Gegen die Schwächung des Fremdsprachenunterrichts an den Schweizer Gymnasien

Gegen die Schwächung des Fremdsprachenunterrichts an den Schweizer Gymnasien

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katharina suter and 19 others have signed recently.

The Issue

***Per la versione in italiano, vedi qui sotto*** Pour le français, voir ci-dessous***

Wir, Angehörige der universitären Sprach- und Literaturwissenschaften und assoziierter Fächer der Schweizer Universitäten, Gymnasiallehrpersonen und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur und Bildung, blicken besorgt auf die Umsetzung des neuen eidgenössischen Maturitätsanerkennungsreglements MAR durch die Kantone im Rahmen der WEGM-Reform. Einige Innovationen und Veränderungen, wie zum Beispiel die Einführung von interdisziplinär ausgerichteten Vertiefungsbereichen, begrüssen wir sehr. Der Schwächung der Geisteswissenschaften, insbesondere der kultur- und sprachwissenschaftlich ausgerichteten Fächer, stehen wir jedoch mit Unverständnis gegenüber. 

Auch wenn uns die digitalen Werkzeuge unserer globalisierten Gegenwart Fremdsprachen näherbringen, ersetzen sie nicht die profunde Kenntnis anderer Kulturen sowie die gelebte Praxis von Fremdsprachen. Im Gegenteil sind die in den Sprach- und Literaturfächern erworbenen interkulturellen, sozialen und kreativen Kompetenzen und kritischen Fähigkeiten in der Welt der Large Language Models und der Künstlichen Intelligenz mehr gefragt als je zuvor. Angesichts des in der letzten ÜGK 2023 dokumentierten Rückgangs von Grundkompetenzen in Orthographie und Fremdsprachen nach der obligatorischen Schulzeit erscheint der Abbau entsprechender Bildungsangebote an den Gymnasien noch bedenklicher. 

Beispielhaft sind die Umsetzungspläne im Kanton Basel-Landschaft: Sie beinhalten unter anderem die Reduktion von Unterrichtsstunden in Deutsch und Englisch und die Abschaffung von Griechisch, Russisch und Italienisch als Schwerpunktfächer. Italienisch soll zwar neu als optionales Grundlagenfach neben Französisch geführt werden; damit droht aber mit eine Konkurrenz zwischen diesen beiden Landessprachen. Mit der Abschaffung von Griechisch als Schwerpunktfach droht nicht nur die Beschäftigung mit der Sprache, Literatur und Kultur des antiken Griechenlands unwiderruflich aus dem Bildungsangebot zu verschwinden. Auch das besondere Potential dieses Schulfachs, dass es zentrale Kompetenzen im Umgang mit Fragen der Überlieferung, Sicherung und Aktualisierung von historischen Wissensbeständen vermittelt, wäre damit verloren. Die Streichung von Russisch als Schwerpunktfach erscheint uns gerade in der heutigen kriegsgezeichneten Zeit ebenfalls als die falsche Entscheidung. Das Fach leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Orientierungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, zu ihrem multiperspektivischen Denken und ihrer Fähigkeit, für Europa entscheidende Ereignisse und Sachlagen beurteilen zu können.

Zur künftigen Breite des Bildungsangebots an den Gymnasien bezieht der VSG, der die Umsetzung der WEGM-Reform als Dachverband der Gymnasiallehrpersonen eng begleitet, klar Position: “Keinesfalls soll die Reform dazu führen, dass die Wahlmöglichkeit im Schwerpunktfachbereich abgebaut wird.” Genau dieser Abbau ist in vielen Kantonen aber vorgesehen. Dabei zeigt sich schweizweit die Tendenz, dass im Zuge der WEGM-Reform geisteswissenschaftliche Fächer, und besonders die Sprachen und Literaturen, an den Rand der Curricula gedrängt oder sogar abgeschafft werden. Die gymnasiale Bildung verliert erheblich an historischer Tiefe und inhaltlicher Breite – und dies, obwohl es sich abzeichnet, dass kulturelle Kompetenz und soft skills auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werden. Die Ausbildung an den Mittelschulen droht, weit hinter die im neuen Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) formulierten Bildungsziele zurückzufallen, das fordert: Die Maturandinnen und Maturanden “finden sich in ihrer natürlichen, technischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwelt zurecht, in Bezug auf die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft und auf schweizerischer und internationaler Ebene” (MAR, Art. 6.4).

