Petition updateGegen die atomare BedrohungUmgekehrte Kuba-Krise steigert die Gefahr d. A-Kriegs aus Versehen
Bernhard TrautvetterEssen, Germany
Oct 20, 2024

Liebe FriedensFreunde /  ... innen

Uns wird oft das Argument entgegengehalten, dass Russland ja bereits nukleare Arsenale aufgestellt hat, die Westeuropa treffen können. Nuklearfähige Raketen der USA seien insofern eine legitime sowie erforderliche Antwort der Nato auf diese Bedrohung. 

  • Erstens blendet das Argument die Existenz von zwei europäischen Nato-Atomwaffenstaaten aus, und dann 'übersieht' dieses Argument, die Tatsache dass die USA solche Arsenale von Russland oder China vor ihrem Territorium nicht tolerieren würden, wie es sich in der Kuba-Krise gezeigt hat. Hier ein zentraler Ausschnitt aus der Rede, die US-Präsident Kennedy am 22.10.1962 hielt, also während der Kuba-Krise die die Gefahr des Ausbruchs eines Atomkriegs extrem steigerte: "Viele Jahre lang haben beide, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten, diese Tatsache anerkannt und die standortmäßigen Kernwaffen mit großer Vorsicht gehandhabt, damit niemals der prekäre Status quo gestört würde, der sicherstellte, daß diese Waffen nur im Falle einer lebensentscheidenden Herausforderung eingesetzt würden. Unsere eigenen  strategischen Raketen sind niemals unter dem Deckmantel der Geheimhaltung und
    Täuschung in das Gebiet irgendeines anderen Landes gebracht worden, ... Nichtsdestotrotz haben sich die Amerikaner daran gewöhnt, Tag für Tag im Mittelpunkt der Zielscheibe sowjetischer Raketen zu leben, die in der Sowjetunion oder auf Unterseebooten stationiert sind. In dieser Hinsicht verschärfen Raketen auf Kuba lediglich eine bereits eindeutige und vorhandene Gefahr ... .                                            Ich habe die amerikanischen Streitkräfte angewiesen, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten; und ich bin überzeugt, daß, sowohl im Interesse des kubanischen Volkes wie auch der sowjetischen Techniker auf diesen Stützpunkten, die Risiken erkannt werden, die für alle Beteiligten in der Fortsetzung dieser Bedrohung liegen. ...                Es wird die Politik unseres Landes sein, jeden Abschuß einer Atomrakete von Kuba aus gegen irgendeine Nation der westlichen Hemisphäre als einen Angriff der Sowjetunion auf die Vereinigten Staaten anzusehen, der einen umfassenden Vergeltungsschlag gegen die Sowjetunion erfordert." (https://www.cvce.eu/content/publication/1999/1/1/2fd1f81b-03bc-4c2d-86ed-7af233ff1a6f/publishable_de.pdf - Hervorhebungen durch mich, B.T.)

Offensiv-fähige und nuklear bestückbare Raketen der USA in Europa wären vergleichbar mit russischen Arsenalen auf Kuba. Der Verweis auf russische Atomraketen in Russland übergeht die hier dokumentierte US-Position, die in der Kuba-Krise zum Ausdruck kam.

  • Zweitens ist ein anderes Argument der Militärlobby nicht zuverlässig: Es handelt sich um die Ankündigung, für die SM 6, Tomahawk Marschflugkörper und Dark Eagle-Hyperschall-Raketen sei keine atomare Bewaffnung vorgesehen.       Einerseits sind diese Raketen auch mit einem herkömmlichen 500 kg-Sprengkopf fähig, die Kommandozentralen und Raketenstandorte der russischen Armee in einem Enthauptungsschlag in Minuten-Kürze auszuschalten. Und andererseits sind Erklärungen wie "... ist nicht vorgesehen..." so zuverlässig, wie die Ankündigungen der USA während der Verhandlungen zum Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes (1990), die Nato werde sich keinen Zentimeter ("not an inch") nach Osten ausdehnen.

 

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X