NWZ und AGO Oldenburg: Keine Räume für Propagandist des israelischen Staates!

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(English follows) Arye Shalicar ist ein israelischer Offizier der Reserve, ehemaliger Pressesprecher der israelischen Armee und aktuell Abteilungschef für „Internationale Beziehungen“ beim israelischen Geheimdienstministeriums (sic!). Er ist somit ein Sprachrohr und hochrangiger Repräsentant des israelischen Staates. Es ist seine berufliche Aufgabe, die zahlreichen und gut dokumentierten Verbrechen des israelischen Staates schön zu reden und publizistisch unter das Volk zu bringen.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG)/ Arbeitsgruppe Oldenburg hat Shalicar zu einer Veranstaltung am 16.5.2019 nach Oldenburg eingeladen. Die Nordwest Zeitung stellt dazu ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.

Sehr geehrter Hr. Reckermann! (Chefredakteur NWZ)

Wir bitten Sie hiermit eindringlich, die Veranstaltung mit Arye Shalicar in Ihrem Hause abzusagen! Hr. Shalicar identifiziert sich zu 100% mit seiner Rolle als Repräsentant und Sprachrohr des Staates Israel und als solcher trägt er politische Verantwortung für die Verbrechen dieses Staates und unmittelbare Verantwortung für seinen Beitrag zu politischer Hetze.

Es ist gut möglich, dass er dafür eines Tages strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird. Strafrechtliche Verfolgung ist nicht Ihre Aufgabe als Chefredakteur.

Es ist jedoch auch nicht Ihre Aufgabe, einem solchen Propagandisten auch noch publizistischen Raum zur Verfügung zu stellen!  Hr. Shalicar darf in der NWZ mittlerweile regelmäßig lange Kommentare veröffentlichen. Mit diesen „Gastkommentaren“ geben Sie einem bezahlten Influencer des israelischen Staates und seiner rechtsradikalen Regierung die Möglichkeit die öffentliche Meinung in Deutschland zu beeinflussen- thematische Hauptziele dabei sind anti-palästinensische Ressentiments und Kriegstrommeln gegen den Iran.

Nun gehen Sie in Ihrer Unterstützung Shalicars einen Schritt weiter: Er soll am 16.5.2019 im siebten Stock des NWZ-Hauptgebäudes in Oldenburg in einer Kooperation mit der einladenden Deutsch-Israelischen Gesellschaft sprechen können.

Wir schließen uns hiermit dem Brief von PACBI (Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel ) an, den Sie am Tag der Pressefreiheit, dem 3.5.2019 erhalten haben:

„Palästinensische Journalisten sehen sich bei ihrer Arbeit permanent mit militärischen Checkpoints und Apartheidsmauern konfrontiert, die ihnen das Recht auf freie Bewegung rauben. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt militärische Überfälle auf palästinensische Medienbüros durchgeführt, Radiosender geschlossen und palästinensische Journalist*innen verhaftet, gewalttätig angegriffen, verletzt und getötet.

Zwischen März und Dezember 2018 haben israelische Scharfschützen zwei palästinensische Journalisten getötet und 39 weitere mit scharfer Munition verletzt während diese über die Demonstrationen in Gaza berichteten. Eine unabhängige Untersuchungskommission der UN befand, dass es „ausreichende Gründe gibt, davon auszugehen, dass israelische Scharfschützen gezielt Jornalisten beschossen haben, obwohl sie deutlich sehen konnten, dass diese als solche gekennzeichnet waren.“

Im letzten Jahre forderten die Reporter ohne Grenzen den Internationalen Strafgerichtshof dazu auf, Kriegsverbrechen des israelischen Militärs gegen palästinensische Journalisten, die bei der Arbeit behindert und attackiert wurden, zu untersuchen.

Wir bitten Sie, sich für einen Moment vorzustellen, wie es ist als Journalist unter solchen Bedingungen arbeiten zu müssen.

Und dennoch tun palästinensische Journalist*innen genau dies. Jeden Tag. Damit sind sie Teil des palästinensischen Widerstands gegen die Unterdrückung durch Israel.

Wir sind schockiert davon, dass ausgerechnet ein journalistisches Medium bereit sein sollte, einem israelischen Amtsträger eine Bühne zu verschaffen, dessen Job es ist Fakten willkürlich zu verzerren und schön zu reden, und der damit Israels brutalem Regime ermöglicht, weiterhin Palästinenser*innen zu töten und ihre Menschenrechte zu verletzen.

Wir bitten Sie daher eindringlich für die allgemeinen Menschenrechte einzustehen und der Veranstaltung mit Shalicar am 16.5. den Raum zu verweigern; ebenso bitten wir Sie, seiner verdrehten Version der Wirklichkeit in Ihrer Zeitung keinen publizistischen Raum mehr zu geben. Denn mit „Meinungsfreiheit“ hat das nichts zu tun. Aufhetzung zu rassistischem Hass und dessen Rechtfertigung dürfen niemals ein Anrecht auf solchen Rechtsschutz und entsprechende Veranstaltungsmöglichkeiten haben.“

(Quelle: https://www.ol4p.org/blog/pacbi-an-nwz-zeitung-keine-b%C3%BChne-f%C3%BCr-israelischen-geheimdienstler )

Wir hoffen, dass sich in der NWZ-Chefetage Vernunft, journalistischer Ethos und die Treue zu den allgemeinen und unveräußerlichen Menschenrechten durchsetzen und erwarten in diesem Sinne Ihre baldige Rückmeldung!