Auch aus der Sicht der allgemeinen Studierfähigkeit an den Schweizer Universitäten, die als explizites Ziel der Reform formuliert wurde, sowie aus der Perspektive von Berufsexpertinnen und -experten der oben genannten Bereiche wissen wir, dass diese Reform die Zukunft und die Partizipation des Bildungsstandorts Schweiz an globalen Prozessen empfindlich schwächen wird.

Aus all den genannten Gründen setzen wir uns ein für eine vielsprachige, multiperspektivische Gymnasialausbildung in der ganzen Schweiz. Sie ist eine essenzielle Voraussetzung nicht nur für die Studierfähigkeit an den Universitäten, sondern auch für die historische und politische Grundbildung der Schülerinnen und Schüler sowie für die Resilienz und Diversität unserer Gesellschaft.

Mit dieser Petition rufen wir die verantwortlichen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren der Kantone sowie die Amtsleitungen nachdrücklich dazu auf, die Elemente der WEGM-Reform, die bei der Umsetzung in den Kantonen zu einer Schwächung des Fremdsprachenangebots führen, nochmals zu überdenken.

 

Erstunterzeichnende

  • Mitglieder der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Basel
  • Departement Sprach- und Literaturwissenschaften
  • Departement Altertumswissenschaften
  • Profilbereich Osteuropa der Universität Basel
  • Klassische Philologie der Universität Basel
  • Schweizerische Vereinigung für Altertumswissenschaft (SVAW)
  • Schweizerische Akademische Gesellschaft für Osteuropawissenschaften (SAGO)
  • Verein der Russischlehrerinnen und Russischlehrer Schweiz (VRUS)
  • Schweizerischer Altphilologenverband (SAV)

*****

Petizione contro l'indebolimento dell'insegnamento delle lingue straniere nei licei svizzeri

Noi, rappresentanti delle lingue e letterature e discipline affini delle università svizzere, insegnanti di scuola secondaria e altri operatori nell’ambito della cultura e dell'istruzione, guardiamo con preoccupazione all'attuazione da parte dei Cantoni del nuovo regolamento federale per la maturità RRM nell'ambito della riforma SLM. Accogliamo con favore alcune innovazioni e modifiche, come ad esempio l'introduzione di aree di approfondimento interdisciplinari; non comprendiamo tuttavia la scelta di indebolire le materie dell’ambito delle scienze umane, in particolare di quelle relative alla cultura e alla linguistica. 

Anche se nel nostro mondo globalizzato gli strumenti digitali rendono le lingue straniere più vicine, essi non ne sostituiscono la pratica viva né suppliscono alla conoscenza approfondita di altre culture. Al contrario, nel mondo dei Large Language Models e dell'intelligenza artificiale, le competenze interculturali, sociali e creative e le capacità critiche acquisite nelle materie linguistiche e letterarie sono sempre più richieste. Peraltro, alla luce del calo delle competenze di base nell’ambito dell’ortografia e delle lingue straniere dopo la scuola dell'obbligo, documentato nell'ultima VECOF 2023, la riduzione dell'offerta formativa prospettata nei licei appare ancora più preoccupante. 

Esemplari a questo riguardo sono i piani di attuazione nel Cantone di Basilea Campagna, che prevedono, tra gli altri interventi, la riduzione delle ore di insegnamento del tedesco e dell'inglese e l'abolizione del greco, del russo e dell'italiano come materie di approfondimento. L'italiano sarà ora giustamente offerto come materia fondamentale accanto al francese; vi è però il rischio che si crei un'inutile concorrenza tra queste due lingue nazionali. Con l'abolizione del greco come materia prioritaria, non solo rischia di scomparire irrevocabilmente dall'offerta formativa lo studio della lingua, della letteratura e della cultura dell'antica Grecia, ma andrebbe anche perso il potenziale speciale di questa materia scolastica, che trasmette competenze fondamentali per affrontare questioni relative alla trasmissione, alla conservazione e all'aggiornamento delle conoscenze storiche. Ci sembra una decisione sbagliata, soprattutto in questo periodo segnato dalla guerra, anche l'abolizione del russo come materia di indirizzo. La materia contribuisce in modo importante alla formazione della capacità di orientamento degli studenti, al loro pensiero multiprospettico e alla loro capacità di valutare eventi e situazioni decisive per l'Europa.

