

Alexander Neu auf den Nachdenkseiten zur Eskalationsgefahr durch die geplante Stationierung der nuklearfähingen ultraschnellen und high-tech-genauen Mittelstreckenraketen:
Stationierung der US-Mittelstreckenraketen in Deutschland in 2026 – ein weiterer Schritt der Eskalation
Zitat: " ... Eine Debatte im Deutschen Bundestag, die die Tragweite dieser Entscheidung würdigen würde, gibt es dazu bis heute nicht. ...
Erstens werden diese Mittelstreckensysteme, anders als beim NATO-Doppelbeschluss, ausschließlich in Deutschland stationiert statt in mehreren europäischen Ländern, womit sich die russischen Zielkoordinaten einmal mehr auf Deutschland fokussieren dürften.
Zweitens ist die Stationierung nicht mit einem Verhandlungsangebot an Moskau („Doppelbeschluss“) gekoppelt, womit seinerzeit die Eskalationsspirale hinsichtlich dieser Waffensysteme unterbrochen werden konnte. Diese Option des Verhandlungsanreizes zur gegenseitigen Abrüstung wurde hier nicht mitgedacht. Die Konsequenz dürfte die Fortsetzung der Rüstungseskalation auch im Bereich der Mittelstreckensysteme sein – sowohl mit nuklearen als auch konventionellen Sprengköpfen.
Bekannterweise wurde der INF-Vertrag 2019 von den USA einseitig gekündigt mit dem Hinweis, Russland habe ihn mit der Entwicklung eines Marschflugkörpers, der in den Mittelstreckenbereich hineinfliegen könne, verletzt. Russland wiederum bestritt eine Reichweite des Systems von über 500 Kilometern, sah sich also INF-vertragskonform. Im Gegenzug beschuldigte Russland die USA, mit der Stationierung des Launcher-Systems Mk 41 im Kontext der NATO-Raketenabwehr in Polen und Rumänien auch die Möglichkeit zu haben, Marschflugkörper des Typs „Tomahawk“ von dort verschießen zu können und damit selbst gegen den INF-Vertrag zu verstoßen."