Hinweis für Unterstützer*innen der Petition:
Bitte bleibt bei der Anpassung und dem Versand des Briefes stets höflich und respektvoll. Respektvolle Kommunikation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass unser Anliegen ernst genommen wird und zu Veränderungen führt.
Zusätzlich bitten wir euch: Teilt die Petition, sprecht mit Freundinnen, Familie und Kolleginnen und erklärt, warum dieses Thema so dringend ist. Gemeinsam können wir die Aufmerksamkeit schaffen, die notwendig ist, um Gerechtigkeit und Menschlichkeit für Millionen Frauen zu erreichen.
HINWEIS: Ich bin keine Fachperson, sondern eine Mutter, die seit Jahren miterlebt, was das Gesundheitssystem mit Betroffenen macht. Dieses Update spiegelt meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke wider und ersetzt keine fachliche Beratung. Ich ermutige alle Leserinnen und Leser, sich zusätzlich selbst zu informieren, medizinischen Rat einzuholen und verschiedene Quellen kritisch zu prüfen.