Per quanto riguarda l’ampiezza della futura offerta formativa nei licei, la SSISS, che in qualità di associazione mantello degli insegnanti di liceo segue da vicino l'attuazione della riforma SLM, prende posizione in modo netto: «La riforma non deve in alcun caso portare a una riduzione delle possibilità di scelta nell'ambito delle materie di approfondimento». Proprio questa riduzione è però prevista in molti Cantoni. In tutta la Svizzera si registra la tendenza, nel quadro della riforma SLM, a relegare ai margini dei programmi scolastici le materie umanistiche, in particolare le lingue e le letterature, o addirittura ad abolirle. La formazione liceale sta perdendo profondità storica e ampiezza di contenuti, nonostante sia evidente a tutti che nel futuro mercato del lavoro le competenze culturali e le soft skills svolgeranno un ruolo decisivo. La formazione nelle scuole secondarie rischia di rimanere molto indietro rispetto agli obiettivi formativi formulati nel nuovo regolamento per il riconoscimento della maturità (RRM), che richiede che maturandi «si orientino nel loro ambiente naturale, tecnico, economico, sociale e culturale, in relazione al presente, al passato e al futuro, a livello svizzero e internazionale» (RRM, art. 6.4).

Anche dal punto di vista della capacità di studiare nelle università svizzere, che ü stata formulata esplicitamente come uno degli obiettivi della riforma, in sintonia con esperti dei settori sopra citati, siamo convinti che un’implementazione poco accorta di questa riforma indebolirà sensibilmente il futuro e la partecipazione della Svizzera come polo formativo ai processi globali.

Per tutti i motivi esposti qui sopra, ci impegniamo a favore di una formazione liceale multilingue e multiprospettica in tutta la Svizzera. Essa è un presupposto essenziale non solo per l'idoneità allo studio universitario, ma anche per la formazione storica e politica di base degli studenti, e per la resilienza e la diversità della nostra società.

Con questa petizione esortiamo i direttori dell'istruzione dei Cantoni e le autorità politiche a amministrative competenti a riconsiderare le attuazioni cantonali della riforma SLM che, in molte loro concezioni attuali, porteranno a un indebolimento dell'offerta nell’ambito delle scienze umane e delle lingue in generale, e delle lingue straniere in particolare.

Primi firmatari

  • Membri della Facoltà di Filosofia e Storia dell'Università di Basilea
  • Dipartimento di Lingue e Letterature
  • Dipartimento di Scienze dell'Antichità
  • Profilo Europa dell'Est dell'Università di Basilea
  • Filologia classica dell'Università di Basilea
  • Associazione Svizzera di Scienze dell'Antichità (SVAW)
  • Società Accademica Svizzera per gli Studi sull'Europa dell'Est (SAGO)
  • Associazione degli insegnanti di russo in Svizzera (ARUS)
  • Associazione Svizzera dei filologi classici (ASFC)

*****

Pétition contre l'affaiblissement de l'enseignement des langues étrangères dans les gymnases suisses

Nous, membres des facultés des lettres et des domaines associés des universités suisses, enseignants du secondaire et autres représentants du monde de la culture et de l’éducation, exprimons notre vive préoccupation face à la mise en œuvre, par les cantons, du nouveau règlement fédéral sur la reconnaissance des maturités (RRM) dans le cadre de la réforme EVMG.

Si nous saluons certaines innovations, telles que l’introduction de domaines d’approfondissement à orientation interdisciplinaire, nous ne comprenons pas l’affaiblissement des sciences humaines, en particulier des disciplines centrées sur la culture et les langues.

Même si les outils numériques de notre époque mondialisée facilitent l’accès aux langues étrangères, ils ne sauraient remplacer une connaissance approfondie d’autres cultures ni une pratique vivante des langues étrangères. Au contraire, les compétences interculturelles, sociales et créatives, tout comme l’esprit critique, acquis dans les disciplines linguistiques et littéraires, sont plus que jamais recherchés dans un monde dominé par les grands modèles linguistiques et l’intelligence artificielle.