(Die Unterschreibenden werden regelmäßig über den Fortschritt der Petition, Rückmeldungen des Chefredakteurs etc informiert. Wir würden uns freuen, wenn Sie zusätzlich zu Ihrer Unterschrift Ihren jeweiligen persönlichen Grund angeben! Danke!)

UPDATE 9.5.2019: Wie wir heute erfahren haben, wird Shalicar nun eine weitere Propaganda-Möglichkeit geben. Und zwar ausgerechnet an einer Oldenburger Schule; die erneute Einladung der DIG Oldenburg richtet sich an "alle Oldenburger Schüler und Lehrer"- ein Skandal! 

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English: Arye Shalicar is an Israeli reserve officer, former spokesperson of the Israeli army and currently head of the department for „International Relations“ at the Israeli Ministry of Intelligence (sic!). Thus he is a mouthpiece and high-ranking representative of the Israeli state. It is his professional task to justify  the numerous and well-documented crimes of the Israeli state and to spin them to the public in a manner pacifying the concern about Palestinian human rights.

The German-Israeli Society (DIG)/Group Oldenburg invited Shalicar to speak in Oldenburg on 16.5.2019. The Nordwest Zeitung (NWZ, local daily newspaper) provides its premises for this purpose.

Dear Mr. Reckermann! (Editor-in-Chief NWZ)

We would like to urge you to cancel the event with Arye Shalicar at your premises! Mr. Shalicar identifies to 100% with his role as representative and mouthpiece of the State of Israel and as such he bears political responsibility for the crimes of this State and direct responsibility for his contribution to political agitation.

It is quite possible that one day he will be held responsible in a proper court. Criminal prosecution though is not your job as editor-in-chief.

However, it is not your job to provide such a propagandist with journalistic space either!  Mr. Shalicar now regularly publishes long commentaries in the NWZ. With these "guest comments" you give a paid influencer of the Israeli state and his right-wing extremist government the opportunity to influence public opinion in Germany - the main aims are inciting anti-Palestinian resentments and beating war drums against Iran.

Now you even go one step further in your support of Shalicar: On 16.5.2019 he will be able to speak on the seventh floor of the NWZ main building in Oldenburg in a cooperation with the German-Israeli Society DIG.

We hereby join the letter from PACBI (Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel ), which you received on the day of freedom of the press, 3 May 2019:

"Palestinian journalists face Israeli military checkpoints and apartheid walls that deny them the  right to freedom of movement. Israel has repeatedly carried out military raids on the offices of Palestinian media outlets, shut down radio stations, and has arrested, violently attacked, injured and killed Palestinian journalists
 
Between March and December 2018, Israeli snipers killed two journalists and wounded 39 others with live ammunition as they covered demonstrations in Gaza. An independent United Nations commission of inquiry found that there were “reasonable grounds to believe that Israeli snipers shot journalists intentionally, despite seeing that they were clearly marked as such.”
 
Last year, Reporters Without Borders called on the International Criminal Court to investigate war crimes committed by the Israeli military against Palestinian journalists covering protests in Gaza.
 
We ask you to try to imagine working as a journalist under these conditions. And yet Palestinian journalists do. Every day. It’s part of how Palestinians resist Israel’s oppressive regime.
 
We are shocked that a media outlet would give a platform to an Israeli official whose job is to deliberately misrepresent the facts, allowing Israel’s brutal regime to continue killing Palestinians and violating our human rights.
 
We urge you to take a stand for universal human rights by refusing to host the May 16 event with Shalicar and not allowing his twisted version of reality to appear on your newspaper. This has nothing to do with “freedom of expression,” as incitement to and justification of racial hatred and war crimes are never entitled to such protection or platforms."

 

(Source: https://bdsmovement.net/news/palestinians-german-newspaper-nwz-dont-give-platform-israeli-official-justifying-war-crimes  

https://www.ol4p.org/blog/pacbi-an-nwz-zeitung-keine-b%C3%BChne-f%C3%BCr-Israeli secret servants )

We hope that reason, journalistic ethos and loyalty to the general and inalienable declaration of human rights will prevail in the NWZ executive board and expect your feedback soon!

 

(The signatories will be regularly informed about the progress of the petition, feedback from the editor-in-chief, etc.). We would be pleased if you could provide us with both your signature and information what reason you personally have to join this call. Much appreciated, thank you!)

 

Update May 9, 2019: As we´ve just learned, Shalicar is now additionally slated to speak at a second venue on the same day. At a high-school of all places! (Altes Gymnasium, Oldenburg) Since when has it become acceptable to host right-wing extremist professional spin doctors to schools? Please help us change this situation!