Petition updateGegen Österreich wegen der WolfsabschüsseVorarlberg: Abknallen, was geht
Pro Wolf ÖsterreichVienna, Austria
13 Dec 2023

Vorarlberg: Abknallen, was geht I - Wölfe

Landesrat Christian Gantner (ÖVP) hatte Anfang September angekündigt, „so rasch es geht“ eine Lösung im Verordnungsweg schaffen zu wollen, nachdem ein Entnahmebescheid für einen Wolf im hinteren Klostertal bzw. Silbertal (Bez. Bludenz) vom Landesverwaltungsgericht aufgehoben worden war. Die Umweltorganisationen WWF und Ökobüro hatten gegen ihn Beschwerde eingelegt.

Entsprechende Gesetzesänderungen wurden von den Regierungsparteien ÖVP und Grüne sowie von NEOS (Liberale) und SPÖ im Rechtsausschuss beschlossen. Die FPÖ war nur prinzipiell dagegen, weil es überhaupt noch Einschränkungen gibt. Die Grünen beschlossen also eine Gesetzesvorlage, die die Naturschutzverbände völlig entrechtet. Die Gesetzesänderung erlaubt es der Vorarlberger Landesregierung nun, „Problemwölfe“ per Verordnung zum Abschuss freizugeben. Bisher war das nur über den Weg eines Bescheids möglich, der allerdings eine längere Vorlaufzeit hat und leichter anfechtbar ist.

Der Klubobmann der FPÖ Vorarlberg, Christof Bitschi. "In mit Jägern geführten Gesprächen werde das neue Gesetz als „nicht praxistauglich beurteilt“. und weiter: "Alpwirtschaft sei in Vorarlberg nur möglich geworden, weil der Wolf zurückgedrängt und ausgerottet worden sei". Bitschi prophezeite, dass man in wenigen Jahren das Gesetz werde neu beschließen müssen. Für vorbildlich hielten die Freiheitlichen die Wolfsverordnungen in Kärnten und in der Schweiz.

„Die neue Regelung für Vorarlberg sieht vor: Wenn ein Wolf Nutztiere reißt oder eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt, weil er etwa im Ortsgebiet unterwegs ist, dann soll es die Möglichkeit geben, diesen Wolf auf Grundlage einer Verordnung unkompliziert zu ‚entnehmen‘, also zu schießen“, erklärt ÖVP-Lamdwirtschaftssprecher Feuerstein. Der ÖVP-Abgeordnete Bernhard Feurstein sprach von 23 Wolfsrissen, die im heurigen Jahr in Vorarlberg verzeichnet wurden. Dabei seien 15 Nutztiere ums Leben gekommen. „Die Wolfsproblematik ist auch bei uns angekommen“, stellte Feurstein fest. Der Wolf stelle mittlerweile ein schweres Problem für die Alp- und Landwirtschaft dar.

Feurstein nennt auch zum "Problem" Zahlen: Er sprach von 23 Wolfsrissen, die im heurigen Jahr in Vorarlberg verzeichnet wurden. Dabei seien 15 Nutztiere ums Leben gekommen. 

Vorarlberg: Abknallen, was geht II - Kormorane

Die Abschussgenehmigung für zusätzlich (!) 200 Kormorane pro Jahr am Vorarlberger Bodenseeufer soll, zusammen mit weiteren Maßnahmen, um drei Jahre verlängert werden. Die (österreichischen) Bodenseefischer haben einen entsprechenden Antrag eingebracht. Sie haben bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz einen Antrag auf Verlängerung der bisher gesetzten Maßnahmen zur Vergrämung der Vögel eingebracht. Bis 22. Dezember können Naturschutzorganisationen nun Stellung dazu nehmen.

Im Jagdjahr 2022/23 wurden in Vorarlberg insgesamt 240 Kormorane getötet. Durch den Abschuss der Tiere soll angeblich der Fischbestand im Rheindelta geschützt werden. Davon profitieren die heimischen Fischer, deren Bestände seit Jahren schrumpfen. "Neben dem sauberen Seewasser ist der Kormoran einer der Gründe.", ist die lachhafte Begründung.

Die Naturschutzanwältin des Landes, Lins, sieht das anders: "Die Kormorane können auf der Nahrungssuche viele Kilometer weit fliegen. Zuletzt wurden 1.576 Brutpaare am ganzen Bodensee gezählt, doch nur 53 davon nisten im Vorarlberger Rheindelta. Die Fußacher Bucht und das Harder Binnenbecken, wo man die Maßnahmen setzen will, könnten von Kormoranen aus den Kolonien in Rohrschach und Friedrichshafen weiter angeflogen werden."

Wie absurd das alles ist, zeigen zwei einfache Sachverhalte. Vorarlberg schießt also regelmäßig Kormorane ab, die gar nicht zum Brutbestand des Landes gehören, sondern aus der Schweiz und Deutschland kommen. Und wenn die Rückgänge der Fischbestände auf "zu sauberes" Wasser zurückzuführen sind, dann sollte doch per Verordnung ein Mindestverschmutzungsgrad festgelegt werden. Das wäre aber natürlich nicht im Sinne des Massentourismus am Bodensee und der aggressiven Fremdenverkehrswerbung, die mit der Saubere-Seen-Kampagne einem Persil-Tourismus die Legitimation verleiht alle Lebensräume zu okkupieren.


Proteste an:

Fischereiverband für das Land Vorarlberg Auhafendamm 1, 6971 Hard
T+43 5574 / 86 174
office@lfvbg.at

Landesfischereizentrum
Auhafendamm 1, 6971 Hard
T +43 5574 77986-0
landesfischereizentrum@vorarlberg.at

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