Compte tenu du recul des compétences de base en orthographe et en langues étrangères à l’issue de la scolarité obligatoire — comme l’a documenté le dernier rapport COFO 2023 —, la réduction, voire la suppression des offres de formation correspondantes dans les gymnases apparaît d’autant plus préoccupante.

Prenons à titre d’exemple les plans de mise en œuvre du canton de Bâle-Campagne : ceux-ci prévoient notamment une réduction des heures d’enseignement de l’allemand et de l’anglais, ainsi que la suppression du grec ancien, du russe et de l’italien en tant qu’options spécifiques.

Certes, l’italien sera désormais proposé comme discipline fondamentale, mais il le sera en tant qu’alternative au français. C’est là une mesure qui introduit une concurrence inutile entre deux langues nationales.

La suppression du grec ancien en tant qu’option spécifique menace non seulement de faire disparaître irréversiblement du paysage éducatif l’apprentissage de la langue tout comme l’étude de la littérature et de la culture de la Grèce antique, mais efface également le potentiel singulier de cette discipline qui transmet des compétences essentielles pour aborder les questions de transmission, de conservation et d’actualisation des savoirs historiques.

Quant à la suppression du russe comme option spécifique, elle nous semble également être une mauvaise décision, notamment en raison du contexte géopolitique actuel et de la période de guerre que nous traversons. Cette discipline contribue de manière significative à la formation de la capacité d’orientation intellectuelle des élèves, à leur réflexion plurielle et à leur aptitude à évaluer de façon critique des situations et des événements majeurs en Europe.

La Société Suisse des Professeurs de l’Enseignement Secondaire (SSPES) en tant qu’organisation faîtière accompagnant de près la mise en œuvre de la réforme EVMG, a pris une position claire sur l’avenir de l’offre de formation dans les gymnases :

« La réforme ne doit en aucun cas conduire à une réduction du choix dans les options spécifiques. »

Or, c’est précisément cette réduction qui est prévue dans de nombreux cantons.
À l’échelle nationale, on observe une tendance inquiétante, dans le sillage de la réforme EVMG, à marginaliser, voire à supprimer des programmes scolaires certaines disciplines des sciences humaines, notamment l’étude des langues et des littératures. La formation gymnasiale perd ainsi en profondeur historique et en richesse de contenu, alors même qu’il est évident que les compétences culturelles et les soft skills joueront un rôle déterminant sur le marché du travail de demain. 

La formation dispensée dans les écoles de maturité gymnasiale risque ainsi de s’éloigner fortement des objectifs définis dans le RRM, lequel stipule que les titulaires d’une maturité doivent être capables de « se repérer dans leur environnement naturel, technique, économique, social et culturel, en relation avec le présent, le passé et l’avenir, à l’échelle suisse et internationale » (RRM, art. 6.4).

Du point de vue de l’aptitude générale aux études universitaires — objectif explicite de la réforme —, tout comme du point de vue des expert·e·s professionnel·le·s des domaines susmentionnés, nous savons que cette réforme portera un grave préjudice à l’avenir de la Suisse en tant que pôle de formation et à sa participation active aux processus éducatifs mondiaux.

Pour toutes ces raisons, nous nous engageons en faveur d’une formation gymnasiale multilingue et plurielle dans toute la Suisse.

Celle-ci constitue une condition essentielle non seulement à l’accès aux études supérieures, mais aussi à la formation historique et politique des élèves, ainsi qu’à la résilience et à la diversité de notre société.

Avec cette pétition, nous appelons instamment les directrices et directeurs cantonaux de l’instruction publique, ainsi que les autorités compétentes, à reconsidérer les éléments de la réforme EVMG qui, dans leur mise en œuvre cantonale, conduisent à un affaiblissement de l’offre en langues étrangères.

