Gegen Machtmissbrauch in Film, Fernsehen und Theater. Wir haben #genuggeschwiegen

Gegen Machtmissbrauch in Film, Fernsehen und Theater. Wir haben #genuggeschwiegen

Das Problem

Genug geschwiegen!

Die Rede ist von Machtmissbrauch, körperlicher und seelischer Gewalt, sexuellen Übergriffen, Cholerik und Mobbing in der Theater- und Filmbranche. Für viele Menschen auf und hinter der Bühne sowie vor und hinter der Kamera ist die Reise zum fertigen Theaterstück, zum fertigen Film oder zur fertigen Serie ein physischer und psychischer Höllenritt. Die Folgen für die Betroffenen reichen von Verzweiflung und Angst über regelmäßige emotionale Zusammenbrüche und sozialen Rückzug am Arbeitsplatz bis hin zu Krankschreibungen. Doch seit Jahrzehnten wird seitens der Verantwortlichen in der Branche nur wenig bis gar nichts unternommen, um diese unhaltbaren Zustände zu unterbinden. Und auch die Politik schaut seit Jahrzehnten nur zu oder auch bewusst weg. – Wie kann das sein?

Die Schauspielerin Merve Aksoy hat diese Schattenseite der Theater- und Filmbranche am eigenen Leib erfahren:

2021 stand sie für den Kinofilm „Ararat“ vor der Kamera. Es war ihre erste Hauptrolle und die führte sie auch direkt zur Berlinale. Im Februar 2023 feierte „Ararat“ im Rahmen der 73. Internationalen Filmfestspiele Berlin Weltpremiere. Doch für Merve war dieser Abend eine einzige Qual. Denn entgegen aller damals vertraglich vereinbarten Klauseln war sie unbekleidet auf der Kinoleinwand zu sehen. Fast zwei Minuten lang musste Merve es ertragen, dass die etwa 500 fremden Menschen, die mit ihr im Kinosaal saßen, sich eine Nacktaufnahme von ihr ansahen. Als kurz darauf eine Gewaltszene zwischen Merve und ihrem Spielpartner gezeigt wurde, verließen einige Zuschauer:innen den Saal, weil die Brutalität dieser Szene sie so sehr schockierte – zu Recht. Denn die Gewalt, die Merve in dieser Szene erfährt, war nicht gespielt. Der Kampf war auch nicht durchchoreografiert, so wie es normalerweise der Fall sein sollte. Nein, jeder einzelne Griff, jeder einzelne Stoß und jede einzelne Ohrfeige in dieser Szene war echt. Und jeder einzelne Griff, jeder einzelne Stoß und jede einzelne Ohrfeige in dieser Szene hat Merve Schmerzen bereitet und sie traumatisiert. Bis heute leidet sie unter Nackenproblemen sowie unter den psychischen Folgen des Drehs für „Ararat“. Vor allem aber war diese Kampfszene für Merve lebensgefährlich und sowohl auf menschlicher als auch auf beruflicher Ebene eine verachtenswerte Grenzüberschreitung, deren Brutalität beim Schauen des Films sehr schnell und sehr deutlich erkennbar wird.

2023 wurde „Ararat“ bei der Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ gezeigt und für den Heiner-Carow-Preis nominiert. Letzteren erhielt am Ende der Film der Sektionsleiterin Jenni Zylka. Nachdem diese persönlich über die missbräuchlichen Umstände der Entstehung von „Ararat“ informiert wurde, zog weder sie noch die Berlinale irgendeine Konsequenz aus diesem Wissen – bis heute.

Doch auch andere #MeToo-Fälle sind seit Jahren bekannt, werden aber von allen Seiten und insbesondere von der Presse verschwiegen. – Deshalb unterstützen wir die Kampagne #genuggeschwiegen!

Wir fordern Gerechtigkeit und einen strukturellen Wandel, der es Tatpersonen nicht mehr erlaubt, unter dem Deckmantel der Kunst Fördergelder zu erschleichen und gegen Menschenrechte zu verstoßen!

Wir fordern von einem Filmfestival wie der Berlinale, welches sich selbst als „politisch“ bezeichnet, eine klar ausformulierte Distanzierung vom Film „Ararat“ sowie eine öffentliche Stellungnahme!

Wir fordern von sämtlichen Filmfestivals eine umfassende Überprüfung der eingereichten Filme in Bezug auf die Darstellung von Gewalt und speziell sexualisierter Gewalt sowie von sexuellen Handlungen und misogynen Inhalten!

Und wir fordern eine lückenlose Aufklärung aller bekannten #MeToo-Fälle, eine Verurteilung aller Tatpersonen sowie eine öffentliche Stellungnahme aller Verantwortlichen!

Merve hatte den Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und Klage gegen die Verantwortlichen einzureichen. Seit 2023 steht sie daher vor dem Arbeitsgericht Berlin. In erster Instanz wurde ihre Klage abgewiesen. Im Frühjahr 2025 wurde ihrer Berufung vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg jedoch stattgegeben.

