Gegen kulturelle Aneignung auf dem Happiness-Festival. Gebt Rassismus keinen Platz!

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Jeden Sommer lockt das 2-tägige Happiness-Festival etwa 10.000 Besucher*innen in die Gemeinde Straubenhardt. Auch für den kommenden Sommer lädt das Festival ein und nutzt zur Bewerbung der Veranstaltung den Happianer, der als Maskottchen oder gar Token dient. Dargestellt wird der Happianer auf einer Holzmaske, die mit Kopfschmuck, einer sogenannten "Kriegsbemalung", sowie mit Lachfalten, die manch eine*r von Zeichnungen aus beispielsweise dem Comic "Lucky Luke" kennt, bemalt ist. Kurz: Es wird sich eines vereinfachten Stereotyps des "Indianers" bedient, um damit ein Festival zu bewerben und Lebensfreude und Freiheit zu vermitteln, ein "Lebensgefühl", wie die Veranstalter*innen meinen. Auch wenn dabei "Indianer*innen" positive Eigenschaften zugeschrieben werden, ist klar, dass diese Bilder auf westlichen Erzählungen wie denen Karl Mays und auf einer weißen, westlich dominierten Filmindustrie basieren und nicht der Realität entsprechen. 

Hier wird mit Stereotypen gearbeitet, die der Vielfalt an Kulturen der indigenen Völker nicht nur nicht gerecht werden, sondern diese komplett ignorieren und negieren. Mit der Wortschöpfung Happianer findet eine Anlehnung an das rassistische und kolonialistische Wort Indianer statt. Damit ist sowohl die Holzmaske als auch die Bezeichnung untragbar. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahmen sehen die Veranstalter*innen diese Kritik leider als unbegründet und daher keinen Handlungsbedarf. Die Verbindung zwischen der Selbstbezeichnung, des Designs der Holzmaske sowie dem auf dem Festivalgelände aufgestellten Tipi und Indigenen bestünde, laut Veranstalter*innen, nicht. 

Dabei ist die Geschichte der Indigenen nicht nur von Genoziden geprägt, sondern auch bis heute noch eng verbunden mit kultureller Ausbeutung, Kolonialismus und Imperialismus. Die Tatsache, dass weiterhin aus ihrer Kultur, oder dem, was dafür gehalten wird, Profit geschlagen werden soll, zeigt, dass es immer noch Ausbeutung auf Kosten marginalisierter Gruppen gibt. Indem sich die Veranstalter*innen des Happiness-Festivals diesem Stereotyp wissentlich hingeben, es wissentlich reproduzieren und es wissentlich nutzen, ist ihr Verhalten als rassistisch und ignorant zu bezeichnen. Es ist darüber hinaus eine Einladung, sich dem "Motto" zu öffnen und sich dementsprechend zu kleiden. Ethnifizierende Kostüme sind aufgrund des reduzierenden und entwertenden Charakters jedoch inakzeptabel und sollten nicht gefördert werden.

Da sich die Veranstalter*innen auf ihrer Webseite gegen Rassismus positioniert haben und öffentlich dazu aufrufen, rassistische Handlungen, Parolen oder ähnliches zu melden, handeln wir wohl auch im Sinne der Veranstalter*innen. Andernfalls ist die Aufforderung seitens der Veranstalter*innen lediglich als Selbstinszenierung und Farce zu verstehen.

Wir fordern daher:

  • eine Änderung des Designs der Holzmaske, sodass es sich keiner fremden Kulturen bedient und nicht mehr rassistisch ist.
  • eine Änderung des Merchs, sofern dieser sich ebenfalls Kultur aneignet. 
  • ein Überdenken der Selbstbezeichnung als Happianer vor dem beschriebenen Hintergrund.
  • eine öffentliche Stellungnahme.


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