 
Premiers signataires:

  • Membres de la Faculté des lettres de l’Université de Bâle
  • Département des sciences de langue et de littérature de l’Université de Bâle
  • Département des sciences de l’Antiquité de l’Université de Bâle
  • Département Europe de l’Est de l’Université de Bâle
  • Philologie classique de l’Université de Bâle
  • Association suisse pour l’étude de l’Antiquité (ASEA)
  • Société académique suisse d’étude de l’Europe orientale (SASEO)
  • Association des professeurs de russe en Suisse (ARUS)
  • Association Suisse des philologues classiques (ASPC)

2,002

Recent signers:
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The Issue

***Per la versione in italiano, vedi qui sotto*** Pour le français, voir ci-dessous***

Wir, Angehörige der universitären Sprach- und Literaturwissenschaften und assoziierter Fächer der Schweizer Universitäten, Gymnasiallehrpersonen und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur und Bildung, blicken besorgt auf die Umsetzung des neuen eidgenössischen Maturitätsanerkennungsreglements MAR durch die Kantone im Rahmen der WEGM-Reform. Einige Innovationen und Veränderungen, wie zum Beispiel die Einführung von interdisziplinär ausgerichteten Vertiefungsbereichen, begrüssen wir sehr. Der Schwächung der Geisteswissenschaften, insbesondere der kultur- und sprachwissenschaftlich ausgerichteten Fächer, stehen wir jedoch mit Unverständnis gegenüber. 

Auch wenn uns die digitalen Werkzeuge unserer globalisierten Gegenwart Fremdsprachen näherbringen, ersetzen sie nicht die profunde Kenntnis anderer Kulturen sowie die gelebte Praxis von Fremdsprachen. Im Gegenteil sind die in den Sprach- und Literaturfächern erworbenen interkulturellen, sozialen und kreativen Kompetenzen und kritischen Fähigkeiten in der Welt der Large Language Models und der Künstlichen Intelligenz mehr gefragt als je zuvor. Angesichts des in der letzten ÜGK 2023 dokumentierten Rückgangs von Grundkompetenzen in Orthographie und Fremdsprachen nach der obligatorischen Schulzeit erscheint der Abbau entsprechender Bildungsangebote an den Gymnasien noch bedenklicher. 

Beispielhaft sind die Umsetzungspläne im Kanton Basel-Landschaft: Sie beinhalten unter anderem die Reduktion von Unterrichtsstunden in Deutsch und Englisch und die Abschaffung von Griechisch, Russisch und Italienisch als Schwerpunktfächer. Italienisch soll zwar neu als optionales Grundlagenfach neben Französisch geführt werden; damit droht aber mit eine Konkurrenz zwischen diesen beiden Landessprachen. Mit der Abschaffung von Griechisch als Schwerpunktfach droht nicht nur die Beschäftigung mit der Sprache, Literatur und Kultur des antiken Griechenlands unwiderruflich aus dem Bildungsangebot zu verschwinden. Auch das besondere Potential dieses Schulfachs, dass es zentrale Kompetenzen im Umgang mit Fragen der Überlieferung, Sicherung und Aktualisierung von historischen Wissensbeständen vermittelt, wäre damit verloren. Die Streichung von Russisch als Schwerpunktfach erscheint uns gerade in der heutigen kriegsgezeichneten Zeit ebenfalls als die falsche Entscheidung. Das Fach leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Orientierungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, zu ihrem multiperspektivischen Denken und ihrer Fähigkeit, für Europa entscheidende Ereignisse und Sachlagen beurteilen zu können.

Zur künftigen Breite des Bildungsangebots an den Gymnasien bezieht der VSG, der die Umsetzung der WEGM-Reform als Dachverband der Gymnasiallehrpersonen eng begleitet, klar Position: “Keinesfalls soll die Reform dazu führen, dass die Wahlmöglichkeit im Schwerpunktfachbereich abgebaut wird.” Genau dieser Abbau ist in vielen Kantonen aber vorgesehen. Dabei zeigt sich schweizweit die Tendenz, dass im Zuge der WEGM-Reform geisteswissenschaftliche Fächer, und besonders die Sprachen und Literaturen, an den Rand der Curricula gedrängt oder sogar abgeschafft werden. Die gymnasiale Bildung verliert erheblich an historischer Tiefe und inhaltlicher Breite – und dies, obwohl es sich abzeichnet, dass kulturelle Kompetenz und soft skills auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werden. Die Ausbildung an den Mittelschulen droht, weit hinter die im neuen Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) formulierten Bildungsziele zurückzufallen, das fordert: Die Maturandinnen und Maturanden “finden sich in ihrer natürlichen, technischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwelt zurecht, in Bezug auf die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft und auf schweizerischer und internationaler Ebene” (MAR, Art. 6.4).