Team,

#genuggeschwiegen, Marie Marén Nitz, Marisa Mrachacz, #metoogermany

 

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Merve AksoyPetitionsstarter*in

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Das Problem

Genug geschwiegen!

Die Rede ist von Machtmissbrauch, körperlicher und seelischer Gewalt, sexuellen Übergriffen, Cholerik und Mobbing in der Theater- und Filmbranche. Für viele Menschen auf und hinter der Bühne sowie vor und hinter der Kamera ist die Reise zum fertigen Theaterstück, zum fertigen Film oder zur fertigen Serie ein physischer und psychischer Höllenritt. Die Folgen für die Betroffenen reichen von Verzweiflung und Angst über regelmäßige emotionale Zusammenbrüche und sozialen Rückzug am Arbeitsplatz bis hin zu Krankschreibungen. Doch seit Jahrzehnten wird seitens der Verantwortlichen in der Branche nur wenig bis gar nichts unternommen, um diese unhaltbaren Zustände zu unterbinden. Und auch die Politik schaut seit Jahrzehnten nur zu oder auch bewusst weg. – Wie kann das sein?

Die Schauspielerin Merve Aksoy hat diese Schattenseite der Theater- und Filmbranche am eigenen Leib erfahren:

2021 stand sie für den Kinofilm „Ararat“ vor der Kamera. Es war ihre erste Hauptrolle und die führte sie auch direkt zur Berlinale. Im Februar 2023 feierte „Ararat“ im Rahmen der 73. Internationalen Filmfestspiele Berlin Weltpremiere. Doch für Merve war dieser Abend eine einzige Qual. Denn entgegen aller damals vertraglich vereinbarten Klauseln war sie unbekleidet auf der Kinoleinwand zu sehen. Fast zwei Minuten lang musste Merve es ertragen, dass die etwa 500 fremden Menschen, die mit ihr im Kinosaal saßen, sich eine Nacktaufnahme von ihr ansahen. Als kurz darauf eine Gewaltszene zwischen Merve und ihrem Spielpartner gezeigt wurde, verließen einige Zuschauer:innen den Saal, weil die Brutalität dieser Szene sie so sehr schockierte – zu Recht. Denn die Gewalt, die Merve in dieser Szene erfährt, war nicht gespielt. Der Kampf war auch nicht durchchoreografiert, so wie es normalerweise der Fall sein sollte. Nein, jeder einzelne Griff, jeder einzelne Stoß und jede einzelne Ohrfeige in dieser Szene war echt. Und jeder einzelne Griff, jeder einzelne Stoß und jede einzelne Ohrfeige in dieser Szene hat Merve Schmerzen bereitet und sie traumatisiert. Bis heute leidet sie unter Nackenproblemen sowie unter den psychischen Folgen des Drehs für „Ararat“. Vor allem aber war diese Kampfszene für Merve lebensgefährlich und sowohl auf menschlicher als auch auf beruflicher Ebene eine verachtenswerte Grenzüberschreitung, deren Brutalität beim Schauen des Films sehr schnell und sehr deutlich erkennbar wird.

2023 wurde „Ararat“ bei der Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ gezeigt und für den Heiner-Carow-Preis nominiert. Letzteren erhielt am Ende der Film der Sektionsleiterin Jenni Zylka. Nachdem diese persönlich über die missbräuchlichen Umstände der Entstehung von „Ararat“ informiert wurde, zog weder sie noch die Berlinale irgendeine Konsequenz aus diesem Wissen – bis heute.

Doch auch andere #MeToo-Fälle sind seit Jahren bekannt, werden aber von allen Seiten und insbesondere von der Presse verschwiegen. – Deshalb unterstützen wir die Kampagne #genuggeschwiegen!

Wir fordern Gerechtigkeit und einen strukturellen Wandel, der es Tatpersonen nicht mehr erlaubt, unter dem Deckmantel der Kunst Fördergelder zu erschleichen und gegen Menschenrechte zu verstoßen!

Wir fordern von einem Filmfestival wie der Berlinale, welches sich selbst als „politisch“ bezeichnet, eine klar ausformulierte Distanzierung vom Film „Ararat“ sowie eine öffentliche Stellungnahme!

Wir fordern von sämtlichen Filmfestivals eine umfassende Überprüfung der eingereichten Filme in Bezug auf die Darstellung von Gewalt und speziell sexualisierter Gewalt sowie von sexuellen Handlungen und misogynen Inhalten!

Und wir fordern eine lückenlose Aufklärung aller bekannten #MeToo-Fälle, eine Verurteilung aller Tatpersonen sowie eine öffentliche Stellungnahme aller Verantwortlichen!

Merve hatte den Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und Klage gegen die Verantwortlichen einzureichen. Seit 2023 steht sie daher vor dem Arbeitsgericht Berlin. In erster Instanz wurde ihre Klage abgewiesen. Im Frühjahr 2025 wurde ihrer Berufung vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg jedoch stattgegeben.

Team,

#genuggeschwiegen, Marie Marén Nitz, Marisa Mrachacz, #metoogermany

 

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