Auch aus der Sicht der allgemeinen Studierfähigkeit an den Schweizer Universitäten, die als explizites Ziel der Reform formuliert wurde, sowie aus der Perspektive von Berufsexpertinnen und -experten der oben genannten Bereiche wissen wir, dass diese Reform die Zukunft und die Partizipation des Bildungsstandorts Schweiz an globalen Prozessen empfindlich schwächen wird.

Aus all den genannten Gründen setzen wir uns ein für eine vielsprachige, multiperspektivische Gymnasialausbildung in der ganzen Schweiz. Sie ist eine essenzielle Voraussetzung nicht nur für die Studierfähigkeit an den Universitäten, sondern auch für die historische und politische Grundbildung der Schülerinnen und Schüler sowie für die Resilienz und Diversität unserer Gesellschaft.

Mit dieser Petition rufen wir die verantwortlichen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren der Kantone sowie die Amtsleitungen nachdrücklich dazu auf, die Elemente der WEGM-Reform, die bei der Umsetzung in den Kantonen zu einer Schwächung des Fremdsprachenangebots führen, nochmals zu überdenken.

 

Erstunterzeichnende

  • Mitglieder der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Basel
  • Departement Sprach- und Literaturwissenschaften
  • Departement Altertumswissenschaften
  • Profilbereich Osteuropa der Universität Basel
  • Klassische Philologie der Universität Basel
  • Schweizerische Vereinigung für Altertumswissenschaft (SVAW)
  • Schweizerische Akademische Gesellschaft für Osteuropawissenschaften (SAGO)
  • Verein der Russischlehrerinnen und Russischlehrer Schweiz (VRUS)
  • Schweizerischer Altphilologenverband (SAV)

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Petizione contro l'indebolimento dell'insegnamento delle lingue straniere nei licei svizzeri

Noi, rappresentanti delle lingue e letterature e discipline affini delle università svizzere, insegnanti di scuola secondaria e altri operatori nell’ambito della cultura e dell'istruzione, guardiamo con preoccupazione all'attuazione da parte dei Cantoni del nuovo regolamento federale per la maturità RRM nell'ambito della riforma SLM. Accogliamo con favore alcune innovazioni e modifiche, come ad esempio l'introduzione di aree di approfondimento interdisciplinari; non comprendiamo tuttavia la scelta di indebolire le materie dell’ambito delle scienze umane, in particolare di quelle relative alla cultura e alla linguistica. 

Anche se nel nostro mondo globalizzato gli strumenti digitali rendono le lingue straniere più vicine, essi non ne sostituiscono la pratica viva né suppliscono alla conoscenza approfondita di altre culture. Al contrario, nel mondo dei Large Language Models e dell'intelligenza artificiale, le competenze interculturali, sociali e creative e le capacità critiche acquisite nelle materie linguistiche e letterarie sono sempre più richieste. Peraltro, alla luce del calo delle competenze di base nell’ambito dell’ortografia e delle lingue straniere dopo la scuola dell'obbligo, documentato nell'ultima VECOF 2023, la riduzione dell'offerta formativa prospettata nei licei appare ancora più preoccupante. 

Esemplari a questo riguardo sono i piani di attuazione nel Cantone di Basilea Campagna, che prevedono, tra gli altri interventi, la riduzione delle ore di insegnamento del tedesco e dell'inglese e l'abolizione del greco, del russo e dell'italiano come materie di approfondimento. L'italiano sarà ora giustamente offerto come materia fondamentale accanto al francese; vi è però il rischio che si crei un'inutile concorrenza tra queste due lingue nazionali. Con l'abolizione del greco come materia prioritaria, non solo rischia di scomparire irrevocabilmente dall'offerta formativa lo studio della lingua, della letteratura e della cultura dell'antica Grecia, ma andrebbe anche perso il potenziale speciale di questa materia scolastica, che trasmette competenze fondamentali per affrontare questioni relative alla trasmissione, alla conservazione e all'aggiornamento delle conoscenze storiche. Ci sembra una decisione sbagliata, soprattutto in questo periodo segnato dalla guerra, anche l'abolizione del russo come materia di indirizzo. La materia contribuisce in modo importante alla formazione della capacità di orientamento degli studenti, al loro pensiero multiprospettico e alla loro capacità di valutare eventi e situazioni decisive per l'Europa.

Per quanto riguarda l’ampiezza della futura offerta formativa nei licei, la SSISS, che in qualità di associazione mantello degli insegnanti di liceo segue da vicino l'attuazione della riforma SLM, prende posizione in modo netto: «La riforma non deve in alcun caso portare a una riduzione delle possibilità di scelta nell'ambito delle materie di approfondimento». Proprio questa riduzione è però prevista in molti Cantoni. In tutta la Svizzera si registra la tendenza, nel quadro della riforma SLM, a relegare ai margini dei programmi scolastici le materie umanistiche, in particolare le lingue e le letterature, o addirittura ad abolirle. La formazione liceale sta perdendo profondità storica e ampiezza di contenuti, nonostante sia evidente a tutti che nel futuro mercato del lavoro le competenze culturali e le soft skills svolgeranno un ruolo decisivo. La formazione nelle scuole secondarie rischia di rimanere molto indietro rispetto agli obiettivi formativi formulati nel nuovo regolamento per il riconoscimento della maturità (RRM), che richiede che maturandi «si orientino nel loro ambiente naturale, tecnico, economico, sociale e culturale, in relazione al presente, al passato e al futuro, a livello svizzero e internazionale» (RRM, art. 6.4).

Anche dal punto di vista della capacità di studiare nelle università svizzere, che ü stata formulata esplicitamente come uno degli obiettivi della riforma, in sintonia con esperti dei settori sopra citati, siamo convinti che un’implementazione poco accorta di questa riforma indebolirà sensibilmente il futuro e la partecipazione della Svizzera come polo formativo ai processi globali.

Per tutti i motivi esposti qui sopra, ci impegniamo a favore di una formazione liceale multilingue e multiprospettica in tutta la Svizzera. Essa è un presupposto essenziale non solo per l'idoneità allo studio universitario, ma anche per la formazione storica e politica di base degli studenti, e per la resilienza e la diversità della nostra società.

Con questa petizione esortiamo i direttori dell'istruzione dei Cantoni e le autorità politiche a amministrative competenti a riconsiderare le attuazioni cantonali della riforma SLM che, in molte loro concezioni attuali, porteranno a un indebolimento dell'offerta nell’ambito delle scienze umane e delle lingue in generale, e delle lingue straniere in particolare.

Primi firmatari

  • Membri della Facoltà di Filosofia e Storia dell'Università di Basilea
  • Dipartimento di Lingue e Letterature
  • Dipartimento di Scienze dell'Antichità
  • Profilo Europa dell'Est dell'Università di Basilea
  • Filologia classica dell'Università di Basilea
  • Associazione Svizzera di Scienze dell'Antichità (SVAW)
  • Società Accademica Svizzera per gli Studi sull'Europa dell'Est (SAGO)
  • Associazione degli insegnanti di russo in Svizzera (ARUS)
  • Associazione Svizzera dei filologi classici (ASFC)

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Pétition contre l'affaiblissement de l'enseignement des langues étrangères dans les gymnases suisses

Nous, membres des facultés des lettres et des domaines associés des universités suisses, enseignants du secondaire et autres représentants du monde de la culture et de l’éducation, exprimons notre vive préoccupation face à la mise en œuvre, par les cantons, du nouveau règlement fédéral sur la reconnaissance des maturités (RRM) dans le cadre de la réforme EVMG.

Si nous saluons certaines innovations, telles que l’introduction de domaines d’approfondissement à orientation interdisciplinaire, nous ne comprenons pas l’affaiblissement des sciences humaines, en particulier des disciplines centrées sur la culture et les langues.

Même si les outils numériques de notre époque mondialisée facilitent l’accès aux langues étrangères, ils ne sauraient remplacer une connaissance approfondie d’autres cultures ni une pratique vivante des langues étrangères. Au contraire, les compétences interculturelles, sociales et créatives, tout comme l’esprit critique, acquis dans les disciplines linguistiques et littéraires, sont plus que jamais recherchés dans un monde dominé par les grands modèles linguistiques et l’intelligence artificielle.

Compte tenu du recul des compétences de base en orthographe et en langues étrangères à l’issue de la scolarité obligatoire — comme l’a documenté le dernier rapport COFO 2023 —, la réduction, voire la suppression des offres de formation correspondantes dans les gymnases apparaît d’autant plus préoccupante.

Prenons à titre d’exemple les plans de mise en œuvre du canton de Bâle-Campagne : ceux-ci prévoient notamment une réduction des heures d’enseignement de l’allemand et de l’anglais, ainsi que la suppression du grec ancien, du russe et de l’italien en tant qu’options spécifiques.

Certes, l’italien sera désormais proposé comme discipline fondamentale, mais il le sera en tant qu’alternative au français. C’est là une mesure qui introduit une concurrence inutile entre deux langues nationales.

La suppression du grec ancien en tant qu’option spécifique menace non seulement de faire disparaître irréversiblement du paysage éducatif l’apprentissage de la langue tout comme l’étude de la littérature et de la culture de la Grèce antique, mais efface également le potentiel singulier de cette discipline qui transmet des compétences essentielles pour aborder les questions de transmission, de conservation et d’actualisation des savoirs historiques.

Quant à la suppression du russe comme option spécifique, elle nous semble également être une mauvaise décision, notamment en raison du contexte géopolitique actuel et de la période de guerre que nous traversons. Cette discipline contribue de manière significative à la formation de la capacité d’orientation intellectuelle des élèves, à leur réflexion plurielle et à leur aptitude à évaluer de façon critique des situations et des événements majeurs en Europe.

La Société Suisse des Professeurs de l’Enseignement Secondaire (SSPES) en tant qu’organisation faîtière accompagnant de près la mise en œuvre de la réforme EVMG, a pris une position claire sur l’avenir de l’offre de formation dans les gymnases :

« La réforme ne doit en aucun cas conduire à une réduction du choix dans les options spécifiques. »

Or, c’est précisément cette réduction qui est prévue dans de nombreux cantons.
À l’échelle nationale, on observe une tendance inquiétante, dans le sillage de la réforme EVMG, à marginaliser, voire à supprimer des programmes scolaires certaines disciplines des sciences humaines, notamment l’étude des langues et des littératures. La formation gymnasiale perd ainsi en profondeur historique et en richesse de contenu, alors même qu’il est évident que les compétences culturelles et les soft skills joueront un rôle déterminant sur le marché du travail de demain. 

La formation dispensée dans les écoles de maturité gymnasiale risque ainsi de s’éloigner fortement des objectifs définis dans le RRM, lequel stipule que les titulaires d’une maturité doivent être capables de « se repérer dans leur environnement naturel, technique, économique, social et culturel, en relation avec le présent, le passé et l’avenir, à l’échelle suisse et internationale » (RRM, art. 6.4).

Du point de vue de l’aptitude générale aux études universitaires — objectif explicite de la réforme —, tout comme du point de vue des expert·e·s professionnel·le·s des domaines susmentionnés, nous savons que cette réforme portera un grave préjudice à l’avenir de la Suisse en tant que pôle de formation et à sa participation active aux processus éducatifs mondiaux.

Pour toutes ces raisons, nous nous engageons en faveur d’une formation gymnasiale multilingue et plurielle dans toute la Suisse.

Celle-ci constitue une condition essentielle non seulement à l’accès aux études supérieures, mais aussi à la formation historique et politique des élèves, ainsi qu’à la résilience et à la diversité de notre société.

Avec cette pétition, nous appelons instamment les directrices et directeurs cantonaux de l’instruction publique, ainsi que les autorités compétentes, à reconsidérer les éléments de la réforme EVMG qui, dans leur mise en œuvre cantonale, conduisent à un affaiblissement de l’offre en langues étrangères.

 
Premiers signataires:

  • Membres de la Faculté des lettres de l’Université de Bâle
  • Département des sciences de langue et de littérature de l’Université de Bâle
  • Département des sciences de l’Antiquité de l’Université de Bâle
  • Département Europe de l’Est de l’Université de Bâle
  • Philologie classique de l’Université de Bâle
  • Association suisse pour l’étude de l’Antiquité (ASEA)
  • Société académique suisse d’étude de l’Europe orientale (SASEO)
  • Association des professeurs de russe en Suisse (ARUS)
  • Association Suisse des philologues classiques (ASPC)

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